Wie du deine Darmflora unterstützen kannst (auch ohne Jogurt)
Geschrieben von Katharina Ziegelbauer am 25. April 2017 - 103 Kommentare
Oft bekomme ich die Frage gestellt, wie man eine gestörte Darmflora wieder aufbauen kann. Gerade bei Candida oder nach einer längeren Medikamenteneinnahme ist das ein häufiges Thema. Auch die Anti-Baby-Pille und Cortison können die Darmflora (eigentlich "Mikrobiom") negativ beeinflussen.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt es den Begriff "Darmflora" nicht, auch nicht jenen der guten und schlechten Darmbakterien.
All das wird unter dem Begriff "Milz-Qi" zusammengefasst. Eine schlechte Verdauung liegt immer an einem mangelnden Milz-Qi.
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Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl werden also erst einmal mit einer Stärkung des Milz-Qi behandelt, das heißt mit regelmäßigen, vorwiegend gekochten Mahlzeiten und dem Reduzieren von befeuchtenden und zu kühlenden Nahrungsmitteln wie Zucker und Kuhmilch.
Wenn du deine Darmflora aufbauen und stärken willst, kannst du mit diesen einfachen Tipps sofort anfangen.
Manchmal gibt es allerdings Anlässe, da brauchen wir gezieltere Mittel. Beispiel: nach einer Antibiotika-Einnahme. Antibiotika sind eine große Herausforderung für den Darm, da auch die guten Darmbakterien getötet werden.
Genau für solche Fälle möchte ich dir in diesem Artikel einiges empfehlen. Die Tipps kommen teilweise aus der TCM, einiges ist auch aus dem Buch "Darm mit Charme" von Giulia Enders.
Du kennst sicher den Tipp, Jogurt zu essen, um die Darmflora wieder aufzubauen. Aber Jogurt ist nach TCM sauer, sehr kühlend und stark befeuchtend – und damit schwer bekömmlich. Verwende ihn daher vorsichtig, also nur in kleinen Mengen.
Du kannst z.B. 2-3 TL in deinen gekochten Frühstücksporridge mischen, so bekommst du die gute Wirkung für den Darm, ohne dein Milz-Qi zu schwächen.
Wichtig: Verwende weißes Naturjogurt, am besten Bio. Halte dich fern von Jogurts, die extra mit Bakterien angereichert wurden. Im Naturjogurt sind ausreichend gute Bakterien drin, alles andere ist reine Werbung. (Und oft sind noch Süßstoffe und andere Zusätze drin, lies bitte immer die Zutatenliste.)
Alternativen, um die gesunde Darmflora zu stärken, die besser zur TCM-Ernährung passen als Jogurt:
- Apfelessig (nur naturbelassener, unpasteurisierter)
- Artischocken
- Chicoree
- gekochte Kartoffeln, abgekühlt (z.B. als Kartoffelsalat)
- Lauch
- Misopaste (zum Würzen in eine Suppe oder Sauce rühren, nicht mehr aufkochen)
- Pastinaken
- Reis, abgekühlt
- rohes Sauerkraut
- Schwarzwurzeln
- Sojasauce (nur die Bio-Variante, also Shoyu oder Tamari)
- Umeboshi-Pflaume
Ich habe in dieser Liste probiotische Nahrungsmittel (Probiotika = nützliche Darmbakterien) und präbiotische Nahrungsmittel (Präbiotika = Nahrung für die Probiotika) angeführt - das hat ausnahmsweise nichts mit der TCM zu tun.
Der Unterschied:
Probiotika sind lebende Bakterien, die z.B. durch Fermentieren von Nahrungsmitteln entstehen (wie bei Apfelessig, Sojasauce oder Miso, aber auch Naturjogurt).
Bitte kaufe keine mit Probiotika angereicherten Jogurts etc., diese sind keine wertvollen Nahrungsmittel.
Eine schöne Anleitung, wie du selbst Gemüse fermentieren kannst.
Präbiotika sind unverdaubare Nahrungsreste, die das Überleben der Probiotika fördern (z.B. der Ballaststoff Inulin in Chicoree und resistente Stärke in abgekühlten Kartoffeln und Reis).
