5 Dinge, die ich als TCM-Anfängerin gerne gewusst hätte

Foto aus einem Kühlschrank heraus von einer Frau, die davor steht und nicht weiß, was sie essen soll. Im Kühlschrank sieht man Karotten, Orangensaft, Tomaten und anderes.

Vor genau 15 Jahren habe ich mit meiner Ausbildung zur TCM-Ernährungsberaterin begonnen, und ich weiß noch genau, wie verwirrt ich zu Beginn oft war. Was darf ich essen, was darf ich nicht essen? Eine Zeitlang habe ich etwa versucht, Brot durch Reiswaffeln und Maiswaffeln zu ersetzen. Bis ich draufgekommen bin, dass mich diese überhaupt nicht satt machen - und dass Brot in der TCM nicht verboten ist. 

Heute möchte ich 5 Dinge mit dir teilen, die ich damals gerne gewusst hätte. Ich hoffe, dass sie dir deinen persönlichen Weg mit der Ernährung nach der Traditionellen Chinesischen Medizin erleichtern und dir den einen oder anderen Umweg ersparen.

5 Dinge, die ich als TCM-Anfängerin gerne gewusst hätte

1. Du darfst dir Zeit lassen.

Wie geduldig bist du?

Ich bin nicht sehr geduldig. So wollte ich auch vor 15 Jahren am liebsten einen Plan haben, wie ich sofort zu 100 % auf die TCM umstellen kann und dabei alles richtig mache. Für immer.

Hmm, da ist ziemlich viel Druck drin und wenig Genuss, Freude und Leichtigkeit, oder?

Falls du dich hier wiedererkennst, möchte ich dir sagen, dass du locker lassen darfst. Fange einfach mal mit ein oder zwei Tipps aus der TCM an, wie etwa einem gekochten Frühstück, auch wenn es nicht jeden Tag ist. Probiere aus, was dir schmeckt und gut bekommt und dich angenehm satt macht. 

Wenn du etwa Brot, Kuhmilch und Zucker weglassen möchtest (diese sind nach TCM alle befeuchtend und damit eher schwer bekömmlich), nimm dir nicht zu viel auf einmal vor. Sonst besteht die Gefahr, dass du bald frustriert bist und das Gefühl hast, du darfst nicht mehr essen, was dir schmeckt. Und alles wieder hinschmeißt.

Besser: Iss weiter, was dir schmeckt, aber weniger davon. Und probiere neue Rezepte und Nahrungsmittel aus, damit du köstliche und gesunde Alternativen zu deinen bisherigen Gewohnheiten kennenlernst. 

Wie lange hat es bei mir gedauert, bis ich wirklich meine für mich passende, alltagstaugliche Ernährung nach TCM gefunden habe? Ich denke, es war auf jeden Fall etwa ein Jahr. Also Geduld!

2. Achte darauf, dass du beim Essen satt wirst.

Vor lauter Reis und gekochtes Gemüse essen, weil das so gut die pathogene Feuchtigkeit ausleitet, vergessen wir oft, dass Essen uns vor allem nähren und satt machen soll. 

Und dazu brauchen die meisten von uns gute Fette und Eiweißquellen wie Ei, Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchte. Dabei kommt es auf die Kombination an. Es ist ein Unterschied, ob du Schnitzel mit Pommes isst oder Geschnetzeltes mit Gemüse und Reis. Traue dich ruhig, dich satt zu essen, auch von der Menge her!

Was passiert, wenn wir uns bei den Hauptmahlzeiten nicht satt essen? Die Folge ist häufig, dass wir Heißhunger auf Ungesundes bekommen. Dann stopfen wir am Abend Wurstbrote, Pizza, Chips und Kekse in uns rein, weil wir untertags einfach nicht das bekommen haben, was unser Körper braucht. 

Achte also beim Frühstück und Mittagessen darauf, dass du mindestens 2,5 oder 3 Stunden satt bleibst. Am Nachmittag empfiehlt sich für viele Menschen ein kleiner Snack, damit man am Abend nicht so ausgehungert nach Hause kommt. Das Abendessen ist in der TCM die am wenigsten wichtige Mahlzeit, hier sollten wir eher leicht und bekömmlich essen, damit die Mahlzeit uns nicht beim Schlafen stört. 

3. Es gibt keine Verbote. Du darfst alles essen.

Ich kann mich gut erinnern, wie wir in der Ausbildung unsere LehrerInnen immer wieder gefragt haben, was sie eigentlich so den ganzen Tag essen. Und wie überrascht wir waren, als dabei herauskam, dass der eine Lehrer gerne Kekse zwischendurch aß und eine andere Lehrerin beim Chinesen immer Ente bestellt hat, allerdings ohne Reis. Sie mochte einfach gerne Fleisch und aß es auch oft. 

Ist das erlaubt in der TCM? Ja! Tatsächlich gibt es keine Verbote, es ist immer eine Mengenfrage und was man für ein Typ nach TCM ist.

