Das große Missverständnis – darfst du in der TCM-Ernährung alles essen, was dir schmeckt?

Das große Missverständnis

Du willst deine Ernährung nach den Grundsätzen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) umstellen?

Und fragst dich, ob du dann deinen heißgeliebten Kaffee endgültig streichen musst?

Oder du isst schon seit mehreren Monaten brav deine 3 gekochten Mahlzeiten am Tag und fragst dich, ob du irgendwann auch wieder eine kalte Jause mit Brot und Wurst essen darfst? Ohne dass gleich alle Fortschritte dahin sind?

Dann lies jetzt weiter und lass dir von mir deine Sorgen nehmen!

Es gibt nämlich ein großes Missverständnis zur TCM-Ernährung, auf das ich immer wieder stoße.

Und es ist mir ein Bedürfnis, es jetzt endlich aufzuklären.

Das Missverständnis lautet:

In der TCM gibt es Nahrungsmittel und Getränke, die von Grund auf "schlecht" sind.

Diese "schlechten" Lebensmittel musst du auf Dauer vermeiden, wenn du nach den Grundsätzen der TCM isst.

Zu diesen Nahrungsmitteln zählen:

Brot, Kuhmilch, Käse, Jogurt, Zucker, Kaffee, Südfrüchte (und noch viele andere, je nachdem, mit wem du darüber sprichst)

Und jetzt die Aufklärung:

Das stimmt nicht!

Du darfst in der TCM-Ernährung alles essen und trinken, was dir schmeckt.

Ah, das ist eine Erleichterung, oder?

Diese Reaktion erlebte ich oft bei den TeilnehmerInnen vom "Trust your Body". Die Freude, dass sie endlich wieder ihren geliebten Käse essen dürfen. Oder auch mal ein Honigbrot zum Frühstück.

Die gesunde Ernährung ist plötzlich wieder um ein großes Stück einfacher geworden.

Und wo ist jetzt das Körnchen Wahrheit, das in jedem Missverständnis enthalten ist?

Die Wahrheit ist, dass es laut TCM Nahrungsmittel gibt, die weniger empfehlenswert sind.

Und zu diesen zählen die oben aufgezählten wie Kuhmilch, Brot und Jogurt.

Dieses "weniger empfehlenswert" lässt sich allerdings nicht verallgemeinern.

Beispiel:

Hannes ist ein körperlich sehr aktiver Mann, der gerne in seinem Hof Holz hackt und in die Berge klettern geht. Manche Menschen meinen, Hannes ist hyperaktiv.

Er ist ein hitziger Typ und läuft im T-Shirt herum, wenn alle rundherum einen Pullover tragen.

Christian sitzt den ganzen Tag im Büro und fährt dann mit dem Auto nachhause. Er mag es entspannt und sitzt am liebsten mit seinen Freunden im Kaffeehaus.

Christian braucht in der Nacht einen warmen Pyjama und Socken, damit ihm nicht kalt ist.

Was denkst du, welcher der beiden Männer mehr Jogurt verträgt, ohne dass es ihm schadet?

Richtig, es ist Hannes.

Jogurt ist stark abkühlend. Es kühlt Hannes' innere Hitze. Durch die viele Bewegung kann er es besser "verbrennen" als der vorwiegend sitzende Christian.

Christian hingegen würde das Jogurt noch weiter abkühlen, sodass er mehr friert als vorher.

Sein Lebensfeuer leidet unter zu viel Jogurt und er hat noch weniger Lust auf Bewegung als vorher.

Höchstwahrscheinlich würde auch seine Verdauung mit Blähungen oder Durchfall reagieren.

Die allgemeine Empfehlung "In der TCM-Ernährung ist Jogurt verboten" stimmt so also nicht.

Alle Ernährungsratschläge sind höchst abhängig von deiner persönlichen Verfassung, von Fragen wie:

  • Frierst du eher oder ist dir leicht heiß? (Gratis-Test: "Bin ich Yin oder Yang")
  • Bist du eher müde oder hast du Energie zum Bäume ausreißen?
  • Funktioniert deine Verdauung einwandfrei oder gibt es Beschwerden?
  • Schläfst du tief und erholsam?