Anwendungstipp:
Nimm die fermentierten Produkte wie Sauerkraut, Sojasauce, Misopaste, Umeboshi-Pflaume und Apfelessig nur in kleinen Mengen zu dir, dafür regelmäßig. So stärkst du langfristig deine Darmflora.
Durch den hohen Salzgehalt sollte nicht zu viel davon gegessen werden.
Faustregel: Alle 1-3 Tage ein bis zwei Gabeln rohes Sauerkraut oder 3 mal die Woche Misosuppe.
Vorsicht: Sobald ein fermentiertes Nahrungsmittel pasteurisiert wird, ist die heilende Wirkung nicht mehr vorhanden. Achte auf das Wort "unpasteurisiert".
Andere bekannte fermentierte Nahrungsmittel sind Kombucha und Brottrunk (auch "Rejuvelac").
Spezialtipp aus der TCM: Kuzu
Kuzu ist ein Bindemittel aus einer japanischen Wurzel (schaut aus wie weiße Kreide), erhältlich im Reformhaus. Zum Binden von Saucen, Kompotten, Suppen.
Es stärkt die gute Darmflora, fördert den Aufbau der Magenschleimhäute und reinigt den Darm. Nach TCM kühlt es den Magen, stärkt das Milz-Qi und ebenso das Yin.
Zur Begleitung einer Antibiotikatherapie (oder danach):
1-2 Wochen lang jeden Tag 1 EL Kuzu in wenig kaltem Wasser auflösen, kurz in Wasser oder Kompott oder Apfel-/Birnensaft aufkochen und trinken. Du kannst es auch in einer Suppe, einem Kompott oder Brei mitkochen.
Quintessenz
Wenn du deine Darmflora unterstützen willst, verwende regelmäßig kleine Mengen der oben angeführten Nahrungsmittel. Du kannst auch zwischendurch eine Kur machen und eine Woche jeden Tag ein bestimmtes Mittel zu dir nehmen.
Achte dabei immer auf dein Bauchgefühl, ob dir diese Mittel zusagen oder nicht. Bei mir ist zum Beispiel so, dass ich nach rohem Sauerkraut Bauchschmerzen bekomme, das ist also nichts für mich.
Dafür liebe ich Misopaste, die ich regelmäßig in meine Suppen und Gemüsespeisen einrühre.
Bitte vergiss nicht, dass das Beste, was du für deinen Darm tun kannst, regelmäßige Mahlzeiten aus hochwertigen Zutaten sind. Einzelne Nahrungsmittel können nicht die negative Wirkung von Fast Food, zu vielen Süßigkeiten oder zu viel Alkohol aufheben.
Wenn du gemeinsam mit mir deine Ernährung umstellen willst, um dich wohler zu fühlen, deine Symptome Schritt für Schritt zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen, freue ich mich, dich in meinem Onlinekurs "Trust your Body - Finde deine typgerechte Ernährung nach TCM" zu begrüßen. 3 Monate lang bekommst du Videos, Audios und Texte mit alltagstauglichen und typgerechten Tipps, aufbauend auf dein Ergebnis des Diagnosefragebogens zum Herausfinden deines Typs nach TCM, und ich unterstütze dich in 3 Frage-Antwort-Webinaren. Du kannst jederzeit mit dem Kurs beginnen. Gemeinsam schaffen wir es!
Wie sind deine Erfahrungen mit dem Aufbau der Darmflora? Hast du schon einige der oben genannten Nahrungsmittel probiert? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Kommentare
Liebe Katharina! Wie genau wirkt der Brottrunk nach TCM? Liebe Grüße, Regina
Liebe Regina,
Nach TCM wirkt Brotdrunk eher leicht kühlend bis neutral und unterstützt vor allem Milz, Magen und Darm durch seine fermentierte, „lebendige“ Qualität. Er kann Stagnationen und sogenannte „Feuchte-Hitze“ im Darm etwas bewegen und die Verdauung regulieren, ist aber z.B. Müdigkeit nach dem Essen, Frieren, Erschöpfung, Schwindel) manchmal zu kühl und säuerlich, besonders in größeren Mengen oder direkt aus dem Kühlschrank. Besser zimmerwarm und nur in kleinen Mengen.
