Richtig essen im Herbst - die 5 wichtigsten TCM-Tipps

Foto von Karotten und Roten Rüben auf einem Brett aufgeschnitten

Wie hast du den Sommer verbracht? Ich hoffe, es geht dir richtig gut und du hast Wärme und Sonnenenergie für die kühlen Zeiten gespeichert, die bald auf uns zukommen. 

Falls du an den heißen Sommertagen viel Eiscreme und Rohkost gegessen hast und kalte Getränke getrunken hast, ist es jetzt wieder höchste Zeit, das zu ändern. Und so kommen wir gleich zum ersten Tipp dieses Artikels für die richtige Ernährung im Herbst.

1. Iss wieder regelmäßig ein gekochtes Frühstück und am besten auch ein warmes Mittagessen und Abendessen.

Die stark kühlenden Nahrungsmittel und Getränke wie Gurken- und Tomatensalat, Jogurt, Smoothies, Mineralwasser, Pfefferminztee und Eiscreme solltest du jetzt schön langsam reduzieren. Sie kühlen dein Verdauungsfeuer und erzeugen pathogene Feuchtigkeit, wenn wir sie im Übermaß essen. Durch ihre stark abkühlende Wirkung gehören sie eindeutig in den heißen Sommer. 

Fange deshalb wieder an, mehr zu kochen! Besonders das gekochte Frühstück stärkt die Verdauung und baut das Immunsystem auf, also unsere Abwehrkraft vor Viren und Bakterien. Hier findest du 3 köstliche Frühstücksrezepte nach TCM.

2. Koche dir einmal die Woche eine Kraftsuppe.

Ja, auch wenn der September sicher noch ein paar warme Tage bringt, ist jetzt die richtige Zeit für Kraftsuppen! So stärkst du dein Immunsystem und versorgst dich mit leicht verwertbarem Qi. 

Ich mag dieses einfache Rezept für Gemüsekraftsuppen

Karotten, gelbe Rüben, Sellerieknolle, frische Petersilie und ein Stück Lauch (Porree) mit getrocknetem Liebstöckl, gemahlenem Koriander, Kümmel und Bockshornkleesamen 2-4 Stunden in ausreichend Wasser köcheln lassen, salzen

Das Gemüse gibt es in Österreich als "Suppengrün" zu kaufen, sodass du nicht alles extra kaufen musst. Ich koche gerne einen großen Topf und fülle die Suppe dann heiß in saubere Schraubgläser ab (ohne Inhalt - den kannst du weiterverwerten oder wegwerfen, da das Gemüse nach der langen Kochzeit fast kein Qi mehr enthält - das ist alles in der Suppe :) ). Durch die lange Kochzeit wird die Suppe sehr aromatisch, auch ganz ohne Extra-Suppenwürze. Und das lange Kochen erhöht die stärkende und wärmende Wirkung.

Natürlich kannst du auch Fleisch dazugeben, nur wird die Suppe dann viel wärmender. Vor allem lang gekochte Fleischkraftsuppen können zu erhitzend sein, wenn du zu innerer Hitze neigst (erkennbar etwa an roten Ausschlägen, Nachtschweiß, Sodbrennen oder Verstopfung). Lies hier nach, um deinen Typ besser bestimmen zu können: 10 Schritte zu einer Diagnose nach TCM.

3. Nutze den September und koste dich durch die vielen Gemüsesorten und Früchte, die jetzt noch in deiner Region erhältlich sind.

Ja, bald kommt die karge Zeit, die Zeit des Kohls, der Kartoffeln und der Lager-Äpfel. Du merkst vielleicht beim Lesen, dass ich mich nicht so sehr darauf freue. Deshalb genieße ich den Herbst umso mehr, da jetzt noch so viele unterschiedliche und köstliche Gemüsearten aus Österreich erhältlich sind. Und die Kürbiszeit hat begonnen, juhuu! Wie wäre es z.B. mit gefülltem Ofenkürbis?

Gehe bald mal in den Supermarkt oder den Markt in deiner Nähe und schaue dich um, was gerade alles reif ist. Und dann ran an die Radieschen, Brokkoli, Spinat, Maiskolben, an Pflaumen, Brombeeren und Co. Durch Vielfalt in deiner Ernährung versorgst du dich mit Qi, baust dein Blut auf und stärkst allgemein deine Selbstheilungskräfte. 

