Verstopfung bei Babys und Kleinkindern – was Ihrem Kind nach TCM hilft

Kind sitzt auf dem Topf - Verstopfung betrifft viele Kinder

Ihr Kind hat oft Bauchweh und Schmerzen beim Stuhlgang? Und Sie leiden mit ihm, wissen aber nicht, wie Sie ihm helfen können? Hier erfahren Sie bewährte Hausmittel nach TCM, die Verstopfung lindern!

Wann spricht man von Verstopfung?

Bei Babys bis zu 1 Jahr ist es normal, wenn sie bis zu 12 Tagen keinen Stuhl haben. Das gilt besonders für gestillte Kinder. Wenn es Ihrem Baby sonst gut geht und es keine Schmerzen hat, ist alles in Ordnung!
 
Wenn der Stuhl Ihres Babys allerdings hart ist und es sich sehr plagen muss, ist es eine Verstopfung.
 
Mit Beginn der Beikost kann Verstopfung ein Zeichen dafür sein, dass die neuen Nahrungsmittel für Ihr Kind noch zu schwer bekömmlich sind. Lassen Sie die möglichen Auslöser weg und probieren diese einige Monate später erneut. Die kindliche Verdauung braucht Zeit, sich zu entwickeln!
 
Kleinkinder ab 1 Jahr sollten laut TCM täglich, zumindest aber alle 2 Tage Stuhl haben.
 
Geht Ihr Kind seltener aufs Klo? Solange es nicht unter Schmerzen leidet und der Stuhl normal geformt ist, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.
 
Gehen Sie mit Ihrem Kind von Anfang an zu fixen Zeiten aufs Klo – der Darm ist ein Gewohnheitstier! Nach dem Frühstück ist zum Beispiel eine gute Zeit. Planen Sie dafür genügend Zeit und Ruhe ein.
 
Bob Flaws unterscheidet in seinem Buch zu Kinderkrankheiten zwei Arten der Verstopfung:

Verstopfung aufgrund von Nahrungsstau im Magen (harter Stuhl):

  • Weiteres Zeichen: Mundgeruch. 
  • Innere Hitze und Fülle stehen im Vordergrund. 
  • Ihr Kind ist eher hitzig, bekommt leicht einen roten Kopf und ist temperamentvoll.
  • Ihr Kind hat viel Durst und einen guten Appetit.

Verstopfung aufgrund von mangelndem Milz-Qi (weicher Stuhl):

Die Verdauungsenergie ist zu schwach, um den Stuhl nach unten zu befördern. 
  • Weiteres Zeichen: blaue Vene oberhalb der Nasenwurzel. 
  • Innere Kälte und Mangel stehen im Vordergrund.
  • Ihr Kind fühlt sich eher kühl an, ist blass und müde.
  • Ihr Kind hat wenig Durst und Appetit.
Oft sind nicht alle Zeichen vorhanden! Wenn Sie Ihr Kind nicht genau einordnen können, machen Sie die folgende Bauchmassage einfach ohne kleine Kreise und verzichten zur Sicherheit auf Einläufe.

Hausmittel Bauchmassage nach Bob Flaws:

Massieren Sie den Bauch Ihres Kindes von rechts unten (aus Sicht des Kindes) im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel herum nach links unten. Diese Richtung folgt dem Lauf des Dickdarms.
 
Nun machen Sie während dieser Massage kleine Kreise. Die Richtung der kleinen Kreise hängt vom Typ der Verstopfung ab: Beim Fülle-Typ massieren Sie im Uhrzeigersinn, beim Mangel-Typ gegen den Uhrzeigersinn. 
 
Wiederholen Sie diese Massage am besten täglich. Wenn es Ihrem Kind gefällt, auch öfters am Tag!

Hausmittel Einlauf mit warmem Wasser:

Machen Sie Ihrem Kind einen Einlauf mit einem Irrigator. Nehmen Sie als Flüssigkeit warmes Wasser. 
 
Dieser Tipp gilt nur für den Fülle-Typ! 
 
Einläufe sollen keine Dauerlösung sein, sondern nur ab und zu angewendet werden.

