Halsweh: TCM-Ernährungstipps und Hausmittel, die wirklich helfen

Halsweh: Salbeitee, Inhalieren und Gurgeln helfen

Hast du schon einmal mit Salbeitee gegurgelt, um deinen Halsschmerz zu heilen? Salbei kühlt die Lunge, wirkt desinfizierend und entzündungshemmend - das wirkt!

In diesem Artikel erfährst du weitere Ernährungstipps nach TCM und Hausmittel, die Halsweh natürlich bekämpfen.

Beantworte zuerst diese zwei Fragen, um die richtigen Mittel auswählen zu können:

1. Ist das Halsweh chronisch oder akut?

Wenn du unter chronischen, also immer wiederkehrenden Halsschmerzen leidest, steht nach TCM ein Mangel dahinter. 
 
Dabei handelt es sich um einen Lungen-Qi- oder Lungen-Yin-Mangel. Das bedeutet, die Lunge ist insgesamt geschwächt und zu trocken. Qi und Yin müssen langfristig gestärkt werden.
 
Eine andere Ursache kann ein zu heißer Magen sein, also Magen-Hitze. Durch den Meridian-Verlauf des Magens kann das an chronischen Halsschmerzen spürbar sein. Typische Symptome: Reflux, Sodbrennen, Magenschmerzen. Mehr dazu hier: Magenbeschwerden - 13 Nahrungsmittel, die nach TCM deinen Magen stärken
 
Akutes Halsweh bedeutet das Eindringen von Wind-Hitze oder von Wind-Kälte, die sich dann in Hitze verwandelt. Das ist die typische Erkältung.
 
Akute Halsschmerzen sind ein Fülle-Syndrom, das heißt, der pathogene Faktor muss ausgeleitet werden. Das geht umso besser, je schneller die Behandlung einsetzt.
 
Wenn du die entsprechenden Hausmittel gleich zu Beginn einsetzt, ist die Chance auf rasche Heilung groß.

2. Kälte oder Hitze?

Wenn du dich frisch verkühlt hast, ist die Kälte meist vorherrschend. Beispiel: nach dem Besuch eines Weihnachtsmarkts, bei dem du lange in der Kälte gestanden bist, kommst du ganz verfroren nach Hause und spürst ein Kratzen im Hals.

Zeichen für Kälte:

  • kalte Füße, frieren
  • Kratzen im Hals
  • geringes Fieber
  • flüssiges, weißliches Sekret aus Hals/Nase
Behandlung: wärmen
 
Wenn die Erkältung ein oder zwei Tage besteht, wandelt sich die Kälte oft in Hitze um. 

Zeichen für Hitze:

  • heißes Körpergefühl, schwitzen
  • starke Halsschmerzen
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • trockene Schleimhäute
  • gelbes, grünliches, dickes Sekret aus Hals/Nase
Behandlung: kühlen

Tipps für chronische Halsschmerzen

Folgende Symptome deuten auf Lungen-Yin-Mangel als Auslöser des Halswehs hin:
  • trockener Rachen und Rachenschmerzen
  • trockene Schleimhäute
  • innere Hitze bzw. rote Wangen
  • Neigung zu Verstopfung

Nahrungsmittel und Getränke, die die Lunge kühlen und befeuchten (für Lungen-Yin-Mangel):

  • Birnenkompott
  • Feta
  • gekochte Karotten
  • Karfiol (Blumenkohl)
  • Kürbissuppe
  • Mandeln und Mandelmus (jeden Tag ein Teelöffel)
  • schwarze Oliven
  • Pinienkerne
  • Butter, Obers (in kleinen Mengen)
  • Tofu
  • Eibischwurzeltee
  • Pfefferminztee
  • Salbeitee
Außerdem helfen ein Luftbefeuchter, nasse Tücher im Schlafzimmer und Inhalieren mit Salzwasser.
 
Folgende Symptome deuten auf Lungen-Qi-Mangel als Ursache:
  • Müdigkeit
  • schwache Stimme
  • kurzatmig
  • weicher Stuhl
  • Verschlechterung des Halswehs am Abend
  • infektanfällig

So baust du dein Lungen-Qi auf:

Die Lunge ist im 5-Elemente-Zyklus (Teil der TCM) das "Kind" der Milz. Und die Milz ist für unsere Verdauung zuständig.
 
