Psoriasis (Schuppenflechte): Ursachen nach TCM und 5 Ernährungstipps

Schuppenflechte ist nach TCM Bluthitze. Behandlung: kühlen!
Kennen Sie jemanden, der Psoriasis hat? Ihre Antwort ist wahrscheinlich "ja", da Schuppenflechte eine der häufigsten Hautkrankheiten ist. In Österreich sind immerhin rund 300.000 Menschen davon betroffen (Quelle und Basis-Info). 
 
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Ursachen die Schuppenflechte nach TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) hat und welche 5 Ernährungstipps Ihrer Haut helfen.

Falls Sie selbst betroffen sind, haben Sie wahrscheinlich schon vieles ausprobiert, um endlich von den Plaques und dem Juckreiz befreit zu werden. In der Schulmedizin gilt Psoriasis als nicht heilbar, ihre Symptome können aber gelindert werden. Beispiele: Lichttherapie, Cortison.
 
Die Traditionelle Chinesische Medizin behandelt Schuppenflechte vor allem mit TCM-Kräutern, die Sie von TCM-ÄrztInnen bekommen (z.B. Dr. Nicole Konrad in Wien). 
 
Eine richtige Ernährung ist aber die Basis, damit die Haut dauerhaft gut wird. Kräuter alleine sind zu wenig!
 
Leider gibt es nicht das eine Wunder-Nahrungsmittel, das alles wieder gut macht. Viel wichtiger ist, die ungünstigen Nahrungsmittel wegzulassen! Aber zuerst einmal zu den Ursachen der Schuppenflechte.

Hauptursachen von Psoriasis nach TCM:

 
1. Bluthitze
  • je röter, desto mehr Hitze
  • je aktiver der Verlauf (neue Läsionen), desto mehr Hitze
2. Blutmangel
  • chronischer Zustand
  • selten neue Läsionen
  • dünne Plaques
  • sehr trockene Haut
3. Feuchtigkeit
  • geschwollene, schmerzhafte Finger und Zehen (Psoriasis arthritis)
  • mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen
4. Wind
  • starker Juckreiz
  • ausgeprägte Schuppung
Quelle: Leitfaden Chinesische Medizin, Focks/Hillenbrand
 
Die Psoriasis heißt in der TCM "weiße Entzündung". Ich verstehe das so, dass die Haut nicht gerötet sein muss, eine Entzündung aber immer vorhanden ist.

Entzündung = Hitze

Ernährungstipp Nummer 1 und der wichtigste von allen ist daher:

Reduzieren Sie alle hitzigen Nahrungsmittel und Getränke!
 
Dazu gehören: scharfe Gewürze, Ingwer, Zimt, Alkohol, Rauchen, Kaffee, frittiertes und gegrilltes und scharf angebratenes Fleisch, Fast Food, Kakao
 
Gehen Sie gerne in die Sonne? Passen Sie gut auf, dass Sie keinen Sonnenbrand bekommen. Dieser tut Menschen mit Schuppenflechte noch schlechter als anderen.
 
Stress und Zorn sollten Sie ebenfalls reduzieren, da sie innere Hitze erzeugen und die Psoriasis verschlimmern. 
 
Stress macht übrigens auch Wind im Körper und verstärkt damit den Juckreiz (siehe oben).
 
Extra-Tipp bei Juckreiz: Trinken Sie Tee aus Chrysanthemenblüten (Flos Chrysanthemi Morifolii, Ju Hua). Diese bekommen Sie in TCM-Apotheken. Chrysanthemenblüten zerstreuen Wind und klären Hitze.

Ernährungstipp Nummer 2:

Kühlen Sie Ihre Bluthitze mit Gemüsesuppen und Kompotten!
 
Apfel- und Birnenkompott schmecken nicht nur gut, sondern wirken auch noch sanft kühlend. Das heißt, sie kühlen das Blut, ohne die Verdauung zu belasten. 
 
Rohkost wirkt noch kühlender, ist aber bei Verdauungsproblemen mit Vorsicht zu genießen.
 
Gemüsesuppen wirken ebenfalls kühlend. Lassen Sie aber Knoblauch, Lauch, Zwiebel und scharfe Gewürze weg, da diese wiederum hitzig sind.
 
Kompotte und Gemüsesuppen tun übrigens auch Ihrer trockenen Haut gut.

Ernährungstipp Nummer 3:

Stärken Sie Ihr Blut mit folgenden Nahrungsmitteln und Getränken:
 
rote Beeren, rote Rübe (und -Saft), roter Traubensaft, Petersilie, Brokkoli, Spinat, Mangold, Linsen, schwarzer Sesam, Rosinen, Datteln, Aprikose (trocken oder frisch), Pinienkerne, Karotte, Dinkel, Ei
 
Wenn die Symptome des Blutmangels (siehe oben) bei Ihnen vorherrschen, dann probieren Sie folgende Kur:
 
Trinken Sie 2 Wochen lang jeden Tag 1/8 Liter roten Rübensaft oder roten Traubensaft, nicht kalt.