Das Geheimnis ist das Vertrauen auf den eigenen Körper und seine Signale. 

Wie geht es dir nach dem Essen? Und wie geht es deiner Verdauung?

Müdigkeit, Blähungen, zu weicher Stuhl deuten etwa darauf hin, dass dein Essen noch nicht ideal für dich ist. Wenn du hingegen voller Energie bist, eine gute Verdauung hast, gut schläfst, meistens gesund bist bzw. dich schnell von Krankheiten erholst und du dich einfach wohl in deinem Körper fühlst, wird deine Ernährung wahrscheinlich sehr gut für dich passen.

4. Es kann dauern, bis deine Verdauung besser wird.

Oder andere Beschwerden. Gib dir einige Monate Zeit, um herauszufinden, wie dir die TCM-Ernährung bei Blähungen, Kopfweh, Hautproblemen, Schlafstörungen, Müdigkeit etc. helfen kann. 

Ich habe die TCM-Ernährung damals wegen meiner Neurodermitis entdeckt. Nach vielen Versuchen (von klassischem Cortison in meiner Jugend über Bioresonanz, Darmreinigungen und Nahrungsergänzungsmittel in meinen 20ern) hatte ich eigentlich schon aufgegeben und mich damit abgefunden, dass meine Haut für immer von Ekzemen, Juckreiz und Rissen gezeichnet sein wird. Doch dann hörte ich in meinem Chor von der TCM und dachte mir, ok, einen letzten Versuch gebe ich mir noch.

Und es hat wirklich funktioniert! Aber... Es hat ca. 1 Jahr gedauert, bis meine Haut wirklich stabil besser geworden ist. Und danach noch 1-2 Jahre, bis die Neurodermitis ganz weg war, bis auf seltenen Juckreiz in den Wintermonaten. Danach hatte ich einige Jahre Ruhe, bis meine Haut mich mit anderen Erscheinunungen überraschte - von Erythema multiforme bis zu Rosazea. Eine Zeitlang habe ich damit gehadert  und mir selber leid getan - jetzt mache ich so viel für meine Gesundheit und trotzdem ist die Haut wieder schlecht! 

Heute bin ich im Frieden mit meiner Haut und dankbar, dass ich mich insgesamt durch die TCM-Ernährung soo viel besser fühle als früher, kaum krank bin, viel mehr Energie habe und eine gute Verdauung. Und im Vergleich zu meiner Neurodermitis erscheinen mir meine heutigen Hautprobleme eher wie Problemchen, mit denen ich gut leben kann. 

Auch hier gilt wieder: Geduld.

Denke daran, wie lange du schon anders gegessen hast und seit wann du dich gesünder ernährst. In meinem Fall lagen beim Einstieg in die TCM ca. 30 Jahre mit viel Zucker (Schokolade!), Fast Food, Kakao und Tiefkühlkost hinter mir. Da darf der Körper schon mal eine Zeit lang brauchen, um sich davon zu erholen. Nicht zu reden von Stress, Traumata und anderen seelischen Einflüssen, die unseren Körpern zusetzen.

Das Gemeine ist, dass wir nie den Vergleich haben! Ich möchte nicht wissen, in welcher Verfassung ich heute wäre, wenn ich weiterhin täglich 100-200 Gramm Schokolade gegessen hätte und kaum Gemüse. 

5. Rückschläge sind normal und bedeuten nicht, dass deine Ernährungsumstellung umsonst war.

Ich dachte zu Beginn meiner TCM-Zeit immer, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem ich keine Lust mehr auf Schokolade oder Chips habe. Und dass das bedeutet, dass ich irgendwas in meiner Ernährung falsch machen würde. 

Heute kenne ich dieses Phänomen sehr gut von den TeilnehmerInnen in meinem Onlineprogramm "Trust your Body": Sie hadern mit sich, wenn sie nach den ersten motivierten Wochen dann doch wieder Kuchen essen oder die Schnitzelsemmel. Zum Glück kann ich ihnen dann versichern, dass sie absolut nichts falsch machen und das total normal ist. 

Wir sind alle von jahrelangen Gewohnheiten geprägt und diese sind nicht immer rational erklärbar. Gefühle, Familientraditionen (etwas Süßes bei Kummer!), gesellschaftliche Rituale (der Nachmittagskaffee! die große Geburtstagstorte und der Sekt!) beeinflussen uns alle mehr als wir denken. 

Wichtig ist: Mache dir keine Vorwürfe, wenn du sogenannte "Rückschläge" in deiner Ernährung hast. Sei mitfühlend und verständnisvoll mit dir selber. 

Und denke an folgende Weisheit aus der TCM: "Eine gut gepflegte Milz verzeiht kleine Fehler."

Das bedeutet, dass du einfach am nächsten Tag wieder dein gekochtes Frühstück isst und dir vielleicht eine Gemüsesuppe gönnst - und nicht mehr über den Tag davor nachdenkst. Dein Körper kann das gut verkraften!

