Zahnfleischbluten - 3 Ursachen nach TCM und Ernährungstipps

Foto eines Mädchens, das in einen Apfel beißt (Fotolia)

Wie geht es deinen Zähnen und deinem Zahnfleisch?

In der Traditionellen Chinesischen Medizin gehören die Zähne zu den Nieren, das heißt, gute Zähne zeigen eine gute Nieren-Energie. 

Wenn du deine Zähne stärken willst, kannst du also versuchen, mehr Nahrungsmittel zu essen, die deine Nieren stärken (32 Nahrungsmittel für deine Nieren). Dabei geht es um die Zahnsubstanz.

Das Zahnfleisch hingegen ist eng mit unserem Magen verbunden und zeigt uns, wie es diesem geht. Warum? Weil der Magen-Meridian durch das Zahnfleisch läuft. Das bedeutet, dass etwa eine Hitze, die im Magen entsteht, direkt zum Zahnfleisch aufsteigen kann und dort z.B. für Entzündungen sorgt.

Bevor ich näher auf die 3 möglichen Ursachen und die entsprechenden Ernährungstipps eingehe, möchte ich darauf hinweisen. dass ein Zahnarztbesuch bei allen Zahnproblemen natürlich empfehlenswert ist.

Meine Quelle für diesen Artikel ist der "Leitfaden Chinesische Medizin" von Focks/Hillenbrand (Elsevier-Verlag).

3 Ursachen für Zahnfleischbluten und Ernährungstipps

1. Magen-Hitze

Merkmale für Magen-Hitze

  • starke Blutung
  • Zahnfleisch ist stark gerötet
  • Zahnfleisch ist stark entzündet
  • Zahnfleisch ist schmerzhaft geschwollen

Andere Hinweise auf Magen-Hitze

  • viel Durst auf Kaltes
  • ständiger Hunger oder Heißhunger (man kann viel essen)
  • Sodbrennen, Reflux, brennende/stechende Magenschmerzen
  • Mundgeruch
  • Kopfschmerzen im Stirnbereich
  • trockener Mund
  • Entzündungen der Mundschleimhaut, Aphten

Ernährungstipps bei Magen-Hitze

  • keine scharfen Gewürze, Knoblauch, Zimt, Ingwer
  • Kaffee reduzieren oder weglassen
  • mehr Gemüse (gekocht und in kleinen Mengen auch roh), Reis, Polenta und Hülsenfrüchte, weniger Fleisch und Wurst
  • Alkohol und Rauchen einstellen
  • Gegrilltes, Frittiertes und scharf Angebratenes meiden
  • langsamer und bewusst essen, Stress reduzieren
  • speziell günstige Nahrungsmittel: Blumenkohl, Gurke, Kuzu, Mungbohnen und -sprossen, Stangensellerie, Tofu, Wassermelone, Weißkraut, Zucchini

2. Magen-Yin-Mangel

Merkmale für Magen-Yin-Mangel

  • leichte Blutung
  • Zahnfleisch ist entzündet
  • Zahnfleisch ist nur leicht rot und nicht geschwollen

Andere Hinweise auf Magen-Yin-Mangel

  • "leere Hitze" mit roten Wangen oder Flecken im Gesicht
  • Nachtschweiß
  • Völlegefühl nach dem Essen (schon kleine Portionen machen satt)
  • Durst, der mit wenigen Schlucken befriedigt ist
  • "leeres", unangenehmes Gefühl im Magen, Übelkeit
  • Gastritis
  • trockener Mund und Lippen
  • Neigung zu hartem Stuhl und Verstopfung
  • Neigung zu Untergewicht

Ernährungstipps bei Magen-Yin-Mangel

  • sanft befeuchten mit Kompotten, Gemüsesuppen, Eintöpfen, "saucigem" Essen
  • Kaffee, Schwarztee, Gewürztee (Ingwertee) meiden
  • scharfe Gewürze meiden, auch Knoblauch, Zimt, Gewürznelken, Anis
  • "trockenes" Essen wie Brezeln, Knabbereien, Brotmahlzeiten einschränken
  • in Ruhe essen, gut kauen, Stress reduzieren
  • speziell günstige Nahrungsmittel: Apfel, Dinkel, Gerste, Jogurt (in kleinen Mengen), Mangold, Pfirsich, Kokosmilch, Kürbis, Leinsamen, Süßkartoffel, Tofu

3. Milz-Qi-Mangel 

Die Milz ist in der TCM nicht nur für den Stoffwechsel und die Verdauung zuständig, sie hält unter anderem auch das Blut in seinen Gefäßen.

