Verstopfung? 4 Rezepte aus der TCM, die helfen

Foto einer Frau mit ihren Händen am Bauch
Wie geht es deiner Verdauung?
 
Ich habe meine Verdauungsbeschwerden früher meistens einfach ignoriert - und das war im Rückblick gar nicht gut. Einmal war es sogar so schlimm, dass mir mehrere Wochen immer leicht übel war und ich fast täglich Durchfall hatte - und das war mir egal!
 
Kennst du so etwas auch?
 
Es ist, als ob der Körper einem nicht wichtig wäre. Man spürt die Signale, hat aber keine Lust, sie ernst zu nehmen. Der kurzfristige "Genuss" ist in solchen Momenten einfach wichtiger.

Ich wollte damals nicht auf meine Schokolade und mein Fast Food verzichten und machte so weiter wie zuvor. Erst nach etwa 2 Monaten, als es immer schlimmer wurde, habe ich versucht, die ärgsten Dinge wegzulassen. Puh, das könnte mir heute nicht mehr passieren... Es dauerte entsprechend lange, bis meine Verdauung wieder im Gleichgewicht war.
 
Heute sehe ich meinen Körper und meine Verdauung als Freunde, die mir sagen, wenn etwas nicht passt. Und meistens gelingt es mir, Verdauungsbeschwerden rechtzeitig entgegenzusteuern, bevor sie zu wirklichen Problemen führen. (Meistens, nicht immer - auch heute habe ich noch Momente, in denen mir meine Gesundheit egal ist, aber sie sind seltener und kürzer als früher. :) )

Die Verdauung genießt eine Sonderstellung in der TCM.

Sie gilt als Wurzel der gesamten Gesundheit. Wenn sie nicht gut funktioniert, tut sich der Körper auf Dauer schwer damit, gesund zu bleiben (oder zu werden).
 
Das heißt, wenn es irgendwo im Körper zwickt und zwackt, von Kopfweh über Gelenksschmerzen bis zu PMS, ist es immer gut, die Verdauungskraft zu stärken (auf TCM: das Milz-Qi). Sie ist die Wurzel, von der aus der gesamte Körper gesunden kann.
 
Ganz viele Tipps für Verdauungsbeschwerden von Blähungen über Bauchschmerzen, Candida, Darmentzündungen, Durchfall bis zu Reizdarm, Unverträglichkeiten und Verstopfung, inklusive einfacher Rezepte, findest du in meinem neuen eBook "Das ABC der Verdauungsbeschwerden", wirf hier gerne einen Blick ins Buch.

Verstopfung wird nach der Traditionellen Chinesischen Medizin durch eine Leber-Qi-Stagnation verursacht, durch Hitze und Trockenheit (die guten Körpersäfte sind im Mangel und der Stuhl wird hart und trocken).

Es geht hier um die Verstopfung mit hartem Stuhl. Wenn der Stuhl weich oder normal geformt ist, steht ein mangelndes Milz-Qi dahinter. Das heißt, der Körper hat nicht genügend Qi (also Energie), um den Stuhl ausreichend rasch durch den Darm zu befördern. 
 
Die empfohlenen Nahrungsmittel und Getränke sind dementsprechend kühlend und/oder befeuchtend.
 
Wahrscheinlich kennst du als Mittel gegen Verstopfung eingeweichte Leinsamen, die wirken z.B. befeuchtend auf den Darm.

4 Rezepte nach TCM bei Verstopfung mit hartem Stuhl 

1. Getrocknete Pflaumen oder Feigen über Nacht in Wasser einlegen und am Morgen auf nüchternen Magen essen und das Einweichwasser trinken (mit ein bisschen heißem Wasser mischen, damit es nicht kalt ist).
 
2. Pinienkerne oder Walnüsse mit Honig übergießen und verschließen. Jeden Tag 1-3 Teelöffel davon essen.
 
3. Spinatsuppe aus frischem Spinat (Bio), Sesamöl und Sojasauce machen (Bio nehmen, also Tamari oder Shoyu). (Quelle: Chinesische Diätetik, Engelhardt/Hempen, S. 133)
 
4. Schwarzen Sesam anmörsern und 1-2 TL täglich über die Mahlzeiten streuen. Beispiel: süßer Couscous mit Pflaumenkompott, Trockenfrüchten und schwarzem Sesam. (Weizen wirkt als einziges Getreide befeuchtend.)
 
Langfristig hilft es, mehr gekocht und saftig zu essen, also mehr Gemüsesuppen, Eintöpfe, sauciges Essen und Kompotte, weniger Brot und Knabbereien.

Verschlimmernd bei Verstopfung wirken übrigens:

  • Backpulver
  • Hefe
  • Weißmehl
  • Kaffee
  • Schwarztee
  • weißer Reis
  • weißer Zucker
  • scharfe Gewürze
Bitte mache nicht denselben Fehler wie ich damals.