Liebe Grüße
Elfi (Assistentin von Katharina)
Liebe Regina,
Nach TCM wirkt Brotdrunk eher leicht kühlend bis neutral und unterstützt vor allem Milz, Magen und Darm durch seine fermentierte, „lebendige“ Qualität. Er kann Stagnationen und sogenannte „Feuchte-Hitze“ im Darm etwas bewegen und die Verdauung regulieren, ist aber z.B. Müdigkeit nach dem Essen, Frieren, Erschöpfung, Schwindel) manchmal zu kühl und säuerlich, besonders in größeren Mengen oder direkt aus dem Kühlschrank. Besser zimmerwarm und nur in kleinen Mengen.
Liebe Grüße
Elfi (Assistentin von Katharina)
Hallo,
Mir ist bekannt, dass sich die Stärke in Reis und Nudeln durch das abkühlen umwandelt (24 Stunden) und dadurch Darm freundlich wird. Das gilt aber auch zb für Bratkartoffeln oder Nudelauflauf. Wiedererhitztes gilt in der TCM eher verschlackend, oder?
Lg Stephanie
Liebe Stephanie,
aufwärmen ist nur in der TCM in der Mikrowelle nicht ideal, weil es das Qi zerstört. Aus westlicher Sicht ist bei Histaminintoleranz Vorsicht geboten. Ansonsten spricht aus der TCM-Sicht nichts dagegen, Mahlzeiten aufzuwärmen (besser immer mit frischen Lebensmitteln aufwerten).
Liebe Grüße
Elfi (Assistentin von Katharina)
Hallo Katharina,
ich koche seit einigen Wochen nach den Rezepten aus deinem Wechseljahre Kochbuch, dass ich sehr gut finde! Nun ist bei einer Stuhluntersuchung herausgekommen, dass die Zusammensetzung nicht stimmt und die Werte alle an der Grenze sind. Ich bin jetzt etwas verunsichert, inwiefern die Ernährungsumstellung mit einer Ernährung die sich positiv auf den Darm auswirkt verträgt. Ich habe z.b das Bedürfnis Knoblauch zu essen, obwohl es wahrscheinlich die Hitzewallungen verstärkt. Kannst du dazu etwas sagen? Liebe Grüße Connie
Liebe Connie,
danke für deinen Kommentar und das nette Feedback zum Buch über die Wechseljahre, das freut mich!
Zu deiner Frage: ich denke, das sind einfach zwei verschiedene Herangehensweisen, jene nach der TCM und die schulmedizinische. Nach der TCM würde man z.B. schauen, ob du eher Feuchtigkeit hast (ungeformter, zu weicher Stuhl, Durchfall) oder Trockenheit (harter Stuhl), ob Qi-Stagnation, Qi-Mangel, Hitze oder Kälte da sind, je nachdem dann Feuchtigkeit ausleiten, kühlen etc. Und dann würde ich keinen Knoblauch essen, wenn du die Hitze mit den Hitzewallungen eh schon spürst. Du kannst dich aber natürlich auch für eine andere Herangehensweise entscheiden, da gibt es nicht die absolute Wahrheit. Frage deinen Bauch und dein Herz und entscheide für dich, was du tun willst. Mit dem Wissen, dass du es ja wieder ändern kannst, wenn es doch nicht passt.
Liebe Grüße,
Katharina
Danke dir, liebe Katharina, für die Erläuterungen. Ich werde es einfach mal mit Kuzu probieren, vielleicht hilft es mir ja, meine guten Darmbakterien zu vermehren und damit auch meine Abwehrkräfte wieder zu stärken.
Liebe Grüße und danke, dass du dir die Zeit nimmst! Connie
Bei mir wurde vor Kurzem eine Glutenunverträglichkeit festgestellt. Was kann ich noch tun ausser Gluten zu vermeiden, was sehr anstrengend ist.
Liebe Astrid.
In dem Fall kann ich dir nur empfehlen glutenhaltige Lebensmittel zu meiden. Sofern eine Zölliakie diagnostiziert wurde, kommst du ohnehin nicht daran vorbei.
Ansonsten kannst du es aktuell nur meiden und deine Mitte und deinen Darm stärken.
Alles Liebe,
Marina (Assistentin von Katharina)
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