Kinderwunsch - Wie Sie Ihre Chancen auf eine Schwangerschaft mit der TCM erhöhen können. Gastartikel von Sabine Schmitz

Sabine Schmitz, TCM-Ärztin in Köln

Sabine ist TCM-Ärztin (M.Med. TCM, China) und Heilpraktikerin mit eigener Praxis in Köln.  

Ihre Praxisschwerpunkte sind Chinesische Gynäkologie, Kinderwunschbehandlung und Chinesische Dermatologie. Sie hat in China TCM studiert und fährt jährlich im Wechsel nach China und Australien, um sich in den beiden großen Themengebieten regelmäßig fortzubilden.

Auf ihrer Website finden Sie weitere interessante TCM-Infos.

 

Haben Sie jemals darüber nachgedacht, dass Ihre Lebensgewohnheiten oder auch das Umfeld, in dem Sie leben, eine potenzielle Schwangerschaft und auch die Gesundheit des zukünftigen Babys beeinflussen könnten?

Bei Ihnen besteht bereits seit längerer Zeit ein unerfüllter Kinderwunsch?

Oder aber Sie haben gerade erst damit angefangen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen?

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, wie sich gewisse Faktoren und deren Mechanismen positiv oder aber auch negativ auf den weiblichen Körper auswirken können.

Eizell-Qualität

Das Alter ist immer noch der wichtigste Faktor für die Qualität von Eizellen.

Aber das Alter allein ist nicht nur der ausschlaggebende Faktor, der berücksichtigt werden sollte, wenn Sie schwanger werden möchten.

Die Qualität der sich entwickelnden Eizellen und ihre Fähigkeit, auf innere oder äußere hormonelle Stimulation reagieren zu können, kann u.a. durch folgende Faktoren negativ beeinflusst werden:

  • schlechte Durchblutung
  • Stress, Überlastung
  • schädliche Substanzen, wie Zigaretten, Alkohol und Umweltschadstoffe
  • Entzündungen, durch Stress oder Ernährung verursacht
  • Hormonstörungen
  • vermehrte Aufnahme von ungesunden Fetten

Welche Möglichkeiten gibt es, die Eizellen-Qualität zu steigern?

Wenn Sie schwanger werden möchten, sollten Sie zu allererst einmal mit Ihrem Arzt/Therapeuten über die Möglichkeiten zur Verbesserung der Eizell-Qualität sprechen; vor allem dann, wenn im Vorfeld eine verminderte ovarielle Reserve und/oder eine schlechte Qualität der Eizellen diagnostiziert wurden.

Beachten Sie, dass eine Einflussnahme auf die Qualität der Eizellen kein kurzfristiger Ansatz ist.

Änderungen des Lebensstils sollten Sie für ein Minimum von drei bis 13 Monaten aufrecht erhalten.

Hier sind einige Vorschläge, die Ihnen dabei helfen könnten:

Akupunktur und Chinesische Kräuter-Behandlung

Beide Therapien werden seit Tausenden von Jahren angewendet, um den weiblichen Menstruationszyklus zu regulieren.

Die Therapien der Traditionellen Chinesischen Medizin, kurz TCM, werden oft genutzt, um die Fähigkeit der Eizellen zu erhöhen, auf hormonelle Signale zu reagieren. Ziel ist es, den Hormonzyklus auszugleichen und wiederherzustellen.

Es wird weiterhin angenommen, dass Akupunktur hilft, den Blutfluss im Bereich der Eierstöcke und der Gebärmutter anzuregen. Durch Letzteres kann die Dicke der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) beeinflusst werden.

Weiterhin können Akupunktur und Chinesische Kräuter Ängste und Stress reduzieren und so unerwünschte Nebenwirkungen von Hormonen reduzieren.

Überdenken Sie Ihre Ernährung

Versuchen Sie, auf Lebensmittel zu verzichten, die Entzündungen verursachen könnten.

Dazu gehören zum Beispiel

  • raffinierter Zucker
  • (mit Getreide gefüttertes) rotes Fleisch
  • einige Konservierungsstoffe
  • Nitrate
  • Omega-6-Fettsäuren

Studien zeigen, dass chronische Entzündungen die Fähigkeit der Zellen, auf hormonelle Signale zu reagieren, verringern.

