4 Wege, wie du dein Immunsystem mit der TCM stärken kannst

Foto einer Frau, die lachend und mit geöffneten Armen auf einer Wiese steht, mit Pullover und Schal

Der Herbst ist in der TCM die Zeit der Lunge und in der Lunge sitzt ein wichtiger Teil des Immunsystems, nämlich das Abwehr-Qi oder Wei-Qi. Du kannst dir dieses Qi als Energiestrom vorstellen, der knapp unter deiner Haut durch deinen ganzen Körper fließt und dich vor dem Endringen von Krankheitserregern schützt. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin ist dieses Abwehr-Qi ein Teil des Lungen-Qi. Wenn wir das Immunsystem aufbauen wollen, müssen wir also unser Lungen-Qi aufbauen, dazu gleich mehr!

In diesem Artikel bekommst du vier wichtige Tipps, wie du deine Abwehrkraft stärken kannst, damit du gesund und fit durch den Herbst und Winter kommst.

4 Wege, wie du dein Immunsystem mit der TCM stärken kannst

1. Stärke dein Qi

Wie oben erwähnt, sitzt das Abwehr-Qi (Wei-Qi) laut TCM in der Lunge. Es ist ein Teil des Lungen-Qi. Das heißt, wir müssen unser Lungen-Qi stärken, um das Immunsystem zu unterstützen. 

Wie geht das? Einerseits können wir bestimmte Nahrungsmittel essen, die das Lungen-Qi stärken, wie Apfel, Haferflocken, Karotten und Frühlingszwiebel. Andererseits können wir durch regelmäßige, gekochte Mahlzeiten allgemein das Qi aufbauen und damit auch die Lunge stärken. Die wichtigste Quelle für das Qi, also unsere Lebensenergie, ist die tägliche Ernährung. Besonders wertvoll ist das gekochte Frühstück. 

Es gibt übrigens auch Nahrungsmittel und Gewohnheiten, die uns Qi wegnehmen, die sogenannten Qi-Räuber. Zu diesen gehören weißer Zucker, Weißmehl, Fertigprodukte, Softdrinks, Kaffee, aber auch Diäten und zu wenig zu essen. Vom Lebensstil her sind es vor allem Überarbeitung und Stress, die uns Qi wegnehmen, weshalb regelmäßige Erholungspausen, Entspannung und ausreichend Schlaf für dein Qi sehr wichtig sind. 

2. Sorge für einen freien Fluss des Qi

Wenn wir genügend Qi haben, dann sollte es am besten auch noch frei und leicht durch den ganzen Körper fließen, damit es überall hinkommt, wo es gebraucht wird. Auch das Abwehr-Qi (siehe oben) muss ja frei durch den Körper fließen, um uns an allen Stellen vor dem Eindringen von Viren und Bakterien (in der TCM nennen wir das Wind-Kälte, Wind-Hitze, Feuchte Hitze oder Hitze) zu beschützen.

Schmerzen oder Spannungsgefühle, die irgendwo im Körper auftreten, zeigen, dass das Qi nicht frei fließt. Alle Schmerzen werden nach TCM auf ein stagnierendes Qi – und in der Folge stagnierendes Blut – zurückgeführt. Ein freier Qi-Fluss sorgt außerdem für ausgeglichene Emotionen, eine regelmäßige Verdauung und eine regelmäßige, schmerzfreie Menstruation. Wenn das Qi immer wieder ins Stocken gerät, gelangt es nicht mehr an alle Stellen im Körper, an denen es benötigt wird. So kann das Qi etwa die Wärme nicht mehr bis zu den Körperenden bringen, was wir an kalten Händen und Füßen merken, wenn der Rest des Körpers warm ist. 

Typische Symptome einer Qi-Stagnation sind Kopfschmerzen, wechselnde Verdauungsprobleme, das Prämenstruelle Syndrom (PMS), Druckgefühle unter den Rippenbogen, Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit, Wetterfühligkeit und nächtliches Zähneknirschen.

Neben ungünstigen Ernährungsgewohnheiten wie häufiges Überessen, zu viel Süßes oder zu schnellem Essen können Stress, mangelnde Bewegung und das Unterdrücken von Ärger, Angst und anderen Emotionen ebenso wie das zu starke Ausleben derselben das Qi stagnieren lassen. Auch Gefühle sind nichts anderes als Qi bzw. Energie, die sich durch den Körper bewegt! Deshalb ist das Erlernen eines gesünderen Umgangs mit Gefühlen wie Ärger, Traurigkeit, Einsamkeit, Neid etc. ein wesentlicher Beitrag für ein besseres Immunsystem und mehr körperliche Gesundheit.