Ein weiterer Faktor des Missverständnisses, dass es in der TCM-Ernährung "schlechte", verbotene Nahrungsmittel gibt, ist:

Es hängt immer von der Menge ab!

Beispiel:

Wenn du in der Früh Marmeladebrot isst, zu Mittag in der Arbeit ein belegtes Weckerl und am Abend eine kalte Jause mit Wurst- und Käsebrot – ja, dann ist das zu 99 % zu viel Brot für dich und wird dir auf Dauer wahrscheinlich schaden!

Du merkst schon, es hängt von vielen Faktoren ab, welche Empfehlungen für dich persönlich gelten.

Quintessenz

  • Es gibt keine Verbote in der TCM-Ernährung. Du darfst alles essen!
  • Achte auf dein Energielevel und deine Verdauung nach einer Mahlzeit – diese zeigen dir zuverlässig an, ob das Essen gut für dich war oder nicht.

Mein Ziel mit diesem Artikel war übrigens, dir mehr Leichtigkeit und Sicherheit für deine Ernährung nach TCM zu geben.

Ich freue mich, wenn du mir in die Kommentare schreibst, ob das gelungen ist! Oder ob du dieses Missverständnis eh schon lange kennst. :)

Wenn du gemeinsam mit mir deine Ernährung umstellen willst, um deine Symptome Schritt für Schritt zu verbessern, freue ich mich, dich in meinem Onlinekurs  "Trust your Body - Finde deine typgerechte Ernährung nach TCM" zu begrüßen! 3 Monate lang bekommst du Videos, Audios und Texte mit alltagstauglichen und typgerechten Tipps und ich unterstütze dich in 3 Frage-Antwort-Webinaren und einer privaten Facebook-Gruppe. Du kannst jederzeit mit dem Kurs beginnen. Gemeinsam schaffen wir es!

Kommentare

Hallo Katharina,
Vielen Dank für die tollen Tipps zur TCM Ernährung.
Ich habe eine lange Brustkrebsbehandlung hinter mir. Um mich wieder auf Vordermann zu bringen, wollte ich etwas für mich tun. Und bin so auf die TCM gestoßen. Eigentlich dachte ich immer ich ernähre mich relativ gesund. Mit Naturjoghurt, Rohkost, Banane... Bei Deinem Test kam jetzt ein Yang Mangel heraus. Ich habe schon mein Frühstück umgestellt, und esse jetzt Hirse- und Haferporridge. Auch die Kraftbrühen koche ich regelmäßig. Ich wüsste gern, ob ich den Joghurt ganz weglassen sollte, oder nur sehr reduzieren? Früher hab ich ihn täglich gegessen.
Für mich als Einsteigerin ist das alles noch recht neu und manchmal gar nicht so einfach.
LG

Liebe Kerstin.

Tut mir leid von deiner Erkrankung zu lesen. Ich hoffe es geht dir schon besser und du bist in guter Betreuung?
Bei Joghurt ist das immer so eine Sache- sofern du nicht zu viel Feuchtigkeit in dir hast und dir nicht immer kalt ist, spricht gegen ein Joghurt ab und an nichts.
Geht es dir denn noch ab? Kuhmilchprodukte fördern natürlich die Feuchtigkeit im Körper, die aus meiner Sicht bei einer Krebserkrankung nicht so hilfreich sind.
Ich denke es ist da ratsam auf deinen Bauch zu hören. Sofern du Stress mit der Ernährung hast, blockiert das dich und dein QI wiederum.
Mach einfach langsam bei der Umstellung, damit du dich und deinen Körper nicht strapazierst!

Alles Gute weiterhin.
Marina (Assistentin von Katharina)

Bild des Benutzers Marina S.

