3 Dinge, die ich über das Glück gelernt habe
Geschrieben von Katharina Ziegelbauer am 22. Juli 2025 - 2 Kommentare
Würdest du das Leben gerne mehr genießen, voller Lebensfreude und Leichtigkeit?
Ich habe früher oft andere Menschen beneidet, bei denen alles so leicht zu gehen scheint. Mein Leben kam mir dagegen schwer und mühsam vor. Kennst du das auch?
So habe ich mich auf den Weg gemacht und in Büchern, Coachings und einer Psychotherapie sowie Schweige-Retreats viel über die Achtsamkeit, den Buddhismus und die Positive Psychologie gelernt. Und natürlich habe ich gleich versucht, alles für mich anzuwenden, um endlich glücklicher zu sein. Und es hat funktioniert - ich würde mich heute als wirklich glücklichen und erfüllten Menschen bezeichnen. Das ist so wundervoll, dass ich es dir gerne weitergeben möchte.
3 Dinge, die ich über das Glück gelernt habe
1. Glücklich sein bedeutet nicht, sich immer gut zu fühlen.
Ja, so habe ich auch geschaut, als ich das gehört habe. :) Was, warum und überhaupt? Ich will mich doch einfach gut fühlen! Es hat etwas gedauert (mehrere Jahre), bis ich wirklich und wahrhaftig verstanden habe, dass unangenehme Gefühle wie Ärger, Angst und Traurigkeit, Scham, Neid, Eifersucht oder Missgunst zum Leben dazu gehören und kein Problem sind. Außer wir machen es dazu.
Stelle dir vor, du würdest dich immer nur wundervoll fühlen und auf der rosaroten Wolke schweben. Es würde dir bald gar nicht mehr auffallen! Wir brauchen die Kontraste im Leben, um wertschätzen zu können, wenn es uns gut geht. Das heißt nicht, dass etwas Schlechtes daran ist, wenn du dich immer gut fühlst, aber im Leben jedes Menschen passieren Dinge, die schwierig sind, wie Trennungen, schwere Krankheiten, Todesfälle, Unfälle oder Arbeitsverlust.
Der wesentliche Punkt ist, wie wir mit diesen Herausforderungen und den entsprechenden Gefühlen umgehen. Und da ist die Lehre der Achtsamkeit aus meiner Sicht wirklich unschlagbar. Sie lehrt uns, Gefühle wie Angst, Traurigkeit und Wut zu fühlen und sie durch uns durchgehen zu lassen, ohne dass wir in sie bis zum Kopf versinken oder uns in einen Kampf mit ihnen verstricken. Die Lösung lautet, den Widerstand gegen die unangenehmen Emotionen aufzugeben und sie bei dir sein zu lassen, ohne sie dein Leben bestimmen zu lassen.
Gefühle wahrzunehmen, anzuerkennen und keine Angst vor ihnen zu haben ist etwas, das die meisten von uns erst (wieder) lernen müssen. Es ist sehr befreiend, diese Kunst zu beherrschen, und ich möchte dich sehr ermutigen, es zu wagen.
Als Beispiel lies hier, wie ich mit dem Gefühl der Angst umgehe: Dieses flaue Gefühl nach dem Aufwachen... Kennst du es?
2. Glück lässt sich nicht verschieben.
Ich dachte früher immer, dass ich dann glücklich sein werde, wenn ich etwas Bestimmtes erreicht habe, ein Ziel oder einen Wunsch.
Vielleicht kennst du das auch? Du bist unzufrieden in deiner Arbeit und denkst dir, wenn du dann einen neuen Job gefunden hast (oder in Pension bist), kannst du endlich wirklich glücklich sein. Oder wenn du deinen Traumpartner/deine Traumpartnerin gefunden hast und dich endlich jemand so liebt, wie du bist, dann kannst du glücklich sein. Oder auch im nächsten Urlaub, wenn du das neue Auto oder die neuen Schuhe hast, wenn deine Kinder endlich größer sind (oder du endlich welche bekommen hast), wenn du deine Schulden bezahlt hast...
Die Wahrheit ist, dass das nicht funktioniert. Sobald das erwünschte Ereignis nämlich eingetreten ist, finden wir bald das Nächste, was uns nicht gefällt.
Warum ist das so? Weil wir unser Gehirn, unsere konditionierten Verhaltensmuster, unsere Denkgewohnheiten immer mitnehmen! Wenn du also gewohnt bist, unglücklich und unzufrieden zu sein, sind die entsprechenden Nervenbahnen in deinem Gehirn zu breiten Autobahnen ausgefahren und es ist einfach das, was du gewohnheitsmäßig denkst und wahrnimmst.
Ein glückliches Leben besteht aus vielen glücklichen Augenblicken, die du nur im Hier und Jetzt erleben kannst. Und das Schöne ist, damit kannst du sofort anfangen! Eine tolle Übung dazu ist, täglich Glücksmomente zu sammeln. So lenkst du deinen Fokus auf das, was heute schon gut in deinem Leben ist, und übst das Glücklichsein ein.
Vor lauter Plänemachen und Nachdenken über zukünftiges Glück können wir ganz darauf vergessen, einfach jetzt schon glücklich zu sein!