Was Verstopfung verschlimmert:

  • weißer Reis
  • Nudeln
  • Karotten
  • Brot
  • Schokolade
  • Kuhmilch
  • Backpulver und Hefe (Quelle: Paul Pitchford)
  • zu große Mengen essen
  • ständig essen, ohne mindestens 3-stündige Pausen

Was Ihrem Kind bei Verstopfung hilft:

  • gekochtes Frühstück (Rezepte)
  • Birnenkompott und Birnenmus
  • Apfelkompott
  • Trockenpflaumen und -feigen (über Nacht in Wasser einweichen, am nächsten Tag essen und trinken)
  • feuchter warmer Bauchwickel (kleines Handtuch in warmes Wasser tauchen und auf Bauch legen)

Wichtig bei hartem, trockenem Stuhl:

  • genügend gute Fette (Olivenöl, Butter, Obers, Sesamöl, Mandelmus)
  • saftiges Essen wie Gemüsesuppen, Eintöpfe und Kompotte - täglich!
Vergessen Sie bitte auch nicht, Ihrem Kind genügend zu trinken zu geben! Das beste Getränk für alle Kinder (nach der Muttermilch-Zeit) ist lauwarmes Wasser. 
 
Je trockener Ihr Kind isst (also Brot, Knabbereien, Rohkost, Fleisch, salzig), desto mehr zu trinken braucht es.
 
Je mehr Suppen, Kompotte und saftiges Gemüse Ihr Kind isst, desto weniger braucht es zu trinken.
 
Andere Ursachen für Verstopfung:
  • zu wenig Bewegung
  • schlechte Sitzhaltung auf der Toilette (keine Fußstütze)
  • hektischer Tagesablauf mit zu wenig Zeit und Ruhe für den Stuhlgang

Quintessenz:

Die Ursachen von Verstopfung nach TCM sind entweder zu häufiges und unbekömmliches Essen oder eine schwache Verdauung (mangelndes Milz-Qi). Bei größeren Kindern ist auch zu wenig Bewegung ein Auslöser. 
 
Wenn Ihr Baby also Verstopfung hat, trösten Sie es nicht mit einem Flascherl oder Essen, sondern geben Sie ihm eine Bauchmassage oder einen warmen Wickel.
 
Versuchen Sie, die Ernährung Ihres Kindes dauerhaft auf ein warmes Frühstück umzustellen. Geben Sie ihm oft Gemüsesuppen und Kompotte und ausreichend warmes Wasser zu trinken.
 
Reduzieren Sie unbekömmliches Essen wie Brotmahlzeiten, üppige Fleischmahlzeiten oder Fertigprodukte.
 
 
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Kommentare

Hallo,
Mein Sohn ist 5 Jahre alt. Als er ca. 4 Monate Alt war, hat sich sein Stuhl verändert( dunkel, flüssig) er bekamm beim Stillen rote Flecken im Gesicht. Ich habe vollgestillt. Er hat langsam abgenommen, wuchs nicht mehr richtig. Sein ganzes ersten Jahr hatte er darmentzündung. Der Kinderarzt sollte nur abwarten obwohl dem Kind nicht gut ging. Er war kein frühen (normale Gewicht und Größe). War erste Zeit über durchschnittlich Gross. Jetzt ist mein kleiner untergewichtig und seine Größe liegt unter der untersten pertentile. Offiziell haben wir wachstumstörungen ( laut U8) . Lag das alles an Kuhmilchallergie? Wird er seine Größe nachholen? Er ist immer noch schlecht.

Liebe Svetlana,
danke für deinen Kommentar!
Ich kann mir vorstellen, dass du dir Sorgen machst. Es ist nicht schön, wenn der Kinderarzt die Ängste von uns Mamas nicht ernst nimmt. Warst du schon mal bei einem alternativen Mediziner mit deinem Kleinen? Vielleicht könnte ein TCM-Arzt oder auch ein praktischer Arzt mit einem integrativen Ansatz weiterhelfen, auch Homöopathie oder Osteopathie. Bist du auf Facebook? Falls ja, komm doch in meine offene Facebook-Gruppe "TCM-Power", dort bekommst du sicher einige Tipps für passende ÄrztInnen in deiner Gegend (wir sind über 7.500 Mitglieder): https://www.facebook.com/groups/918102265024565/
Liebe Grüße,
Katharina

Liebe Katharina,
Meine Tochter ist 3 und leidet unter starke Verstopfung. Nun hat sie seit 3 Tagen keinen Stuhlgang und hat ständig schmerzen tag und nacht.
Sie versucht zu drucken, ganz feste, ohne Erfolg.
Wir haben mit Milchzucker, Glycerin Zäpfchen, Babylax, Movicol und auch Einspritze mit warmen Wasser versucht.
Nix!
Ich gebe ihr Viel Birne und Gemüsebrei aber viel isst sie momentan nicht.
Beim Kinderarzt waren wir auch schon. Es geht ihr wirklich schlecht. Was kann ich noch machen?
Vielen herzlichen Dank!!

