Warum du öfters Karotten essen solltest...

Foto von frischen Karotten in einem Korb (von pixabay)
Wann hast du das letzte Mal gekochte Karotten gegessen? Falls es schon länger her ist, lies weiter. Ich gebe dir ein paar sehr gute Gründe, wieder mal Karotten zu kochen. 
 
Einer ihrer sehr praktischen Vorteile ist, dass sie richtig lange haltbar sind. Kaufe also ruhig eine größere Menge ein und lagere sie im Kühlschrank, am besten im Gemüsefach. Dort halten sie mindestens eine Woche. 

Karotten sind ein echtes Superfood aus Sicht der TCM. so wirken sie:

  • thermische Wirkung: neutral, also weder kühlend noch wärmend
  • stärken die Organe Milz, Magen, Leber, Lunge, Darm, Niere
  • bauen sehr gut Qi und Blut auf (gut bei brüchigen Nägeln, trockenen Augen, dünnen Haaren, Erschöpfung mit innerer Unruhe, Schlafstörungen)
  • tonisieren das Wei-Qi (Immunsystem) und die Lunge
  • leiten Hitze aus der Lunge und dem Magen aus, z.B. bei Halsentzündungen, Magenübersäuerung, Gastritis
  • leiten Schleim aus der Lunge, z.B. bei Bronchitis
  • leiten Feuchtigkeit aus dem Darm, perfekt bei Durchfall, Blähungen und breiigem Stuhl
  • Kontraindikation: Bei Verstopfung und hartem Stuhl sind Karotten ungeeignet, da sie trocknend auf den Darm wirken!

Quelle: Praxisbuch Nahrungsmittel und Chinesische Medizin, Bacopa-Verlag

Achtung: Diese Wirkungen gelten nur für gekochte Karotten. Rohe Karotten sind relativ schwer bekömmlich und nur bei einer sehr guten Verdauung empfehlenswert. Der frisch gepresste Karottensaft wirkt kühlend und entgiftend, hat also eine ganz andere Wirkung. Das ist etwa empfehlenswert bei einer von Fast Food und Alkohol belasteten Leber und Gallenblase, wenn wir eine Reinigungskur machen wollen (z.B. bei Gallensteinen). Für den Qi- und Blutaufbau sind nur gekochte Karotten geeignet. 

Interessant ist übrigens, dass das Beta-Carotin (die Vorstufe des Vitamin A in Karotten) aus gekochten Karotten viel besser aufnehmbar ist als aus rohen Karotten. Hier gibt es Überschneidungen der westlichen Ernährungslehre mit der TCM-Ernährung, die ja sagt, dass gekochtes Essen immer bekömmlicher ist als rohes Essen. Also keine Sorge wegen der Vitamine! (5 häufige Missverständnisse über die TCM-Ernährung)

Kennst du die Karottensuppe nach Moro?

Das ist ein altes Hausmittel gegen Durchfall, erfunden von einem österreichischen Kinderarzt Anfang des 20. Jahrhunderts (Ernst Moro). Du kochst 500 gr Karotten in 1 Liter Wasser 90 Minuten aus, pürierst sie dann und gießt mit heißem Wasser wieder auf einen Liter auf. Dazu gibst du 3 gr Salz, Das wirkt auch sehr gut bei Kleinkindern (Quelle: Wikipedia).   

Hier sind Rezeptideen mit Karotten:

Süßkartoffel-Karottensuppe - ein Rezept für mein neues Buch

Kartoffellaibchen mit exotischem Karottengemüse - ein Rezept, das dein Immunsystem stärkt

TCM-Rezept: Der Bohneneintopf mit Kürbis und Karotten stärkt Nieren und Magen

Sehr gut schmecken auch Ofen-Karotten. Dazu schneidest du die Karotten am besten längs in Viertel oder Hälften und mischt sie im Backblech mit Olivenöl, Kräutern der Provence und gemahlenem Koriander und etwas Kreuzkümmel, Gut salzen und bei 180 Grad ca. 40 Minuten backen, bis sie weich sind. Durch das Backen im Ofen bekommt Wurzelgemüse ein besonders schmackhaftes Aroma, probiere es unbedingt aus! 