Entzündungen spielen ebenfalls eine Rolle bei Diabetes und dem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) (Welche Ernährung hilft nach TCM bei PCO?).

Um Ihnen die Umstellung leichter zu machen, hier einige Beispiele, in denen vermehrt Omega-6-Fettsäuren enthalten sind:

In vielen Ölen wie Maisöl, Rapsöl, Distelöl oder auch Sonnenblumenöl, also in den meisten herkömmlichen Salatölen, ist der Anteil von Omega-6-Fettsäuren sehr hoch.

Bitte verwechseln Sie das nicht mit den günstigen Omega-3-Fettsäuren!

Weiterhin findet man erhöhte Vorkommen von Omega-6-Fettsäuren in rotem Fleisch und tierischen Fetten und damit also auch in Milchprodukten.

Ich hatte oben die Vermeidung von ungesunden Fetten erwähnt. Wie können wir uns das vorstellen?

Industriell hergestellte Fette und gepresste Öle sind nach dem Verarbeitungsprozess kaum noch nahrhaft und wertvoll für unseren Körper. Im Gegenteil, sie schaden uns vielmehr.

Aus diesem Grund macht es Sinn, folgende Fette zu meiden:

  • gehärtete oder teilweise gehärtete Fette
  • geruchlose und überhitzte Öle und Fette
  • Margarine
  • alle Öle in PET-Flaschen

Bitte meiden Sie auch unbedingt Plastik, aber das fällt wie unten erwähnt unter Punkt „Schadstoffe“.

Schadstoffe in Ihrem Wohnumfeld

Beseitigen Sie Substanzen wie Parabene (in Kosmetik), Phthalate (in biegsamen Kunststoffen), Bisphenol A (in Kunststoffen), PCB (Polychlorierte Biphenyle) und PBDE (Polybromierte Diphenylether) (in Kühlmitteln, Flammschutzmitteln).

Diese Schadstoffe haben nicht nur eine negative Wirkung auf die reproduktiven Hormone im weiblichen Körper, sondern sie werden auch mit Unfruchtbarkeit und Krebs in Verbindung gebracht.

Reduzieren Sie Stress!

Chronischer Stress wird immer wieder sowohl mit hormonellen Störungen als auch mit Entzündungen in Zusammenhang gebracht.

Entspannung und Stressreduktion sind wichtig zur Wiederherstellung des hormonellen Gleichgewichts.

Ein wichtiger Faktor hier auch immer wieder: Work-Life-Balance! Bitte achten Sie darauf und das nicht nur beim Thema Kinderwunsch.

Sport für Ausdauer und Kraft

Finden Sie Aktivitäten, die Ihnen Spaß machen, wie Wandern, Schwimmen oder Yoga.

Im Gegensatz zu intensiven Aktivitäten wie Laufen, Spinning und Aerobic steigert Yoga zum Beispiel den Blutfluss in den inneren Organen durch Loslassen der angespannten Muskulatur in der Hüfte, Leiste und unteren Rücken (LWS-Bereich).

Fazit bei unerfülltem Kinderwunsch

Werfen Sie einen Blick auf Ihre Ernährung und Lebensgewohnheiten.

Wenn Sie rauchen oder in Übermaßen Alkohol trinken, denken Sie darüber nach, dass es sich lohnt, aufzuhören.

Reduzieren Sie Stress und finden Sie die für Sie passende sportliche Aktivität.

Egal, was Sie auch tun: Wichtig ist es, zu erkennen, dass es Möglichkeiten gibt, die Fruchtbarkeit zu beeinflussen und demzufolge die Chance, schwanger zu werden, zu steigern.

Sie selbst können mit nur wenigen Schritten in Veränderungen Ihrer Lebensgewohnheiten viel bewirken! Es lohnt sich!

Alles Liebe, Ihre Sabine Schmitz

Was haben Sie für Erfahrungen mit der TCM bei Kinderwunsch gemacht? Sabine und ich (Katharina) freuen uns auf Ihre Kommentare und Fragen!

Sie finden Sabine übrigens auch auf Facebook!

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