Eine Unterkategorie vom Milz-Qi-Mangel heißt deshalb "Die Milz kontrolliert das Blut nicht". Genau das kann auch eine Ursache von Zahnfleischbluten sein. (Was ist eigentlich das Milz-Qi? Eine kleine Anleitung zur Selbstdiagnose)

Merkmale für Milz-Qi-Mangel

  • leichte Blutung
  • chronische Blutung
  • Zahnfleisch ist nur wenig entzündet

Andere Hinweise auf "Die Milz kontrolliert das Blut nicht"

  • Neigung zu Nasenbluten, Zwischenblutungen bei der Menstruation oder verlängerte Blutungen
  • Besenreißer, Krampfadern
  • Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Bauchweh
  • weicher, ungeformter Stuhl
  • Nahrungsmittelintoleranzen
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • starker Gusto auf Süßes

Ernährungstipps bei Milz-Qi-Mangel

  • regelmäßige, gekochte Mahlzeiten
  • Rohkost, Brotmahlzeiten und Milchprodukte reduzieren
  • Zucker stark reduzieren
  • warmes, gekochtes Frühstück
  • speziell günstige Nahrungsmittel: Datteln, Feige, Hafer, Hirse, Huhn, Karotten, Linsen, Reis, Sellerieknolle

Ich hoffe, du kannst einige Anregungen für dich aus diesem Artikel mitnehmen! Fragen dazu beantworte ich gerne in den Kommentaren.

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Kommentare

Liebe Katharina,

meinen Süßhunger bin ich schon losgeworden mit warmemFrühstück. SDanke für Deine vielen Zipps, die Mut machen, etwas zu ändern. Du schreibst bei Magen-Hitze "Rauchen einstellem". Das habe ich noch nie geschafft. Gibt es Lebensmittel, die das erleichtern?

liebe Grüße
Monika

Liebe Monika,
danke für deinen Kommentar!
Ich kenne leider keine Lebensmittel, die das Einstellen des Rauchens erleichtern, habe aber schon Gutes von Akupunktur gehört.
Liebe Grüße,
Katharina

Liebe Katharina,
vielen Dank für das Ansprechen dieses Themas, ist gerade bei mir super aktuell, da ich mit dem Befund einer fortgeschrittenen Paradontitis konfrontiert wurde, und nun schreckliche intensiv Reinigungen der tiefen Zahnfleischtaschen hinter mir habe, die auch total entzündet waren (Antibiotika mussten auch her). Alles verbunden mit starken Kopfschmerzen und eine so extreme Müdigkeit, dass ich fast den Alltag nicht mehr so richtig hinbekomme.

Ich ernähre mich schon länger etwas nach TCM (nur mit Hilfe deines und anderer Blogs), wie warmes Frühstück, zu Mittag oft Suppe, oder Salate mit gekochtem Getreide, aber abends eher klassische "Hausmannskost", mit viel Kartoffeln und Nudelgerichte. (für Mann und Kind, oder oft kocht mein Mann, und er tut sich schwer mit Gemüse, und Getreide der anderen Art ;-). Ich fürchte ich muss da noch konsequenter werden, oder was würdest du mir empfehlen? Seit kurzem versuche ich gezielt auf Süßes zu verzichten, mal sehen ob es hilft. Jedenfalls ist das Thema Paradontose/Paradontidis im Zusammenhang mit der TCM sehr spannend. Vielen Dank,
Liebe Grüße
Brigitte

Liebe Bri,
danke für deinen Kommentar! Das klingt ja sehr anstrengend und belastend. Ich wünsche dir, dass du bald eine Besserung bemerkst!
Ich denke, weniger Süßes zu essen ist auf jeden Fall empfehlenswert. Zucker schadet sowohl der Verdauung und dem Magen als auch den Nieren.
Du könntest abends versuchen, mehr die Beilagen wie Kartoffeln und Reis zu essen, und weniger das Fleisch oder die Wurst. Vorkochen hilft - mache dir z.B. einen großen Topf Reis, dann kannst du 3 Tage davon zu Abend essen (mit ein bisschen Beilage von dem, was die anderen essen). Oder du brätst dir ein paar Scheiben Zucchini oder Tomaten dazu, das geht schnell.
Liebe Grüße,
Katharina

Vielen Dank für deine tollen und einfachen Tipps! Finde ich beeindruckend, dass du dir Zeit nimmst auf jeden Kommentar zu antworten. Das ist einer der Gründe, warum dein Blog mein Lieblings TCM Blog ist. :-)
Liebe Grüße
Bri

Liebe Katharina!
Danke für den interessanten Beitrag!
Eine Frage hätte ich noch dazu:
Wie sehr hängt auch eine Parodontose mit einem Magen-/Milz- oder Nierenmangel zusammen?
Danke im Voraus!
LG Bettina

Liebe Bettina,
danke für deinen Kommentar!
Ja, Parodontose beginnt ja auch mit entzündetem Zahnfleisch, ist also auch als Magen-Hitze oder Yin-Mangel zu sehen. Wenn das Zahnfleisch zurückgeht, ist immer Yin-Mangel dabei (Yin ist die Substanz).
Liebe Grüße,
Katharina

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