Stärke deine Verdauung mit regelmäßigen, gekochten Mahlzeiten, dann wird sich auch deine Lunge erholen. (Webinar-Aufzeichnung "Verdauung nach TCM")
 
Speziell empfehlenswert sind gekochte Haferflocken zum Frühstück, Karotten und Kürbis sowie Kraftsuppen (mehr Tipps für dein Lungen-Qi).

Tipps für akute Halsschmerzen

Bestimme zuerst, ob Kälte oder Hitze die Ursache deiner Halsschmerzen ist (siehe oben unter 2.).

Behandlung bei Kälte:

Trinke einen frischen, starken Ingwertee: ein Stück Ingwerwurzel in Wasser 10 Minuten auskochen, etwas Honig nach Geschmack dazugeben. Ingwer wärmt stark und vertreibt durch seinen scharfen Geschmack den Krankheitserreger. Honig harmonisiert und lindert Schmerzen.
 
Iss gekochte Speisen aus folgenden Nahrungsmitteln:
  • Lauch
  • Zwiebel
  • Fenchel
  • Reis
  • scharfe Gewürze in Maßen

Behandlung bei Hitze:

Trinke Salbeitee, Lindenblütentee, Pfefferminztee und Kamillentee. Vor allem Salbeitee eignet sich auch gut zum Gurgeln. Etwas Honig zum Tee harmonisiert die Wirkung und lindert Schmerzen.
 
Probiere, eine Zitronenscheibe mit etwas Salz zu essen. Zitrone kühlt nach TCM Wind-Hitze und leitet Toxine aus. Salz wirkt zusätzlich entschleimend.
 
Salzwasser (ein halber Teelöffel Salz auf 1 Glas warmes Wasser) eignet sich zum Gurgeln und wirkt abschwellend.
 
Topfen (Quark) wirkt kühlend und entgiftend und eignet sich sehr gut für einen Wickel. Gib den lauwarmen Topfen auf ein Geschirrtuch und wickel dir dieses um den Hals (Topfen liegt nicht auf der Haut, sondern im Tuch eingepackt). Nun noch ein warmes Tuch darüber und ca. 20 Minuten oben lassen, je nachdem, wie lange es für dich angenehm ist. 
Einen solchen Halswickel kannst du auch mit Salzwasser oder Zitronenwasser machen. Ein weiterer Tipp ist Retterspitz, erprobt und empfohlen von @MaraKolumna von meiner Twitter-Timeline. 
 
Iss vorwiegend gekochte Speisen aus folgenden Nahrungsmitteln:
  • Kohlrabi
  • Rettich
  • Radieschen
  • Tofu

Verzichte auf erhitzende scharfe Gewürze, Knoblauch, Zwiebel, Lauch und Ingwer. Auch die Hühnersuppe ist bei akutem Halsweh übrigens keine gute Idee, da sie nach TCM den pathogenen Erreger stärken würde (das gilt auch für Eier). 

Folgende Tipps helfen bei jeder Art von Halsweh, egal ob chronisch oder akut, ob durch Hitze oder Kälte verursacht:

  • Trinke viel, am besten warme Getränke. 
  • Inhalieren mit Salzwasser oder Kamillentee hilft auch immer, ebenso wie feuchte Raumluft (Luftbefeuchter, nasse Tücher aufhängen).
  • Verzichte aufs Rauchen.
  • Gönne dir bitte Erholung, wenn du Halsweh hast. Körperliche Ruhe hilft, wieder gesund zu werden.
  • Und vergiss nicht, deinen Hals schön warm zu halten!
Wenn die Schmerzen nicht besser werden, gehe bitte zum/zur ÄrztIn.
 
Welches ist dein Geheimmittel gegen Halsweh? Verrate es mir in den Kommentaren. Hilfreiche Tipps nehme ich gerne in den Artikel auf!
 
