Meine Geschichte mit der Neurodermitis

Im Alter von 12 Jahren fing es mit Juckreiz in den Ellenbeugen und Kniekehlen an. Bald wurde von meinem Hausarzt Neurodermitis diagnostiziert und verschiedene Hautärzte wurden aufgesucht. Ab dem Zeitpunkt verwendete ich Cortisonsalben für meine Haut. Mit ca. 19 kam es zu einer massiven Verschlechterung und einer Ausbreitung der betroffenen Stellen auf den ganzen Körper. Ich kratzte mich jede Nacht blutig und konnte mich nicht in den Spiegel schauen. Mit Cortison hatte ich schon etwas früher aufgehört, weil mir schien, dass meine Haut immer dünner wird.

Mein erster Versuch in Richtung einer alternativen Behandlung war eine Bioresonanztherapie, die mir kurzfristig sehr geholfen hat. Nach Beendigung der Behandlung (ca. 3 Monate) wurde allerdings der Zustand der Haut schlimmer als vorher. Der nächste Versuch war eine F.X.-Mayr-Kur , durch die die Haut langsam, aber sicher, besser wurde. Danach stellte ich das erste Mal meine Ernährung um, weil ich gespürt hatte, wie groß deren Einfluss auf die Neurodermitis ist. Ich hörte auf, Milch zu trinken, und versuchte allgemein mehr Gemüse zu essen. Schokolade aß ich allerdings weiter, darauf konnte ich (noch) nicht verzichten. Der Juckreiz blieb einigermaßen erträglich und nur noch wenige Stellen (vor allem die Hände) waren betroffen. Ich fand mich damit ab, mit dieser Beeinträchtigung leben zu müssen, und so vergingen wieder rund zwölf Jahre.

Mit Anfang 30 kam es zu einer plötzlichen Verschlechterung der Haut, neben den Händen war nun auch das Gesicht betroffen, Beine und Oberkörper. Durch Zufall kam ich mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in Berührung und beschloss, das für mich auszuprobieren. Ich schaffte es, die Sucht nach Süßigkeiten zu überwinden, und begann mich allgemein nach den Prinzipien der TCM zu ernähren. Nach wenigen Monaten merkte ich die erste Verbesserung, die sich seitdem kontinuierlich fortgesetzt hat. Ich besuchte einen TCM-Arzt (Dr. Georg Weidinger), der mir chinesische Kräuter verschrieb, die ich ein paar Monate trank. Er machte mir aber auch klar – was ich schon selber erkannt hatte –, dass ohne eine dauerhafte Ernährungsumstellung auch Kräuter nichts helfen. Nach etwa 1 Jahr Ernährungsumstellung war meine Haut stabil besser und ich merkte: Es funktioniert! Und ich war so begeistert, dass ich beruflich umsattelte und die Ausbildung zur TCM-Ernährungsberaterin machte.

Meine Motivation dazu, als Ernährungsberaterin zu arbeiten, besteht darin, dass ich möglichst vielen von Neurodermitis Betroffenen meine Begeisterung und Überzeugung von dieser Art der „Selbstbehandlung“ vermitteln möchte. Zurzeit (Ende 2008) ist von meiner Neurodermitis nur noch eine kleine Stelle auf der rechten Hand übrig geblieben, und ich bin überzeugt, dass auch die noch verschwinden wird. Abgesehen von der Haut hat sich auch meine Lebensqualität insgesamt deutlich verbessert – ich schlafe besser, habe viel mehr Energie als früher und bin so gut wie nie krank.

Lies hier, woran du merkst, ob die Ernährungsumstellung funktioniert und was es bedeutet, wenn deine Haut zu Beginn schlechter wrid: Neurodermitis und die Erstverschlimmerung: Ist es normal, dass die Haut durch die Ernährungsumstellung schlechter wird?