Und wenn sich diese Rückschläge häufen, dann erforsche für dich selber, woran es liegt. Geht es dir gerade nicht gut und du möchtest dich mit dem Essen trösten? Welche Gefühle möchten von dir gesehen und verarbeitet werden? Wo kannst du dir dafür Unterstützung suchen? 

Damit kommst du viel weiter als mit Strenge oder Selbstverurteilung. 

Ich kann dir verraten, dass ich auch heute noch Zeiten habe, in denen ich in die Schokolade hineinfalle und so viel esse, bis mir fast schlecht ist. Jedoch ist das nicht mehr fast täglich, wie früher, sondern kommt alle paar Monate vor. Und dann kritisiere ich mich nicht dafür, sondern nehme mich genau so an, wie ich bin - als Mensch mit allem, was dazugehört, auch mit Fehlern. :)

Ich hoffe, dieser Artikel hat dir geholfen, noch entspannter mit deiner Ernährung zu sein! Falls du Fragen dazu hast, schreibe sie gerne in die Kommentare.

Wenn du gemeinsam mit mir deine Ernährung umstellen willst, um deine Symptome Schritt für Schritt zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen, freue ich mich, dich in meinem Onlinekurs "Trust your Body - Finde deine typgerechte Ernährung nach TCM" zu begrüßen. 3 Monate lang bekommst du Videos, Audios und Texte mit alltagstauglichen und typgerechten Tipps, aufbauend auf dein Ergebnis des Onlinefragebogens zum Herausfinden deines Typs nach TCM, und ich unterstütze dich in 3 Frage-Antwort-Webinaren und einer privaten Facebook-Gruppe. Du kannst jederzeit mit dem Kurs beginnen. Gemeinsam schaffen wir es!

Kommentare

Liebe Katharina,

lieben Dank für die tolle Seite! Auch wenn ich einiges schon im Blog gelesen habe, habe ich noch ein paar Fragen, wo Du mir vielleicht weiterhelfen kannst.
Ich nehme immer mehr zu. Hab Hashimoto, morgens öfter Schleim im Hals-Rachenbereich. Friere oft. Und wenn ich mal friere, dann krieg ich das auch nicht so leicht weg. Verdauung funktioniert nicht immer. Hab Cellulite und Venenschwäche.
Was immer schlimmer wird ist mein seborrhoisches Ekzem. Kopfhaut juckt ständig und verkrustet. Im Gesicht schuppt die Haut in der T-Zone/Augenbrauen.
Bin dauerverspannt. Grübel viel und bin meist belastet/gestresst. Esse gerne auch Unsinn wie Chips etc. und trinke gerne was leckeres wie Bier oder Prosecco oder Wein dazu (Wohlfühlwunsch/Belohnung).
Schlafe seit Jahren nicht mehr durch und träume viel.
So. Das sollte erstmal reichen :-)
Hatte überlegt, mal 1-3 Tage eine sanfte Reiskur (mit Obst/Gemüse) zu machen, um mal abzunehmen (4Kg würden reichen).
Was rätst Du mir?

Herzlichen Dank
Eylem

Liebe Eylema.

Ich denke am Wichtigsten ist es deine Mitte zu stärken. Das bedeutet: 2-3 mal am Tag warm zu essen, ein warmes Frühstück. Vermeide Lebensmittel, die Feuchtigkeit bilden, wie Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, Kuhmilchprodukte, Rohkost, Fast Food und vermeide Brotmahlzeiten. Um deiner Leber etwas Gutes zu tun, kannst du auch den Kaffee und Alkohol reduzieren.
Die Cellulite und die Venenschwäche deuten für mich auf eine schwache Milz hin. Das würdest du mit diesen Empfehlungen unterstützen können.
Vielleicht ist folgender Blogeintrag etwas für dich?

https://www.ernaehrungsberatung-wien.at/blog/46-merkmale-fuer-pathogene-...

Grübeln schwächt deine Mitte ebenso, also deine Milz. Gibt es denn einen Grund, dass du so viel grübelst? hast du sonst auch viel Stress bzw. wie gehst du generell mit Stress um?
Die trockene Haut könnte auf einen Yin Mangel und oder einen Säftemangel hinweisen. Ganz genau kann man das allerdings nur mit einer Ernährungsberatung sagen. Damit kann man individuell schauen, wo genau deine Schwächen liegen und was du dafür oder dagegen machen kannst.
https://www.ernaehrungsberatung-wien.at/onlinekurs/trust-your-body

Die Reiskur würde deine Feuchtigkeit bekämpfen, wäre aber für deine Haut zu trocken. Versuche saftiges Gemüse, gedünstetes Gemüse und oder Kompotte oder Muse zu dir zu nehmen.

Ich hoffe, dass ich dir damit etwas weiter geholfen habe.
Marina (Assistentin von Katharina)

Bild des Benutzers Marina S.

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