Hallo Katharina, durch Zufall bin ich auf deine Seite gestoßen und habe mit Begeisterung schon einiges gelesen. Mein größtes "Problem" ist, dass ich aktuell Untergewicht habe und auch leider nicht zunehme. Ich habe es schon mit Kalorien-zählen versucht aber auch damit hatte ich nicht wirklich Erfolg. Gibt es ein paar Tipps für diejenigen die mit TCM zunehmen wollen. Danke dir vorab und liebe Grüße

Liebe Laura!

Danke für deine Frage! Bei Untergewicht steht meist ein Yin-Mangel im Vordergrund. Hier sind Lebensmittel wie zum Beispiel Nüsse und Nussmuse, Sahne, kleine Samen, Avocados, Datteln, Feta, Honig, Dinkel, etc. empfehlenswert. Wichtig ist natürlich, dass der Körper diese gut verdauen und verwerten kann. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man beim Milz-Qi ansetzen und dieses vielleicht auch mithilfe von Akupunktur und TCM-Kräutern (vom TCM-Arzt) stärken. Weitere Tipps zum Zunehmen findest du in diesem Artikel: https://www.ernaehrungsberatung-wien.at/blog/endlich-zunehmen-die-5-wich...

Liebe Grüße
Christina (Assistentin von Katharina)

Bild des Benutzers Christina Z.

Liebe Katharina,
erst einmal möchte ich Dir für Deine sehr informative und umfangreiche Webseite danken. Ich bin gerade erst am Anfang meiner Umstellung auf die TCM Ernährung und finde hier tolle Anregungen!
Ich habe eine Frage zu dem Thema Brot. Ich esse schon seit langem Weizen-frei bzw. glutenfrei. Langsam integriere ich auch Hafer, Dinkel und Roggen wieder in meine Ernährung. Mein übliches Büro-Mittagessen war ein bunter Salat mit zwei Scheiben Brot. Da ich lange auf Getreide komplett verzichtet habe, habe ich mir ein Brot aus Sonnenblumenkernen, Leinsamen, Mandeln, Haselnüssen, Sesam, Kürbiskernen Flohsamenschalen, Olivenöl und macnhmal mit glutenfreien Haferflocken gebacken. Hätte dieses Brot auch eine kühlende und verschhleimende Wirkung? Gerade am Anfang meiner Umstellung möchte ich einigermaßen stringent einsteigen um meine Symptome (Leber-Blut-Mangel, Milz-Qi-Mangel) schnell zu lindern.
Da ich nun den Salat auf warmes Gemüse umstellen werde (auch nicht so leicht, da wir nur Mikrowellen im Büro haben) würde ich gerne wissen, ob ich bei meinem Brot als Beilage bleiben kann.
Herzlichen Dank bereits im Voraus für Deine Einschätzung!
Liebe Grüße Susanne

Liebe Susanne,
danke für deinen Kommentar!
Ja, auch das selbst gebackene Brot wirkt befeuchtend und ist schwer bekömmlich, mehr Tipps zu Brot findest du hier: https://www.ernaehrungsberatung-wien.at/blog/unser-taeglich-brot-stellen....
Ein Tipp zum Salat: du kannst den gekochten Salat auch bei Zimmertemperatur essen, auch das gilt als "warmes" Essen, er sollte nur nicht aus dem Kühlschrank kommen. Ein Brot dazu ist bekömmlicher als Brot alleine oder zu rohem Salat.
Liebe Grüße,
Katharina

Bild des Benutzers Katharina

Liebe Katharina,
Danke vielmals für deine guten , vor allem praxisnahen Tipps, vor allem auch, was das leidige Thema " Abnehmen" ( bei Frauen deutlich über 50.....) angeht. Ich freue mich schon sehr auf dein Buch.
Sei herzlich gegrüßt
von Lea

Liebe Lea,
vielen Dank für deinen netten Kommentar und liebe Grüße,
Katharina

Bild des Benutzers Katharina

Total spannend!

Danke Nina!

Bild des Benutzers Katharina

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