Aktualisierung Sommer 2009: Im Frühling 2009 habe ich mein erstes Kind bekommen. Im Laufe der Schwangerschaft kam es zu einer massiven Verschlechterung der Haut, was ich auf die hormonelle Umstellung zurückführe sowie auf die Tatsache, dass ich mich ernährungstechnisch nicht gut gehalten habe. Der Hunger war sehr groß und damit kam der Rückfall in alte Gewohnheiten (Schokolade!)... Diese habe ich bald wieder fallen gelassen und mich wieder gut und für mich "richtig" ernährt, was zu einer leichten Besserung geführt hat. Nach der Geburt ist die Haut noch etwas besser geworden, aber leider ist die Neurodermitis trotzdem noch schlechter als vor der Schwangerschaft. Normalerweise würde ich jetzt eine 10 Tage lange Reiskur machen, um die Hitze und Feuchtigkeit aus meinem Körper auszuleiten. Da ich voll stille, geht das aber nicht, weil die durch die Kur eingeleitete Entgiftung zu einer schlechteren Qualität der Muttermilch führen würde. (Dasselbe gilt auch für die Schwangerschaft, in der von einer Diät - in welche Richtung auch immer - abgeraten wird.) Also werde ich das Ende der Stillzeit abwarten und dann die Reiskur machen. Einstweilen trinke ich Chrysanthemenblütentee, um meine Leber etwas zu kühlen und den Juckreiz zu beruhigen, und bevorzuge kühlende Gemüsearten (in gekochtem Zustand). Fortsetzung folgt...

Aktualisierung Mai 2010: Ich stille mein Kind immer noch, aber die Haut hat sich weiter erholt und ist fast wieder so gut wie vor der Schwangerschaft. Im Winter waren noch einige Wochen schwierig, da der Juckreiz wieder stärker geworden ist, aber durch - zumeist - konsequentes Weglassen der üblichen Verdächtigen (Schokolade, Fettes, Brot...) wurde die Haut wieder besser. Im Frühling tut die Sonne das Ihrige dazu und so kann ich mir zurzeit auch wieder ab und zu ein Stück Kuchen und Ähnliches leisten, ohne dass die Haut sprichwörtlich "aufschreit". Seit einigen Monaten schmiere ich übrigens fast gar keine Creme mehr auf die Haut und siehe da - die starke Trockenheit geht immer mehr zurück und die Haut fühlt sich schon richtig schön weich an. (Ab und zu schmiere ich Gänsefett darauf, das ich von meinen armenischen Bekannten bekommen habe. Und zum Duschen nehme ich Balneum Hermal.)

Aktualisierung August 2010: Seit zwei Monaten bin ich beschwerdefrei und die Haut ist weich ohne Verwendung von Cremes (auch nicht Balneum Hermal). Ein Meeraufenthalt in Kroatien für zwei Wochen hat mir sehr gut getan. Und gestillt wird immer noch...

Aktualisierung November 2010: Mit dem Herbst ist leider auch die Neurodermitis wiedergekommen, aktuell vor allem auf den Beinen und etwas am Rücken und Bauch. Der Juckreiz hält sich aber Gott sei Dank in Grenzen (und die betroffenen Stellen auch) und so kann ich gut damit leben. Im Vergleich zum letzten Herbst/Winter ist die Haut besser und ich hoffe, dass ich den Winter auch noch gut überstehen werde.

Aktualisierung Oktober 2011: Nach einem Sommer mit perfekter Haut sind jetzt wieder ein paar Stellen mit Neurodermitis aufgetreten, v.a. an den Beinen und im Gesicht. Durch meine neuerliche Schwangerschaft (Geburtstermin im Februar) ist wieder mehr Hitze in meinem Körper, die ich richtig unter der Haut spüre... Zurzeit versuche ich die Haut mit Gurkenscheiben zu kühlen (im Gesicht), das ist ganz angenehm.

Aktualisierung März 2012: Seit der Geburt meiner Tochter im Februar bin ich beschwerdefrei, die Haut ist etwas trocken, aber sonst wunderschön. In der Schwangerschaft waren einige Stellen leicht betroffen, aber der Juckreiz war aushaltbar und hat mich nicht im Schlaf gestört. Ich bin froh und hoffe, dass es so bleibt! Meine Ernährung ist weiterhin nach den TCM-Prinzipien ausgerichtet, aber nicht dogmatisch.