3. Niemand und nichts kann dich glücklich machen außer du selbst.
Auch das war ein harter Brocken für mich. Ich war es gewohnt, mein Glück in der Liebe zu erwarten, genauer gesagt habe ich mein Glück an meinen Partner outgesourct. Wenn er sich richtig verhält und alles so macht, wie ich mir das vorstelle, dann bin ich glücklich! Hmm, das hat nicht funktioniert. Was nicht bedeutet, dass ich es nicht viele Jahre weiter versucht habe (inzwischen sind wir getrennt). Es war mir einfach nicht bewusst, dass ich meine Verantwortung für mich nicht übernommen habe.
Heute weiß ich, dass ich für meine Zufriedenheit, Freude und Glück selber verantwortlich bin.
Ich bin in jedem Moment für meine Gedanken, Worte, Gefühle und Handlungen verantwortlich. Und somit kann ich auch immer etwas ändern und meine Gefühle aktiv gestalten!
Diese Sichtweise kann am Anfang sehr seltsam und ungerecht erscheinen, da man denken könnte, dass bestimmte Umstände oder Verhaltensweisen von Personen ja wirklich unglücklich machen können. Ich habe gelernt, dass es immer auf meine Interpretation der Ereignisse ankommt, wie ich mich fühle. Die Geschichte, die ich mir dazu erzähle. Ein schönes Beispiel dafür, dass die Umstände nicht unbedingt das Glück beeinflussen müssen, ist der berühmte Physiker Stephen Hawking, der eine schwere Krankheit hatte, die ihn immer mehr lähmte. Als er im Alter gefragt wurde, ob er ein schönes Leben hatte, meinte er: "Es hätte nicht besser sein können."
Aber natürlich können es die Umstände leichter oder schwerer machen, glücklich zu sein. Wobei ich auch hier an bestimmte Berühmtheiten aus Hollywood denke, die trotz von außen gesehen bester Umstände (Reichtum, Familie, Erfolg, Gesundheit) unglücklich sind bzw. sogar Selbstmorde begehen.
Wenn du die Verantwortung für dein eigenes Glück übernimmst, hat das viele positive Effekte, zum Beispiel entlastet es deine Partnerschaft oder deine Freundschaften, da du nicht mehr so viel vom anderen erwartest und damit viel Druck herausnimmst. Und der wichtigste Effekt: Du kannst selber für dein Glück sorgen und bist von niemandem mehr abhängig! Das ist einfach wundervoll.
Übrigens heißt das alles nicht, dass wir an Unglück oder Krankheiten "schuld" sind. Schuldgefühle und die Schuld jemand anderem geben sind aus Sicht der Achtsamkeit beide sehr unproduktive Verhaltensweisen, das können wir also einfach sein lassen.
Wenn du mehr zu Achtsamkeit, Umgang mit Gefühlen und den Weg zu einem erfüllteren Leben erfahren möchtest, empfehle ich dir mein Buch als eBook "Wie du dich besser fühlst. Mit Achtsamkeit zu mehr Zufriedenheit" und als Printbuch, mit vielen konkreten Tipps und Beispielen aus meinem persönlichen Leben.




Kommentare
Liebe Katharina,
Danke für den wieder wundervollen Artikel und, dass du ehrlich teilst, was bei dir so los ist. Dann fühlt man such nicht so allein mit dem, was man selbst so zu bewältigen hat.
Mir kommt die Vergangenheit, also die Zeit vor Corona, irgendwie so viel besser vor. Ich war Single aber gefühlt der glücklichste Mensch. Nun bin ich nach 4,5 Jahren Beziehung getrennt (Narzisst) und will einfach nur mein Leben zurück. Irgendwie kommt mir alles so dermaßen instabil vor innen wie außen. Ich find es leichter mit unangenehmen Gefühlen nicht allein zu sein, aber das Leben ist ja auf einmal kein Ponyhof mehr, daher find ich es echt schwer, keinen Widerstand gegen „doofe“ Gefühle zu haben. Das sagt sich leicht und ich lasse ja auch Tränen und Wut und alles zu, ABER es zehrt so aus, ist so wahnsinnig anstrengend, vor allem, wenn sich nicht dauerhaft mal eine glücklichere Ebene konsolidiert. Trotzdem bin ich voll bei deinen Worten und denke auch, dass es doch eigentlich alles ganz einfach sein müsste zu akzeptieren, was ist.
Liebe Grüßlies
Nina
Liebe Nina,
danke für deinen Kommentar!
Nein, es ist auch für mich nicht einfach, keinen Widerstand gegen die "doofen" Gefühle zu haben und zu akzeptieren, was ist. Ich habe gelernt, dass diese Zeiten, in denen es besonders schwer fällt, eine gute Gelegenheit sind, Mitgefühl mit mir selber zu üben (oder auch Selbstliebe, aber das ist so ein großes Wort).
Wie kannst du dich selber in so einer schweren Zeit gut begleiten? Eine Trennung ist ein großer Einschnittt und ich habe selber erlebt, dass so etwas zu überwinden und wirklich zu verarbeiten länger dauert, als wir es gerne hätten. Gib dir Zeit und sei liebevoll, verständnisvoll, ermutigend und mitfühlend mit dir selbst. Ja, es ist nicht einfach, das ist ok.
Wie kannst du jeden Tag kleine Glücksmomente oder Gründe für ein Lächeln finden? Halte dich daran fest und sei geduldig mit dir.
Alles Liebe,
Katharina
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