Lactose, Fructose, Histamin, Gluten? 8 TCM-Ernährungstipps bei Intoleranzen

Drei Kochlöffel aus Holz, mit zwei Kärtchen, auf denen Fructose und Lactose steht

Was steckt eigentlich hinter Unverträglichkeiten aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)? Und was hilft?

In diesem Artikel erfährst du die Ursachen von Intoleranzen und die wichtigsten Ernährungstipps nach TCM. Ich gehe nicht auf die einzelnen Unverträglichkeiten ein (Lactose, Fructose, Gluten...), sondern möchte hier einen Überblick geben. Im Detail gehen wir dann im April-Workshop im "Trust your Body" auf die verschiedenen Intoleranzen ein, inklusive genauerer Diagnose nach TCM und konkreten Kochtipps. Der Online-Workshop "Intoleranzen verstehen und verbessern" findet am 23. April um 19 Uhr statt (mit Aufzeichnung), exklusiv für alle TeilnehmerInnen des "Trust your Body". 

Ursachen von Intoleranzen aus Sicht der TCM

Egal, ob Fructose, Histamin oder Gluten - die Ursache aller Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist immer ein geschwächtes Milz-Qi, also die mangelhafte Umwandlung der Nahrung in Qi (Lebensenergie). Auf Deutsch: Die Verdauung ist überfordert und streikt.

Dazu können pathogene Feuchtigkeit, Kälte und/oder Hitze und eine Leber-Qi-Stagnation kommen, was zu den verschiedensten Symptomen führt. Typisch sind Verdauungsbeschwerden (Milz-Qi-Mangel), die bei Durchfall und Blähungen mit Feuchtigkeit einhergehen, aber auch Hautausschläge (Hitze und Feuchtigkeit) oder Kopfschmerzen (Qi-Stagnation) können sich zeigen. Und noch ganz viele andere Symptome, wie alle, die betroffen sind, zu erzählen wissen.

Interessanterweise erzeugt alles sehr Süße nach TCM Feuchtigkeit und zu viel Feuchtigkeit schwächt die Milz. Das trifft sowohl für die Fructose (Fruchtzucker) als auch die Lactose (Milchzucker) zu, zwei Substanzen, die vielen Menschen Probleme machen. Gerade diese beiden, aber auch Gluten, sind in vielen Fertigprodukte und Industriekost enthalten (Lactose in Milchpulver), die aus meiner Sicht eine große Rolle für die starke Verbreitung von Intoleranzen spielen. Erster Tipp: Lies immer die Zutatenliste von allem, was du kaufst, und lerne die Bedeutung der Inhaltsstoffe kennen (z.B. wieviele Ausdrücke es für Zucker gibt). 

"Die Milz liebt es warm und trocken."

Diese Weisheit aus der TCM zeigt schon, wodurch eine Milz-Qi-Schwäche - und damit über die Zeit auch Intoleranzen - entstehen kann: duch zu viel kaltes Essen (Rohkost, Jogurt, Brotmahlzeiten, Essen aus dem Kühlschrank, kalte Getränke...)  und zu viel befeuchtendes Essen (Zucker, Weißmehl, Käse, Kuhmilch, frittiertes Essen, zu viel Fett, Fruchtsäfte, Südfrüchte). Die Betonung liegt auf "zu viel"! Das heißt, du darfst alles essen, es kommt immer auf die Menge und Häufigkeit an.

Außerdem wird das Milz-Qi geschwächt durch:

  • Überessen
  • Fertigprodukte bzw. minderwertiges Essen
  • Diäten
  • unregelmäßiges Essen (Mahlzeiten auslassen)
  • zu viel grübeln und sich Sorgen machen
  • schnell und unachtsam essen
  • spätes, üppiges Abendessen

Auch hier gilt: Wenn du dich ab und zu überisst oder eine Mahlzeit auslässt, ist das normalerweise kein Problem. Aber wenn du das regelmäßig machst, kostet es dich Qi und bringt deine Verdauung durcheinander, was Intoleranzen hervorrufen oder verstärken kann.

"Eine starke Milz verzeiht kleine Fehler."