Ernährungstipp Nummer 4:

Lassen Sie die Kuhmilch weg!
 
Das gilt besonders für alle, die mit ihren Gelenken Probleme haben. 
 
Kuhmilch wirkt nach TCM stark befeuchtend (Video). Feuchtigkeit spielt bei Psoriasis arthritis eine große Rolle. 
 
Wenn Sie außerdem noch Übergewicht haben, zu weichen Stühlen oder Durchfall neigen sowie Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) haben, tut Ihnen der Verzicht auf Kuhmilch auf jeden Fall gut!
 
Übrigens: neben Kuhmilch ist Zucker ein großer Übeltäter, was das Entstehen von pathogener Feuchtigkeit betrifft. 

Ernährungstipp Nummer 5:

Halten Sie sich von Industriekost und Fertigprodukten fern!
 
Alle künstlichen Zutaten, die Sie über Ihr Essen aufnehmen, müssen wieder ausgeschieden werden. 
 
Da der Darm bei Hautproblemen seine Aufgabe der Entgiftung nur eingeschränkt umsetzen kann, muss die Haut mithelfen!
 
Wenn Sie Ihre Haut entlasten wollen, vermeiden Sie alles, was der Körper nicht rückstandslos verdauen kann. Und dazu gehören alle Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, Zusatzstoffe etc.
 
Extra-Tipp: Trockenfrüchte sind oft mit dem Konservierungsmittel Schwefeldioxid bearbeitet. Diese fördert Bluthitze! Kaufen Sie Bio-Trockenfrüchte, die ungeschwefelt sind.
 
Und noch ein Tipp zum Lebensstil: Achten Sie auf Ihre Psyche und Ihr Wohlbefinden!
 
Haben Sie eine "dünne Haut"?
 
Menschen mit Hautproblemen reagieren oft empfindlicher als andere auf Stress und Konflikte.
 
Gleichzeitig sorgt die Schuppenflechte mit ihrem Juckreiz und dem Erscheinungsbild für noch mehr Stress! (Als Neurodermitikerin kenne ich das übrigens nur zu gut.)
 
Deshalb zahlt es sich doppelt aus, Strategien zu lernen, um mit diesem Stress umzugehen. Das kann Meditation sein, autogenes Training oder eine Psychotherapie.
 
Viele Wege führen nach Rom! Suchen Sie sich Ihren aus und nehmen Sie dabei Hilfe an. Ihre Haut wird es Ihnen danken. Und Ihre Seele auch. Aber die zwei hängen ja zusammen, wie wir alle wissen.

Quintessenz:

  • Psoriasis bedeutet nach TCM zu viel Hitze im Körper.
  • Streichen Sie stark erhitzende Nahrungsmittel wie scharfe Gewürze, Alkohol und Kaffee von Ihrem Speiseplan.
  • Kochen Sie selbst mit frischen Zutaten. Essen Sie Fertigprodukte oder Fast Food nur in Ausnahmefällen.
  • Achten Sie auf einen ausgeglichenen Lebensstil mit ausreichend Schlaf und Ruhepausen. 
  • Lernen Sie Ihr persönliches Stress-Level kennen und gehen Sie nicht zu oft darüber.
  • Halten Sie sich von Alltagsgiften wie Zigaretten, Alkohol und Kaffee fern.
Wollen Sie jetzt Ihre Ernährung umstellen und brauchen dabei Unterstützung? Ich bin gerne für Sie da!
 
Vielleicht interessiert Sie auch mein Artikel über die Ursachen von Neurodermitis.

Kommentare

Vielen Dank für ihre Antwort.
Eine Frage habe ich drozdem noch warum kein Kaffee? Und leider mache ich Pro tasse 2 Löffel Zucker dran kann man da was anderes zum Süßen nehmen?

Als ich meinen Hautarzt fragte, ob man mit Diät bzw. ausgesuchte Nahrungsmitteln positiv auf Psoriasis einwirken kann, verneinte er dieses.
Ehrlich gesagt, scharfe Lebensmittel werden ohnehin freiwillig gemieden, spätestens wenn sich die Psoriasis über Intimbereich und Anus breit gemacht hat. Wenn diese Körperregionen permanent offene Wunden sind, hört man ganz automatisch auf mit scharfen Gewürzen.
Ich vermisse im Artikel die Wirkung bestimmte Medikamente.
Seit etwa 12 Wochen muss ich Blutdruck senkende Medikamente einnehmen und ich bin bald am verzweifeln! So vermehrt hat sich mein Psoriasis seit 5 Jahren nicht!
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum man nur Kortison Erleichterung verschaffen kann( allerdings auch nur begrenzt).