Achte ab sofort gut auf deine Verdauung!

Verdauungsbeschwerden zeigen, dass irgendetwas in deinem Körper im Ungleichgewicht ist. Nimm solche Beschwerden ernst und versuche, sie in den Griff zu bekommen.
So bleiben die Ungleichgewichte klein und wachsen sich nicht irgendwann zu echten Krankheiten aus. 
 
Ich freue mich auf deine Fragen und Kommentare unterhalb des Artikels!

Kommentare

Da meine Tochter 2 unter Verstopfung leidet habe bin ich auf diese Seite gestossen. Hefe und Backpulver ist schlecht bei Verstopfung. Zählt Brot das mit Sauerteig gemacht wurde auch dazu?

Liebe Maria,
danke für deinen Kommentar!
Brot würde ich bei Verstopfung prinzipiell mal möglichst meiden oder stark reduzieren, auch mit Sauerteig.
Liebe Grüße,
Katharina

Hi,
Sag mal, finde ich in deinem Buch auch etwas über Divertikulose und Divertikulitis?
LG
Esther

Liebe Esther,
danke für deinen Kommentar! Ja, im eBook "Das ABC der Verdauungsbeschwerden" gibt es ein eigenes Kapitel zur Divertikulose.
Liebe Grüße,
Katharina

Hallo Katharina, ich habe Neurodermitis. In deinem Buch jucken ade, schlägst du vor viel Reis zu essen. Da ich gerade zusätzlich unter köddeligem, harten Stuhl leide und du oben vorschlägst keinen weißen Reis zu essen, würde ich dich gerne um Rat fragen wie es in dieser Situation mit dem Reis verhält?
LG Melanie

Liebe Melanie,
danke für deinen Kommentar! Da würde ich eher Polenta essen oder auch Quinoa. Und wenn du Reis isst, könntest du mehr Wasser beim Zubereiten verwenden, damit es saftiger wird, außerdem saftiges Gemüse bzw. Fette dazugeben, dann ist er nicht mehr so trocknend auf den Stuhl.
Liebe Grüße,
Katharina

Hallo liebe Katharina, vielen Dank für diesen tollen Blog! Ich konnte schon so vieles übernehmen und umsetzen. Deine Tipps sind so wahnsinnig wertvoll.

Ich habe eine kleine Frage. Ich habe zwar keine Verstopfung, aber etwa 3-4 Tage vor meiner Menstruation einen trägen Darm. Würde es meinen Darm beispielsweise unterstützen, wenn ich mir als Nachmittagssnack Apfelkompott mache oder ein Gläschen Apfelsaft trinke? Äpfel fördern die Verdauung, richtig?

Herzlichen Dank für Deine Antwort und Dir einen wunderschönen Sonntag! Viele Grüße Tanja :)

Liebe Tanja,
danke für deinen netten Kommentar! Es freut mich, dass du schon vieles umsetzen konntest aus meinem Blog. Super!
Ja, Apfelkompott und naturtrüber Apfelsaft wären sicher eine gute Idee. Probiere es einfach mal aus!
Oder du legst Trockenpflaumen oder -feigen über Nacht in Wasser ein und trinkst das Wasser dann/isst die Früchte am nächsten Morgen. Das wirkt auch anregend.
Liebe Grüße,
Katharina

Liebe Katharina,
Du schreibst, dass es bei deiner Verdauung entsprechend länger gedauert hat, bis sie sich wieder normalisiert hat. Um welchen Zeitraum handelt es sich da ungefähr? Ich frage, weil ich diverse Symptome auch längere Zeit ignoriert habe und die Erfolge durch tcm-Ernährung zwar da sind, aber nicht wirklich konstant und ich mich frage, WIE LANGE GENAU es dauern kann bzw wie lange es zB bei anderen so gedauert hat (auch wenn ich weiß, dass natürlich jeder Körper anders ist und anders reagiert)?

Liebe Sandy,
danke für deinen Kommentar!
Ich denke, es waren mehrere Monate, bis meine Verdauung deutlich besser geworden ist.
Es gibt aber auch heute noch Zeiten, in denen der Stuhl zu weich ist oder ich Magendrücken habe. Nur heute weiß ich, woran es liegt. Zum Beispiel zu viel essen, zu spät essen oder zu viele Süßigkeiten etc. Das nehme ich dann auch bewusst in Kauf, dass die Verdauung dann halt mal durcheinander ist. Am nächsten Tag ist es dann wieder besser!
Die Quintessenz: Vielleicht muss man sich auch von der Erwartung lösen, dass eines Tages die Verdauung immer gut sein wird. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass keine Schmerzen und echte Beeinträchtigungen mehr da sind.
Liebe Grüße,
Katharina

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