Hier findest du 18 Nahrungsmittel, die dein Qi in Bewegung bringen können. 

3. Bringe dein Yin und Yang ins Gleichgewicht

Eine Definition von Gesundheit in der TCM lautet: "Der Mensch ist gesund, wenn Yin und Yang im Gleichgewicht sind." Was bedeutet das?

Im Körper entspricht das Yin dem kühlenden, nährenden, beruhigenden Prinzip. Das Yang (Feuer) hingegen wärmt und gibt uns Energie und Lebensfreude. Wenn sie in der Balance sind, dann haben wir ein ausgeglichenes Temperaturempfinden, die Füße sind warm und der Kopf ist kühl. Wir haben ausreichend Energie für den Tag, um die Aktivität zu genießen und können am Abend gut zur Ruhe kommen und in der Nacht erholsam schlafen.

Ein Ungleichgewicht merkst du also an Schlafstörungen, Erschöpfung untertags, Hitzewallungen oder ständigem Frieren (gerne auch abwechselnd). Die Nerven sind möglicherweise gereizt und du kannst schwer zur Ruhe kommen, das entspricht einem Yin-Mangel. Oder du bist antriebslos und könntest nur noch schlafen, das wäre der Yang-Mangel.

Von der Ernährung her stärkst du beides am besten mit regelmäßigen, gekochten Mahlzeiten. Wichtig ist die thermische Wirkung der Nahrungsmittel - zu viele erhitzende Zutaten wie scharfe Gewürze, gegrilltes Fleisch oder Kaffee können das Yin "verbrennen", zu viele kühlende Zutaten wie Jogurt, rohe Tomaten oder Smoothie können dein Yang verletzen. Bleibe deshalb am besten in der Mitte und iss neutrale, sanft kühlende und sanft wärmende Nahrungsmittel (z.B. gekochtes Getreide, gekochtes Gemüse, Hülsenfrüchte, saisonales und einheimisches Obst). Beim Lebensstil gilt es, zwischen Aktivität (Yang - Arbeit, Bewegung, Denken, Tun) und Passivität (Yin - Schlaf, Entspannung, Ausruhen, Sein) einen Ausgleich zu finden. 

4. Achte auf deine Verdauung

Hast du gewusst, dass unserer modernen, westlichen Medizin zufolge 70 Prozent der Immunzellen im Darm sitzen? Ja, inzwischen ist die Rolle der Verdauung für unsere Gesundheit auch in Europa angekommen. In der TCM ist dieser Zusammenhang schon seit Tausenden von Jahren bekannt.

Die Bedeutung der Verdauungskraft ergibt sich aus dem 5-Elemente-Zyklus in der TCM, in dem die Lunge (Element Metall) das "Kind" der Milz (Element Erde) ist. 

Die Milz steht zusammen mit ihrem Partnerorgan Magen für unser gesamtes Verdauungssystem und den Stoffwechsel, sie sind die Quelle von allem Qi im Körper. Und sie sind die „Mutter“ der Lunge, die von Milz und Magen mit ausreichend Qi „gefüttert“ werden muss, damit sie stark und leistungsfähig ist. Da das Abwehr-Qi (Wei-Qi) ein Teil des Lungen-Qi ist, brauchen wir also für ein gutes Immunsystem eine gute Verdauung. Deshalb ist es aus Sicht der TCM nicht verwunderlich, dass wir bei einer schwachen Verdauung auch häufig erkältet sind und allgemein infektanfälliger sind. Diesen Zusammenhang kennt man auch von chronischen Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn – das Immunsystem leidet immer mit. 

Und natürlich brauchen wir die gute Verdauung auch, um überhaupt Qi, Yin und Yang aufbauen zu können, siehe Punkt 1 und 3! 

Wenn du also häufig unter Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Magenschmerzen leidest, dann gehe es jetzt an und finde heraus, woran deine Beschwerden liegen. Die TCM kennt gute Methoden, um die Verdauung zu verbessern, aber umsetzen musst du es selbst.

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