Liebe Claudia,
danke für deinen Kommentar! Ich kann mir vorstellen, dass du als Mama mitleidest, und wünsche deiner Tochter baldige Besserung. Habt ihr schon naturtrüben Apfelsaft probiert, lauwarm getrunken?
Ansonsten würde ich wohl versuchen, sie abzulenken, also den Fokus vom Bauch wegzunehmen. Mit ihr hinausgehen, bewegen, was Schönes unternehmen. Wenn wir aufhören, an etwas zu denken, klappt es oft besser.
Liebe Grüße,
Katharina

Hallo mein tochter ist 2 1/2 seit über eine jahr leidet sie an verstopfung, wir waren mehrmals beim Arzt und ist immer das selbe alles ist ok und immer movicol verschrieben bekommen. Ich weiß nicht mehr weiter. Kindergarten sind auch schon verzweifel.

Liebe Blessing,
danke für deinen Kommentar!
Falls du bei der Ernährung schon die oben genannten Tipps umsetzt (gekochtes Frühstück, saftiges Essen, weniger Süßes, weniger Brot...), würde ich dir empfehlen, zu einem TCM-Arzt/Ärztin in deiner Nähe zu gehen. So könnt ihr mit einer genauen Diagnose der Ursache auf die Spur kommen und oft helfen die TCM-Kräuter sehr gut und sie haben keine Nebenwirkungen.
Liebe Grüße und alles Gute,
Katharina

Hallo!
Mein Sohn hat seit der Beikost Einführung Verstopfung.
Er wird im Mai 3.
Es hilft nichts natürliches!
Alles was wir über das Essen versuchen, und ich meine WIRKLICH alles, funktioniert nicht.

Er hat keinen Harten Bauch, kein Bauchweh, frisst wie ein Scheunendrescher und trinkt wie ein Loch.
Es ist unglaublich, wenn er denn alke paar Tage Mal Stuhlgang hat, und der so dick ist wie mein Handgelenk...

Die Ärzte sagen,der Darm sei gesund. Sollte ich Kuhmilch weg lassen?
Haben wir ja bereits versucht...
Er trinkt noch seine Flasche und verabscheut jeden Milchersatz. Mandelmilch, Kokosmilch und Soja wirs angewidert ausgespuckt.

Was kann man da noch machen, wenn das Kind so hartnäckig Verstopfung hat?

Liebe Anke,
danke für deinen Kommentar!
Wenn er keine Schmerzen oder andere Probleme durch den seltenen Stuhlgang hat, würde ich mir nicht allzu viele Sorgen machen. Vielleicht ist das einfach sein Stoffwechsel. Aber du hast schon Recht, die Kuhmilch wegzulassen wäre einen Versuch wert. Man müsste es allerdings länger versuchen, also mindestens einige Wochen, um eine Wirkung zu merken.
Vielleicht könntet ihr noch zu einem TCM-Arzt/Ärztin gehen für Kräuter oder auch Homöopathie probieren.
Liebe Grüße und alles Gute,
Katharina

Hallo,
Mein sohn ist 3 und hat jetzt schon über einem jahr probleme mit dem stuhlgang. Er geht zwar fast täglich od jeden zweiten tag doch sind es meist nur ein paar kugelchen also nicht wirklich viel. Er hat auch für sein alter zuviel gewicht also 23 kg wiegt er nun bei 100cm körpergrösse. Er ist ziemlichaktiv isst viel gemüsesuppe und kaum brot aber leider nascht er gerne und hauptsächlich schokolade trotzdem nimmt er rasant zu. Ich habe die nascherei reduziert aber trinkt auch zweimal täglich rohmilch ca 150ml. Wo muss ich mit ihm hin um eine lösung für unser stuhlproblem und des rasanten zunehmens zu stoppen? Danke für deine antwort

Liebe Gül,
danke für deinen Kommentar!
Aus TCM-Sicht würde ich die Milch weglassen, die ist sehr nahrhaft und befeuchtend, wenn er eh schon zu viel wiegt. Naschen zu reduzieren ist sicher auch gut. Hast du die Tipps aus dem Artikel schon probiert? Vielleicht steckt auch eine Unverträglichkeit dahinter.
Wenn du dir Sorgen machst, gehe auf jeden Fall zum Kinderarzt/-ärztin mit ihm.
Liebe Grüße und alles Gute,
Katharina

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