Vielleicht interessieren dich auch meine Tipps für Schnupfen und Husten bei Kindern. (Sie gelten auch für Erwachsene. :) )

 

Kommentare

Liebe Katharina,

meine Tochter (19 Jahre) erkrankte zu Ostern (das ist jetzt 12 Wochen her) am Pfeifferschen Drüsenfieber. Letzte Woche wurden die Laborwerte noch einmal kontrolliert und Leber- und EBV-Werte sind immer noch zu hoch! Sie hat auch schon wieder mit Halsschmerzen und Erkältungssymtomen zu kämpfen. Heute war sie erneut beim HNO-Arzt, der sie wieder krank schrieb. Lt. seiner Aussage ist das wohl jetzt chronisch und würde immer wieder kommen. Was können wir ernährungstechnisch tun, um dem entgegen zu wirken und dass sie wieder auf die Beine kommt?
Viele liebe Grüße, Angela.

Liebe Angela,
danke für deinen Kommentar!
Bei einer solchen Krankheit würde ich unbedingt zu einem TCM-Arzt/Ärztin gehen, um entsprechende Kräuter zu nehmen. Ich würde mich nicht damit abfinden, dass das jetzt immer wiederkommt, das muss wirklich nicht sein! Jetzt geht es darum, alternative Ansätze auszuprobieren und zu schauen, wie deine Tochter sich am besten stärken kann. Dazu zählt die Ernährung ebenso wie Stress und unbefriedigende Lebensumstände, wie belastende Beziehungen oder emotionale Traumata. Bei der Ernährung wäre am wichtigsten, regelmäßige gekochte Mahlzeiten mit hochwertigen Zutaten zu essen, hoher Gemüseanteil, tierisches Eiweiß als kleine Beilage (oder Hülsenfrüchte). Weniger Weißmehl, Zucker, Kaffee, möglichst keine Softdrinks und Fertigprodukte, weniger Brotmahlzeiten und Milchprodukte, weniger Rohkost.
Liebe Grüße und alles Gute für deine Tochter,
Katharina

Liebe Katharina, ich folge mit großer Begeisterung und Dankbarkeit Deinen Tips. Uns helfen bei aufkommenden verkühlungen Sternaniskapseln (zb selbsthergestelltein der St Charles Apotheke in Wien) sehr sehr gut! Gleich 3x2 (entgegen der Empfehlung) auf der Packung gleich etwas höher dosiert..

Liebe Tina-Maria,
danke für diesen tollen Tipp, das kannte ich noch nicht!
Liebe Grüße,
Katharina

Hallo Katharina,

dieses Jahr, genauso wie letztes Jahr, sogar noch am selben Tag (hatte es in meinem Tagebuch eingetragen), bekam ich Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden und Fieber.
Diesmal konnte ich es mit Belladonna C1000 auskurieren in wenigen Tagen.

Kennt man die Tollkirsche in der TCM (wahrscheinlich eher nicht, wegen der hohen Giftigkeit)? Diese scheint auch gegen Hitze zu wirken. Mir war es z.B. viel zu warm bevor ich die Halsschmerzen bekam. Die Kollegen haben immer viel geheizt und auch Zuhause wurde nicht mit der Heizung gespart, so das es wärmer als im Sommer war.

Viele Grüße
Peter

Lieber Peter,
danke für deinen Kommentar!
Interessant, dass du es genau am selben Tag wie letztes Jahr bekommen hast.
Ich kenne mich mit TCM-Kräutern nicht aus, da gibt es ja Tausende davon (die Domäne von TCM-ÄrztInnen). Das habe ich zu Belladonna/Tollkirsche gefunden: https://www.therapeutika.ch/Atropa+belladonna
Liebe Grüße,
Katharina

Liebe Katharina,
vielen Dank für die vielen guten Tipps und auch das Webinar zum Thema Immunsystem. Du hattest geschrieben, den Hals schön warmhalten. Tipp von meiner HNO Ärztin, nur als Vorbeugung. Bei akutem Halsweh = Entzündung, wird durch die Wärme alles noch verstärkt, daher gab sie mir mit auf den Weg, bei Entzündung zu kühlen, darüber ein warmes Handtuch und im Bett bleiben. Lg Ursula