4. Gehe früher schlafen.

An den Sommerabenden sind wir gerne länger auf, und das soll auch so sein - es ist lange hell, es ist warm, wir sitzen mit FreundInnen zusammen und plaudern... Herrlich! Ich habe diesen Sommer deutlich bemerkt, dass ich überhaupt weniger Schlaf brauche als im Winter. Das Aufstehen am Morgen ist mir so leicht gefallen, dass ich sogar in meiner kinderfreien Zeit um 6 oder 6.30 Uhr aufgestanden bin (ja, 10 Tage waren die Kinder bei den Großeltern, es war toll!). Dabei war ich immer eine Langschläferin, auch so eine Nebenwirkung der TCM-Ernährung... ;) 

Doch nun wird es wieder früher dunkel und die Tage werden kürzer. Laut der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sollen wir Menschen im Einklang mit der Natur leben, um gesund zu bleiben und möglichst lange zu leben. Und das bedeutet eben auch, wieder früher schlafen zu gehen. (Das mit dem späteren Aufstehen am Morgen wäre auch super, doch leider spielt da der Schul-Alltag nicht mit.)

Gerade wenn du oft müde und erschöpft bist, wenn du leicht und oft krank wirst oder wenn du eine chronische Krankheit hast, möchte ich dir von Herzen empfehlen, weit vor Mitternacht ins Bett zu gehen. Dann erholen sich dein Blut und dein Yin am besten, du bekommst mehr Energie und Kraft. 

Falls du Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen hast, findest du hier viele TCM-Tipps für besseren Schlaf: Video: Schlafstörungen aus Sicht der TCM - was steckt dahinter, was hilft?

5. Wirf einen ehrlichen Blick auf dein Leben - wie groß ist dein Stress? Und wäre es vielleicht gut für dich, mehr Ruhe in dein Leben zu bringen?

Ja, ich weiß, das ist eine Frage, über die du jetzt gerne hinweglesen würdest. Mein Gott, reicht es nicht, dass du schon so gesund isst, Sport machst und sogar die Süßigkeiten reduziert hast? Du hast nun mal viel zu tun, das wird sich jetzt auch nicht ändern.

Je mehr dich diese Frage nervt oder auch ärgert, oder wenn du sie schnell überliest, desto eher solltest du dich damit auseinandersetzen. Stress wirkt einfach gesundheitsschädlich, auch nach TCM. Er führt zu einer Leber-Qi-Stagnation, erzeugt Hitze im System und Druck, stört die Verdauung und schwächt das Immunsystem.

Natürlich gilt das nicht für jeden Stress - wenn du ab und zu unter Zeitdruck bist und dir die To-Dos aus den Ohren herausquellen und du nicht zum Schlafen und Essen kommst, wird dich das nicht gleich krank machen. Wenn das aber ein Dauerzustand ist, dann versuche jetzt etwas daran zu ändern. Du liest ja hier mit, das heißt, du willst etwas für dich tun, du willst, dass es dir besser geht! 

Dazu musst du nicht gleich dein ganzes Leben ändern (diese Vorstellung macht gleich noch mehr Druck...), sondern beginne mit kleinen Schritten:

  • Gehe früher schlafen (siehe Punkt 4), auch wenn es nur 15 Minuten früher ist.
  • Mache am Vormittag und am Nachmittag jeweils 10 Minuten Pause, in der du dich streckst, ein paar tiefe Atemzüge machst oder einfach ein paar Minuten die Augen zumachst.
  • Lies inspirierende Bücher, einige findest du hier.
  • Mache dir einmal oder zweimal in der Woche einen Termin mit dir selbst aus (schreibe ihn in den Kalender, damit nichts dazwischenkommt). Was könntest du tun, was dir Energie und Freude bringt? (Hobby, Freundin treffen, ausruhen, lesen, Massage...)
  • Schreibe auf, was dir wirklich wichtig ist im Leben. Und dann vergleiche, was du davon lebst. 
  • Suche dir Unterstützung durch FreundInnen, Familie, Psychotherapie, Coaching...

Und wenn du deine Ernährung endlich umstellen willst, um mehr Energie, innere Ruhe und Kraft zu bekommen, freue ich mich, dich jetzt dabei zu unterstützen! Klicke hier für alle Infos zum 3-Monats-Programm "Trust your Body". 

Welcher Punkt hat dich von diesen am meisten angesprochen, was wirst du ab heute umsetzen? Denn es geht ja immer ums TUN.