8 TCM-Ernährungstipps bei Intoleranzen

  1. Finde durch Beobachten und eventuell Austesten (Atemtest, Bluttest...) heraus, was du nicht verträgst. Ein Ernährungstagebuch ist dabei hilfreich. Sei dir bewusst, dass Tests in den meisten Fällen keine zu 100 % sichere Auskunft geben können. Wenn du dir sicher sein willst, lasse die entsprechende Substanz für 4 Wochen weg und beobachte, ob deine Beschwerden dann verschwinden. Falls ja, weißt du Bescheid. Schreibe dir eine Liste mit allen Gemüsearten, Getreidearten etc., die du verträgst und essen kannst. Konzentriere dich auf das, was möglich ist.
  2. Isst du schon ein gekochtes Frühstück? Falls nicht, dann starte damit! Das gekochte Frühstück (nicht nur warm, es sollte wirklich aus gekochten Zutaten bestehen) ist eines der wirksamsten Mittel, um das Milz-Qi aufzubauen. Falls du gar keinen Hunger am Morgen hast, probiere eine Gemüsebrühe zu trinken. Die ideale Zeit für das Frühstück ist zwischen 7 und 9 Uhr.
  3. Versuche auch so oft es geht ein gekochtes Mittagessen und ein gekochtes Abendessen zu essen, am besten immer zu ungefähr derselben Zeit (z.B. zu Mittag jeden Tag zwischen 12.30 und 13.30 Uhr). Deine Verdauung liebt Regelmäßigkeit! Frage dich: Wie kann ich es mir leicht machen? Vorkochen ist dabei oft hilfreich.
  4. Iss bevorzugt einfach zusammengestellte Mahlzeiten, mische also nur wenige Zutaten. Je mehr Zutaten du in einer Mahlzeit kombinierst, desto mehr muss deine Verdauung (Milz-Qi und Magen-Qi) arbeiten, um sie zu verdauen. Beispiel: Kartoffeln mit Zucchini und Spiegelei ist bekömmlicher als Kartoffeln mit Mischgemüse, Bohnen und Ham and eggs. Und du kannst leichter draufkommen, welches Nahrungsmittel du eventuell nicht vertragen hast.
  5. Meide Fertigprodukte wie Fertigsuppen, -saucen oder Tiefkühlpizza ebenso wie Industriekost. Versuche so oft wie möglich selber zu kochen, mit möglichst naturbelassenen Zutaten.
  6. Starte deinen Tag mit einem Glas heißem oder lauwarmem Leitungswasser und trinke über den Tag verteilt etwa 1,5 bis 2 Liter davon. Kräutertee kann Wasser nicht ersetzen, ist aber natürlich auch erlaubt. Meide kalte Getränke und versuche, auf Alkohol und Softdrinks möglichst zu verzichten. Bei Kaffee ist es unterschiedlich - spüre hin und sei ehrlich zu dir, wie du ihn verträgst. Mehr als 2 Tassen am Tag würde ich nicht empfehlen.
  7. Koche häufiger mit qi-stärkenden Zutaten wie Reis, Haferflocken, Polenta (Maisgrieß), Hirse, Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinaken, Sellerie, Hülsenfrüchten, Kürbis, Kartoffeln, Huhn (in Maßen, z.B. als Suppe), Forelle, Karpfen, Rosinen, Maroni - natürlich abgestimmt auf deine Unverträglichkeit und deine individuelle Verdauungsleistung. Iss nur, was dir gut bekommt.
  8. Reduziere alles, was stark befeuchtend wirkt: Weißmehl, Zucker, Brotmahlzeiten (v.a. in Kombination mit Käse und Rohkost), Jogurt, Orangen(saft), Banane, Smoothie, Kuhmilch, Frittiertes und Fettiges, zu viel Rohkost (v.a. Gurke, Tomate), Weizen (v.a. in Brot, Brötchen, Nudeln, Teig). 

Wichtig zu wissen ist, dass das einfache Weglassen der unverträglichen Substanz (z.B. Lactose oder Gluten) aus Sicht der TCM zu wenig ist. Auch lactosefreier Käse schwächt das Milz-Qi und wirkt befeuchtend, und glutenfreie Produkte sind oft stark verarbeitet und auch nicht unbedingt qi-stärkend. 

Ich möchte dich dazu ermutigen, deine Intoleranz nicht nur zu verfluchen, sondern sie als wichtige Botschaft deines Körpers zu verstehen, dass du etwas in deiner Ernährung und deinem Lebensstil ändern solltest. Vielleicht fühlst du dich dann insgesamt wohler in deiner Haut, hast mehr Energie und lernst besser, mit Stress umzugehen? Mit der TCM-Ernährung ist es möglich, Intoleranzen zu verbessern und teilweise ganz zu heilen (Ausnahme ist z.B. Zöliakie). Die Ernährungsumstellung ist aber kein Wundermittel, sondern verlangt Geduld und den Willen, sich die gesamte Ernährung und den eigenen Lebensstil (Schlaf, Stress, Emotionen, Verhältnis zum Essen an sich...) anzusehen und Schritt für Schritt zu verändern. 

Wenn du gemeinsam mit mir deine Ernährung umstellen willst, um deine Unverträglichkeit Schritt für Schritt zu verbessern, mehr Energie zu bekommen und Krankheiten vorzubeugen, freue ich mich, dich in meinem Onlineprogramm "Trust your Body - Finde deine typgerechte Ernährung nach TCM" zu begrüßen. 3 Monate lang bekommst du Videos, Audios, Rezepte und Texte mit alltagstauglichen und typgerechten Tipps, aufbauend auf dein Ergebnis des Onlinefragebogens zum Herausfinden deines Typs nach TCM, und ich unterstütze dich in 3 Frage-Antwort-Webinaren und einer privaten Facebook-Gruppe. Du kannst jederzeit mit dem Kurs beginnen. Gemeinsam schaffen wir es! Als Bonus bekommst du monatliche Themen-Workshops bis Oktober dazu, am 23. April um 19 Uhr ist unser Thema "Intoleranzen verstehen und verbessern". Ich freue mich auf dich. 

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