Persönliche Motivation

Ich bin selber von Neurodermitis betroffen und möchte hier exemplarisch meinen Krankheitsverlauf beschreiben, um die Ziele dieser Arbeit und meinen persönlichen Zugang zur Ernährung nach Traditioneller Chinesischer Medizin zu beschreiben.

Im Alter von 12 Jahren fing es mit Juckreiz in den Ellenbeugen und Kniekehlen an. Bald wurde von meinem Hausarzt Neurodermitis diagnostiziert und verschiedene Hautärzte wurden aufgesucht. Ab dem Zeitpunkt verwendete ich Cortisonsalben für meine Haut. Mit ca. 19 kam es zu einer massiven Verschlechterung und einer Ausbreitung der betroffenen Stellen auf den ganzen Körper. Mit Cortison hatte ich schon etwas früher aufgehört, weil mir schien, dass meine Haut immer dünner wird. Mein erster Versuch in Richtung einer alternativen Behandlung war eine Bioresonanztherapie[4], die mir kurzfristig sehr geholfen hat. Nach Beendigung der Behandlung (ca. 3 Monate) wurde allerdings der Zustand der Haut schlimmer als vorher. Der nächste Versuch war eine F.X.-Mayr-Kur[5], durch die die Haut langsam, aber sicher, besser wurde. Danach stellte ich das erste Mal meine Ernährung um, weil ich gespürt hatte, wie groß deren Einfluss auf die Neurodermitis ist. Ich hörte auf, Milch zu trinken, und versuchte allgemein mehr Gemüse zu essen. Auf diese Art blieb der Juckreiz erträglich und nur noch wenige Stellen (vor allem die Hände) waren betroffen. Ich fand mich damit ab, mit dieser Beeinträchtigung leben zu müssen, und so vergingen wieder rund zwölf Jahre.

Mit Anfang 30 kam es zu einer plötzlichen Verschlechterung der Haut, neben den Händen war nun auch das Gesicht betroffen, Beine und Oberkörper. Durch Zufall kam ich mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in Berührung und beschloss, das für mich auszuprobieren. Ich schaffte es, die Sucht nach Süßigkeiten zu überwinden, und begann mich allgemein nach den Prinzipien der TCM zu ernähren. Nach wenigen Monaten merkte ich die erste Verbesserung, die sich seitdem kontinuierlich fortgesetzt hat. Ich besuchte einen TCM-Arzt[6], der mir chinesische Kräuter verschrieb, die ich ein paar Monate trank. Er machte mir aber auch klar – was ich schon selber erkannt hatte –, dass ohne eine dauerhafte Ernährungsumstellung auch Kräuter nichts helfen.

Meine Motivation zum Schreiben dieser Arbeit und zu meiner Ausbildung als Ernährungsberaterin besteht darin, dass ich möglichst vielen von Neurodermitis Betroffenen meine Begeisterung und Überzeugung von dieser Art der „Selbstbehandlung“ vermitteln möchte. Zurzeit ist von meiner Neurodermitis nur noch eine kleine Stelle auf der rechten Hand übrig geblieben, und ich bin überzeugt, dass auch die noch verschwinden wird. Abgesehen von der Haut hat sich auch meine Lebensqualität insgesamt deutlich verbessert – ich schlafe besser, habe viel mehr Energie als früher und bin so gut wie nie krank.

Mit Neurodermitis muss man sich nicht abfinden!

[4] Ein Verfahren, das mit elektromagnetischen Schwingungen des Körpers arbeitet. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit.

[5] Eine Diät zur Darmreinigung mit alten Semmeln und Milch bzw. Tee, Bittersalz und Basenpulver.

[6] Dr. Georg Weidinger, Wien.

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