Was ist dein Lieblingsrezept mit Karotten? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Kommentare

Hallo Katharina,

ich kann das mit der Ausleitung der Feuchtigkeit aus dem Darm in meinem Kontext nicht ganz nachvollziehen. Habe auch nach Karotten partiell breiigen Stuhl oder Blähungen. Ich vermute bei mir eher ein Ungleichgewicht im Mikrobiom welches sich mit Karotten nicht beeinflussen lässt.

VG
Stefan

Eine Ernährungsberaterin hat mir abgersten, zu oft Gemüse oder Obst zu essen, welches eine orange oder gelbe Farbe hat. Sie begründete es damit, dass in diesen Gemüsesorten zuviel Chrom enthalten wäre. Zuviel Chrom im Körper soll zu Wortfindungsstörungen führen.
Ist das für die TCM relevant?
Mittlerweile mische ich mein Gemüse mit allen Farben und habe einfach ein gutes Gefühl dabei.
Für andere Erfahrungen bin ich dankbar.P

Hallo Etu. Ich würde das mit dem Chrom deiner Ernährungsberaterin auf jedenfall hinterfragen wollen. Denn erstens ist Chrom ein wichtiges Spurenelement das für viele Prozesse im Körper wie zb. Fett- und Proteinstoffwechsel mit verantwortlich, und zweitens haben wir eher einen Mangel als einen Überschuss. Desweiteren hat das nichts mit der Farbe der Nahrungsmittel zu tun, hier mal eine Tabelle mit Werten http://www.vitalstoff-lexikon.de/Spurenelemente/Chrom/Lebensmittel.html

Demnach müsstest du pro Tag 2kg Möhren essen um an die 100 Mikrogramm Grenze der DGE zu kommen. Und das ist immer noch unterdosiert, die Werte der DGE sind meistens sehr ich sag jetzt mal konservativ. Um weiteren wird hier auf Paranüsse verwiesen, da hättest du dann mit 100g deinen angeblichen Bedarf von 100 Mikrogramm gedeckt. Leider wird hier nicht erwähnt das man sich bei der Zufuhr dieser Menge von Paranüssen viel zu viel Selen zuführen würde und im Beigang auch noch etwas zu viel natürlich radioaktives Cäsium welches sich die Bäume aus dem Boden im Urwald holen.
Ich will damit sagen glaub nicht sofort alles sondern recherchiere im Zweifel lieber etwas. Ich wäre bei dieser Form der Beratung vorsichtig, da fehlen einfach Informationen oder sind sogar wie hier falsche dabei.

VG Stefan

Liebe Etu,
danke für deinen Kommentar!
In der TCM kennt man nur die energetische Wirkung der Nahrung, also z.B. wärmen/kühlen, befeuchten/trocknen oder dass orange/gelbe Nahrungsmittel Milz und Magen stärken (das Erdelement). Zu Chrom weiß ich leider nichts.
Wenn du ein gutes Gefühl dabei hast, würde ich mich daran halten!
Liebe Grüße,
Katharina

***für mein karotten-lieblings-rezept verwendet man (leider) rohe karotten: karotten und Apfel raspeln - honig und zitrone dazu + geröstete sonnenblumenkerne drüber (ggf. kalten ingwertee dann wirds noch saftiger) ist wie ein salat als beilage oder allein als vor-/nach-speise zu verwenden - ich liiiiebe dieses selbst kreierte karotten-allerlei - liebe grüße -sy- ***

Liebe Sylvia,
danke für deinen Kommentar und das gute Rezept! Und ein bisschen Rohkost ist ja auch in der TCM erlaubt. :)
Liebe Grüße,
Katharina

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