Liebe Ursula,
danke für deinen netten Kommentar!
Dieser Tipp ist interessant, danke fürs Teilen. Für mich war ein Halstuch immer angenehm bei Halsweh, auch wenn es akut ist und Hitze dahintersteckt. Da muss ich mal darüber nachdenken bzw. es beim nächsten Mal ausprobieren. Es stimmt, die Hausmittel wie der Topfenwickel sollen ja kühlen.
Liebe Grüße,
Katharina

Hallo,
ich hatte von Mai diesen Jahres bis Ende Juni/Anfang Juli dauerhaft geschwollene Lymphknoten (nur im Halsbereich). Jeden Morgen waren die Lymphknoten extrem geschwollen, im Laufe des Tages ist es besser geworden. Ich war, nachdem ich es mit herkömmlichen Mitteln (Parkemed, Tantum Verde Spray, Tee, körperliche Schonung) probiert habe, beim Hausarzt und habe ein Breitbank-Antibiotikum erhalten (Clavamox). Er hat nämlich vermutet, dass es sich um eine bakterielle Infektion handelt, die mein Körper nicht wegbekommt. Hat leider nichts geholfen – ab zum nächsten Hausarzt, wieder ein Breitband-Antibiotikum bekommen, wieder nichts geholfen. Hat mich noch mehr geschwächt gefühlt als vor der Einnahme der beiden Medikamente. Ein kleines Blutbild habe ich auch machen lassen, war unauffällig.
Ab zum HNO Arzt- großes Blutbild (unauffällig), Ultraschall wegen Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber (Schilddrüse, Leber, Milz unauffällig), Antikörperbestimmung (alle Viren getestet die eine chronische Lymphdrüsenschwellung hervorrufen könnten, ebenfalls unauffällig bis auf Mononukleose, das ich bereits 2014 P.D hatte) – sprich alles testen lassen was sein könnte, der Arzt hat sich meine Beschwerden selbst nicht ganz erklären können, über die ganzen Tests hinweg sind meine Beschwerden aber besser geworden und meine Kraft ist langsam zurückgekommen, womit sich eine weitere Ursachenforschung erübrigt hat.
Sorry für die lange Vorgeschichte.

Jetzt, seit ca. Anfang September wieder sehr ähnliche Beschwerden (ich war also genau 2 Monate fit). Lymphknoten nicht ganz so stark geschwollen wie beim letzten Mal aber doch, Schwächegefühl genau wie gehabt – ich mache in der Regel sehr viel Sport (Fußball, Fitness) und bin nicht in der Lage dazu, zumindest nicht mit 100%. Ich habe mich in dieser Zeit bis heute (also ca. 2 Wochen) komplett geschont und auf alle Faktoren die eine Genesung verzögern verzichtet (Sport, Alkohol, etc.) und es hat sich kaum etwas gebessert. Da ich letztes Mal erst sehr spät zum Arzt gegangen bin wollte ich diesmal nicht den selben Fehler machen und habe beim HNO eine zelluläre Immunstatus Bestimmung machen lassen und einen Rachenabstrich, sprich die einzigen beiden Dinge die er noch machen kann (glaube ich zumindest). Die Ergebnisse bekomme ich erst kommende Woche, vermute aber fast dass wieder nichts raus kommt.
Nochmal zu den Symptomen – keine Schluckbeschwerden (zumindest kaum), Lymphknoten sichtbar geschwollen (fühlt sich zugeschnürt an, wurde auch beim US als merkbar vergrößert erkannt), Schwächegefühl und mehr Müdigkeit als sonst. Klingt nicht besonders schlimm, aber über einen langen Zeitraum extrem mühsam und auch eine psychische Belastung mit der Zeit.
Jetzt meine Frage und Sie bzw. jeden der das liest – irgendwelche Tipps für mich oder Ideen was das sein könnte? Irgendeine Facharzt Empfehlung? Bin mittlerweile für alles offen.
Danke schon mal im Voraus.
Liebe Grüße,
Thomas (22)

Seiten

Neuen Kommentar schreiben