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Video: Vom kleinen und vom großen Yin - TCM-Tipps für Herbst und Winter

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Kommentare

Hallo Katharina, ich versuche möglichst 3x am Tag warm zu essen und habe eine Frage zu den thermischen Eigenschaften von Lebensmitteln. Verändert sich die thermische Eigenschaft wenn ich eigentlich thermisch kalte LM (Tomate, Gurke, Zucchine) erwärme.
Falls nicht, warum nicht.
Vielen Dank und viele Grüße
Heike

Ist da eigentlich ein Unterschied, wenn man die Suppe am Herd macht oder in einem elektrischen Druckkochtopf? Am Herd kann ich nur 99 Minuten einstellen :)

Liebe Herta,
danke für deinen Kommentar!
Ja, die Zubereitungsmethode beeinflusst immer auch die energetische Wirkung der Nahrung, so würde ich annehmen, dass der Druckkochtopf mehr Wärme/Hitze ins Essen reinbringt als das Kochen am Herd im normalen Topf. Aber es spricht nichts dagegen, ihn zu verwenden, probiere es einfach aus und spüre beim Essen hinein, ob dir die Suppe gut tut.
Liebe Grüße,
Katharina

Liebe Katharina!

Danke für deinen interessanten Beitrag. Ich fühle mich derzeit stark gestresst (2 kleine Kinder). Mit Kaffee rette ich mich über den Tag. Immer wieder habe ich Probleme mit meiner Verdauung (Durchfall aber auch immer wieder Verstopfung). Nun wollte ich dich fragen, wo ich am besten/einfachsten ansetzen kann? Das Thema scheint sehr komplex und momentan fehlt mir die Zeit (aber auch Energie) um mich hier richtig rein zu finden. Hast du ein paar einfache Tipps mit denen ich eine Veränderung der Situation schaffen kann? Derzeit esse ich leider eher selten warm, oft schnell zwischendurch bzw komme gar nicht dazu. Für ein paar Tipps (zum starten) wäre ich Dir sehr dankbar.

Danke!

Liebe Maria,
danke für deinen netten Kommentar!
Vielleicht könntest du dir einmal in der Woche einen großen Topf Gemüsekraftsuppe kochen, sie in Gläser abfüllen und jeden Tag einen Tasse heiß machen und trinken? Das wäre eine einfache Möglichkeit, dich zu stärken. Oder du beginnst mit dem gekochten Frühstück, z.B. kleinblättrige Haferflocken kurz aufkochen, ein paar Minuten ziehen lassen, mit Rosinen, Apfelmus und Sonnenblumenkernen oder Cashews essen. Das geht schnell, schmeckt gut und gibt auch Kraft.
Kannst du dir irgendwo Hilfe mit den Kindern organisieren, also BabysitterIn, länger im Kindergarten lassen etc.? Das wäre natürlich super.
Liebe Grüße und alles Gute,
Katharina

Liebe Katharina,
hier im Süden von Deutschland sind „Karotten“und „gelbe Rüben“ dasselbe! Sind damit vielleicht Pastinaken gemeint?
Liebe Grüße
Sandra

Liebe Sandra,
danke für deinen Kommentar! Gelbe Rüben sind bei uns etwas anderes als Karotten (sie sind gelb, Karotten sind orange). Aber du kannst natürlich auch Pastinaken nehmen, sie gehören auch zum Wurzelgemüse und stärken das Immunsystem und die Gallenblase.
Liebe Grüße,
Katharina

Liebe Katharina,
vielen Dank für einen tollen Blog ganz gemein und die wie immer interessanten und gut umsetzbaren Tipps hier! Ich eine ganz allgemeine Frage zu den Kraftbrühen, die du erwähnst. Ich ernähre mich nämlich seit einiger Zeit vegetarisch und fühle mich auch gut damit. Sobald es aber kälter wird, verspüre ich doch hin und wieder Lust auf eine "richtige" Brühe, also aus Knochen. Vor kurzem habe ich außerdem gelesen, dass das in Knochenbrühen enthaltene Kollagen wichtig für unsere Gesundheit ist.
Wie siehst du das? Fehlt Vegetariern aus Sicht der TCM etwas Wesentliches, also das Kollagen oder gibt es pflanzliche Alternativen?
Liebe Grüße und danke schon mal für deine Antwort!
Kathinka

Liebe Kathinka,
danke für deinen netten Kommentar!
Aus TCM-Sicht kannst du auch sehr gut vegetarisch leben, wobei als beste Eiweißquelle Hülsenfrüchte empfohlen werden (wenn man sie gut verdauen kann). Ich selbst esse keine Knochenbrühen, aber sie wirken auch laut TCM sehr stärkend, vor allem auf die Nieren.
Liebe Grüße,
Katharina

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