Aktualisierung Juni 2014: Seit mehreren Monaten habe ich keine einzige betroffene Stelle mehr und bin darüber sehr glücklich! Was ich bemerkt habe, ist, dass Alkohol Juckreiz auslösen kann, deshalb meide ich ihn meistens. Auch scharfe Gewürze tun mir nach wie vor nicht gut.

Aktualisierung März 2015: Ich bin komplett frei von der Neurodermitis. Im Dezember hatte ich einige Wochen lang wieder Juckreiz und wenige betroffene Stellen, aber ich weiß auch, woher das kam: ungewöhnlich viel Stress und scharfes Essen bei den Schwiegereltern. Und das ist der Hauptunterschied zu früher, als ich gar keine Zusammenhänge zwischen meinem Essen und meiner Haut feststellen konnte: Heute weiß ich, was mir nicht gut tut, und ebenso was ich tun muss, um Juckreiz und trockene Stellen wieder loszuwerden. Das ist ein sehr gutes Gefühl!

Aktualisierung September 2018: Seit einigen Monaten habe ich ein kleines Ekzem auf der Stirn, das beim Hautarzt als seborrhoische Dermatitis diagnostiziert wurde. Was wiederum nichts anderes ist als Hitze und Feuchtigkeit, die durch die Haut rauswollen. Er hat mir Cortison verschrieben (Überraschung!), das zwar zu einer Verbesserung geführt hat, aber nicht zu einer Abheilung. Deshalb habe ich Ende August eine Reiskur gemacht, mehr dazu hier im Video. Noch ist es nicht ganz weg, aber um einiges beser geworden. Ich lerne, bestimmte Dinge anzunehmen, unter anderem, dass ich nicht alles kontrollieren kann und dass ich nicht alles verstehen muss und kann. :) Der Rest meiner Haut ist wunderschön und ich bin nach wie vor glücklich, dass die Neurodermitis weg ist. 

Aktualisierung März 2019: Meine Haut hat sich wieder gemeldet, diesmal mit einem Basaliom (Hautkrebs) auf der Augenbraue, das vor kurzem operativ entfernt wurde. Daraus lerne ich, dass ich weiterhin gut auf meine Haut aufpassen muss. Und dass ich sehr dankbar für meine Gesundheit und jene meiner Familie bin! Das Leben ist wertvoll und schön.

Aktualisierung September 2019: Keine Neurodermitis, kein Ekzem, keine Trockenheit. Der Sommer hat meiner Haut gut getan und ich bin sehr zufrieden. Auch meine Operationsnarbe über der Augenbraue ist sehr gut und schnell verheilt, was ich unter anderem auch auf meine Ernährung zurückführe. 

Kommentare

Liebe Frau Lahner,
vielen Dank für Ihre lieben Worte! Zurzeit geht es mir sehr gut, ich bin beschwerdefrei. Der Kleine ist 16 Monate alt und wird immer noch gestillt. Cremen verwende ich immer noch überhaupt keine und bin fasziniert, wie weich die Haut trotzdem ist.
Andreas ist ja wirklich ein tapferer Bub (und Sie eine tapfere Mama) - 50 Nahrungsmittel weglassen ist ja ganz schön viel. Haben Sie das Gefühl, dass er trotzdem mit allen Nährstoffen versorgt wird und satt wird? Das ist sicher nicht einfach für die ganze Familie. Zur Stärkung des ganzen Körpers (auch in Bezug auf die Lunge) empfehle ich Ihnen auf jeden Fall ein gekochtes Frühstück. Bei langfristiger Anwendung wird so viel Qi aufgebaut.
Haben Sie schon einmal einen TCM-Arzt konsultiert? Gerade bei so kleinen Kindern wirken die chinesischen Kräuter sehr gut und es gibt auch kindgerechte Einnahmemöglichkeiten. Ich würde Ihnen Dr. Weidinger empfehlen (siehe Links), der selber zwei kleine Kinder hat und schon viel mit Neurodermitis zu tun hatte.
Alles Liebe und bei Fragen antworte ich gerne auf Ihr E-Mail,
Katharina

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