Liebe Erika,
danke für deinen Kommentar!
Vielleicht magst du dir Hilfe bei einem TCM-Arzt/Ärztin suchen, mit Medikamenten kenne ich mich nicht aus. Ich denke, dass man mit TCM-Kräutern da sicher etwas machen kann, um deine Situation zu verbessern.
Alles Gute und liebe Grüße,
Katharina

Wenn man die Psoriasis betrachtet, muss man Neurodermitis betrachten. In dem Begriff Neurodermitis steckt das wort NEURO drin ... der Weg zur Heilung ist darin bereits gezeichnet. Die Psoriasis ist im Grunde nur eine "doppelte Neurodermitis"in unterschiedlichen Stadien .... Anlehnung an Dr. Hamer / Neue Medizin, sowie unzählige Beobachtungen aus der ganzheitlichen Gesundheitsberatung. Einfach mal in Erwägung ziehen. Dass die Ernährung eine gewichtige Rolle für unsere Gesundheit übernimmt steht völlig außer Frage, nur nicht ausschließlich. Ganzheitlichkeit !!

MfG

Die gesamte Betrachtung des Körpers spielt sicher eine Wesentliche Rolle, den Weg der Heilung über die Herleitung von PSO über Neurodermitis möchte ich aber nicht so stehen lassen:

>>Die Bezeichnung Neurodermitis stammt aus dem 19. Jahrhundert. Damals meinte man, die Ursache der Hauterkrankung sei eine Nervenentzündung. Später wurde diese Ansicht widerlegt, die Bezeichnung ist aber weiterhin geläufig.

Lieber Ralph,
danke für Ihren Kommentar! Ja, das Wort "ganzheitlich" ist auf jeden Fall zutreffend, auch für mich.
Liebe Grüße,
Katharina

Liebe Katharina,

danke für diesen wunderbaren Artikel - endlich ein Lichtblick nach mehreren hautärztlichen Diagnosen der Unheilbarkeit, oder Aussagen wie "Glückwunsch, das wird mit dem Alter noch schlimmer". Ich verfolge deine FB-Seite schon länger, aber auf diesen Artikel bin ich erst jetzt über die Obstsorten bei Neurodermitis gestoßen.

Ich hätte eine Frage zu Zimt und Zwiebel - welche Alternativen gibt es denn dazu? Zimt verwende ich meistens als Alternative zu Zucker, v.a. in Porridge oder Kompotten oder auch bei Kuchen. Wenn ich das weglasse, schmeckt es ja nach nix mehr? Auch bei Lauch/Zwiebel, die Geschmacksverstärker in Suppen und Eintöpfe sind (und v.a. mein Lebensgefährte gerne dabei hat) - was würde denn stattdessen gehen?

Danke schon mal für eine kurze Antwort!
Lieben Gruß, Claudia

Liebe Claudia,
danke für deinen netten Kommentar!
Statt Zimt verwende ich gerne schwarzes Vanillepulver (aus der Rinde), das ist thermisch neutral. Oder ein bisschen Kardamom, das ist zwar wärmend, aber weniger als Zimt.
Statt Zwiebel/Lauch empfehle ich gemahlene Bockshornkleesamen oder Asafoetida (ein Gewürz aus der Ayurveda, von dem man nur eine kleine Prise nimmt, sonst wird es bitter). Die Bockshornkleesamen sind auch wärmend, aber bekömmlicher als Zwiebel und Lauch. Sellerie gibt auch einen guten Geschmack in der Suppe und einfach viele Kräuter (frisch und getrocknet) verwenden. Liebstöckl ist das typische Suppengewürz.
Liebe Grüße,
Katharina

Liebe Katharina,
vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Ich bin selber Psoriatiker und die Ernährungsumstellung im Sinne der TCM hat mir sehr geholfen. Auf entzündungsfördernde Nahrungsmittel wie Schweinefleisch verzichte ich sogar ganz. Entzündungshemmende Nahrungsmittel wie Meeresfisch mit Omega 3 genieße ich hingegen oft. Sehr gute Erfahrungen habe ich auch mit der Klimatherapie am Toten Meer gemacht. Nach nur vier Wochen in einer Rehabilitationsklinik in Israel am Toten Meer war ich komplett erscheinungsfrei. Wichtig ist, dass man die Klimatherapie auch richtig umsetzt. Was man genau machen muss und wo man die besten Kliniken findet erfährt man auf psoriasismasterplan.com. Da Schuppenflechte nicht heilbar ist, geht es danach darum zu schauen, dass man möglichst lange erscheinungs- und beschwerdefrei bleibt. Da habe ich mit den Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin sehr gute Erfahrungen gemacht. Hilfreich ist es auch, wenn man in einer Selbsthilfegruppe mitmacht. Selbsthilfegruppen findet man über die Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft http://psoriasis-selbsthilfe.org. Alles zu den natürlichen Therapien findet man unter www.psoriasismasterplan.com. Was denkst du Katharina, ist es für Psoriatiker sinnvoll ergänzend zur Ernährungsumstellung auch noch Nahrungsergänzungsmittel wie Omega 3 und das entgiftende Chlorella zu nehmen? Allen Menschen mit Schuppenflechte wünsche ich viel Erfolg. Gebt nicht auf!

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