Kochen als Meditation und sinnliche Erfahrung (Gastartikel von Susanne Guggisberg)
Geschrieben von Katharina Ziegelbauer am 20. Januar 2026 - 9 Kommentare
Vor einigen Wochen habe ich einen Newsletter mit Tipps für schnelle Rezepte geschrieben, wie man sich das Kochen einfach machen kann. Daraufhin bekam ich diese wundervolle Antwort meiner Leserin Susanne Guggisberg, in der sie mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass Kochen auch etwas Schönes und Sinnliches sein kann. Sie hat mir die Erlaubnis gegeben, ihren Text zu veröffentlichen. Danke Susanne!
Ich möchte gerne eine Anmerkung bekunden.
Wie du oft geschrieben hast, kochst du nicht so gerne, dennoch überwindest du diese „Unlust“ und kreierst leckere und einfache Gerichte. Wie gerade beim jetzigen Newsletter gibst du sehr überzeugende Ratschläge für effizientes und zeitgewinnendes Kochen. Super!
Nun, mein Wunsch: warum nicht mal etwas schreiben über Kochen, das Spaß macht? Kochen kann doch positiv, stimulierend und zufriedenstellend sein?
Ich verbringe seit meiner Umstellung auf TCM täglich viel Zeit in meiner Küche. Doch mache ich das gerne, weil ich weiss, dass mir dieses Essen gut tut.
Oft koche ich abends nach einem anstrengenden Arbeitstag. Dennoch nehme ich mir die Zeit, richtig zu kochen (auch vorzukochen), und ich finde, dieses Herumhantieren in der Küche tut mir echt gut, ich kann herunterfahren und es beruhigt mich. Es ist schon fast wie eine Meditation. Ich kann in dieser Zeit noch den Tag gedanklich durchgehen und reflektieren oder über ganz anderes nachdenken, eine schöne Musik hören, kann echt abschalten.
Und: Kochen ist so etwas Sinnliches.
- Visuell: die Farbe eines Kürbis, das Gelb eines Maiskolben, das dunkle Violett einer Brombeere; herrlich!.
- Haptisch/taktil: jedes Gemüse fühlt sich anders an; glatt, rau, stachlig, kalt usw. Hast du schon einen Maiskolben geschält und die feinen Maishaare berührt?
- Akustisch: das Einfüllen von Hirse in das Aufbewahrungsglas tönt anders als Gerstenkörner. Das Knacken beim Öffnen der Erbsenschote, - fantastisch!
- Olfaktorisch: Der Duft des Porridge mit Zimt….hhhm wunderbar. Oder an einer reifen Melone riechen, das macht froh!
Auch Einkaufen kann sinnlich und interessant sein, wenn ich gewillt bin mir Zeit zu nehmen.
Und zuletzt Dankbarkeit:
Ich bin dankbar für unser Privileg, unsere Essgewohnheit so zu wählen, wie sie mir passt. Ich bin dankbar, dass wir hier in Europa praktisch alles kaufen können. Dass wir eine Ernährung haben können, die gesund ist und bezahlbar ist.
Also mein Anliegen: Koch-Unlust ummünzen in ein neues Experiment in lustvolles Kochen! Es gibt beim Kochen immer Momente, die einfach Freude bereiten. Zumindest beim Essen
Ende des Gastartikels
Wie empfindest du das? Kann Kochen etwas Schönes, Beruhigendes oder Sinnliches sein? Oder ist es etwas, das du schnell hinter dich bringen willst? Ich freue mich über deinen Kommentar.



Kommentare
Ich habe gerade mit deinrm Programm begonnen und somit auch damit, für mich zu kochen.
Ich habe die Abneigung gegens Kochen schon von meiner Mutter übernommen und fand Fasten cooler, weil ich immer gesagt habe, ich kann nicht kochen und es ist so rine Zeitverschwendung. Was kann man nicht alles statt dessen tun;-)!
Aber ich bin gerade richtig, richtig glücklich damit zu kochen. Mit Liebe und Zeit und Geduld und Hingabe... ich hatte alle paar Jahre schonmal einen Anflug und ahnte also, dass das etwas wirklich Sinnliches und Nährendes (im doppelten Sinn) sein kann... sogar für mich! Und ich bin so dankbar! Es ist so etwas anderes als sich Nahrungsergänzungsmittel reinzuwerfen und Proteinshakes runterzukippen!! Ich spüre richtig, wie ich mich beim Umrühren und Würzen weite und Qi oder Shen oder Glück oder einfach Freude am Tun entsteht und sich bzw mich entfaltet. Ich freue mich schon wieder aufs Vorbereiten meines Frühstücksbreis heure Abend und Einweichen... und morgen auf ein neues Suppenrezept. Ich probier alles aus gerade! Und es schmeckt mir alles, was ich mir da so kreiere. Und doppelt so gut, weil ich weiß und richtig merke, was ich mir da Gutes tue.
Ja, ich bin bereit, Kochen in mein Leben zu holen. Juhu!
Liebe Christina,
das ist so schön zu hören und freut mich sehr. Stimmt, Kochen kann auch meditativen Charakter haben und wenn man weiß, welche guten Zutaten im Gericht sind, schmeckt es gleich noch besser.
Viel Spaß weiterhin
Liebe Grüße
Elfi (Assistentin von Katharina)
Danke für diesen schönen Artikel!
Ich habe immer schon ziemlich gern gekocht. In den ca 2 Jahren bevor ich mit der TCM Ernährung angefangen habe, habe ich es aber sehr selten gemacht, weil ich meinte, ich hätte keine Zeit dazu und hab mir schnell irgendwo was geholt. Seitdem ich wieder koche, merke ich, wie sehr ich es vermisst habe und wie gut es mir tut. Es ist Zeit für mich.
Ich mag besonders gern: das Geräusch wenn ich Karotten schneide, das Ticken der Küchenuhr und natürlich vor allem: abschmecken :D
Liebe Lea,
danke für deinen Beitrag.
Ich kann aus Erfahrung sagen, dass es sich immer lohnt, sich die Zeit zu nehmen, gut für sich zu sorgen. Toll.
Liebe Grüße
Elfi (Assistentin von Katharina)
Liebe Katharina, ich empfinde das genauso. Ich habe durch die Histaminintoleranz und Laktoseunverträglichkeit und noch vieles mehr schon seit vielen Jahren meine Ernährung verändert. Ich koche mein Leben lang schon mit Liebe und Zuwendung an das was ich zubereite. Viele Stunden verbringe ich jeden Tag in der Küche. Da die Ernährung mit der wichtigsten Sachen im Leben hab ich das nie verstehen können, dass man schnell fertig sein möchte. Gute Ernährung und Unlust in der Küche passt einfach nicht zusammen. Ich finde deine Beiträge immer super. Kann aber leider an den Programmen nicht teilnehmen, weil ich die meisten Zutaten nicht vertrage. Aber das ist nicht so schlimm. Ich picke mir raus, was mit gut tut. Danke für all die tollen Empfehlungen. Mir geht es auf jeden Fall viel besser und ich mache es auch schon viele Jahre. Viel Lob an dich. Mach weiter so. Liebe Grüße, Maria
Liebe Maria,
vielen Dank für deinen Einblick und die netten Worte!
Alles Gute u. liebe Grüße
Elfi (Assistentin von Katharina)
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