Geschwollene Beine in der Schwangerschaft? 6 TCM-Ernährungstipps gegen Ödeme

Schwangere Frau. Foto: Pixabay

Ein Hinweis vorab: Die Tipps gelten auch für nicht schwangere Frauen und Männer mit Ödemen! :)

Schwanger sein ist wunderschön!

Oder?

Ich war ja selber zweimal schwanger und es war wirklich wunderschön. Aber gleichzeitig gab es auch Dinge, die überhaupt nicht schön waren.

Bei mir war es der niedrige Blutdruck und dadurch Schwindelanfälle, und außerdem die Übelkeit in den ersten drei Monaten. Nicht so angenehm.

Bei vielen Frauen sind es Wassereinlagerungen, also Ödeme, die ihnen das Leben schwer machen.

Die Knöchel werden dick, die Füße, die Beine, vielleicht schwellen auch Finger und Augen an.

In der TCM gibt es dagegen einfache, aber wirkungsvolle Tipps aus der Ernährung.

 

Bevor wir dazu kommen, möchte ich dich aber bitten, unbedingt bei deiner Gynäkologin nachzufragen, um ernstere Ursachen von Wasseransammlungen auszuschließen, wie eine Gestose.

Bei einer Gestose treten neben Ödemen noch erhöhter Blutdruck und eine übermäßige Eiweißausscheidung mit dem Urin auf (Infos bei frauenaerzte-im-netz.de).

 

Ödeme treten auch öfters bei gesunden Frauen in der Schwangerschaft auf. Und genau dann helfen die folgenden Ernährungstipps aus der Traditionellen Chinesischen Medizin weiter.

1. Iss mehr gekochte Speisen.

Das ist der wichtigste der 6 Tipps!

Die Ursache von Ödemen ist nach TCM immer ein Yang-Mangel (Yin und Yang - brauche ich das überhaupt?).

Das bedeutet, dass dein "Feuer" nicht genügend brennt, es ist zu kalt in deinem Körper. So kann das übermäßige Wasser nicht verdampfen und sammelt sich an.

Man unterscheidet übrigens den Milz-Yang-Mangel und den Nieren-Yang-Mangel.

Milz-Yang-Mangel: Die Wasseransammlungen sind im Gesicht, Fingern und/oder Beinen.

Nieren-Yang-Mangel: Die Wasseransammlungen sind vorwiegend im unteren Körperteil, also den Beinen. (Quelle: Leitfaden Chinesische Medizin, Verlag Elsevier)

Ändert das etwas an den Ernährungsempfehlungen? Nein!

Iss in jedem Fall mehr gekochte Mahlzeiten, am besten dreimal täglich (inklusive einem gekochten Frühstück).

2. Lass Rohkost, Jogurt und kalte Getränke eine Zeitlang links liegen.

Dieser Tipp hängt direkt mit dem ersten zusammen.

Mindestens so wichtig, wie das Feuer mit gekochten Speisen wieder anzuregen, ist es, stark Abkühlendes zu meiden.

Meide am besten eine Zeitlang komplett:

  • Essen aus dem Kühlschrank
  • Fruchtsaft (vor allem Orangensaft)
  • kalte Getränke
  • Jogurt
  • rohe Tomaten
  • rohe Gurke
  • Smoothies
  • Südfrüchte

Beachte diese Regel so lange, bis deine Wasseransammlungen weniger geworden sind.

Und keine Angst, du bekommst auch ohne Rohkost ausreichend Vitamine, nämlich durch gekochtes Gemüse, Getreide, Nüsse, Trockenfrüchte... Wenn du magst, kannst du einen rohen Apfel am Tag essen, der ist nur sanft kühlend.

3. Schränke den Zucker stark ein.

Hmm, jetzt wird es schon etwas unangenehm, oder?

Zumindest wenn du so wie ich sehr gerne Süßes isst.

Der weiße Zucker wirkt nach TCM sehr stark befeuchtend und verstärkt deine Ödeme.

 

Versuche, ihn mit gesunden Süßigkeiten zu ersetzen:

  • Kokoschips
  • Kompotte
  • Studentenfutter
  • selbst gekochte Süßspeisen wie Grießbrei
  • Trockenfrüchte

Hier findest du ein gesundes süßes Rezept, das blitzschnell zuzubereiten ist. 

Wichtig: Kaufe dir die ungesunden Süßigkeiten nicht mehr, sonst machst du es dir schwerer als notwendig.

4. Lass die Kuhmilch und den Käse weg, vor allem den Weichkäse.

Ebenso wie Zucker wirken Kuhmilch und Käse stark befeuchtend und können die Wasseransammlungen verschlimmern.

Der Schuss Milch im Kaffee zählt übrigens nicht! :)

Aber wenn du gerne Cafe Latte oder Kakao trinkst, versuche, diese eine Zeitlang wegzulassen.

Dasselbe gilt für Käse, vor allem für weichen Käse wie Topfen (Quark), Aufstriche aus diesem, Mozzarella etc. Wenn du gerne Käse isst, bevorzuge den harten, würzigen Käse (Alles Käse? Wie Käse nach TCM wirkt und 3 Tipps).

Tipp: Du kannst die befeuchtende Wirkung von Käse reduzieren, wenn du ihn zu gekochten Nahrungsmitteln isst, z.B. zu Kartoffeln oder Reis und Gemüse. Oder gib dir die Käsestücke in eine Gemüsesuppe. Im Gegensatz dazu verstärkt Brot die befeuchtende Wirkung. Also: Lieber Kartoffeln mit Käse als ein Käsebrot. Oder das Käsebrot zur Suppe essen.

5. Iss häufiger Linsen und Bohnen.

Hülsenfrüchte wirken nach TCM trocknend und stärken deine Nieren ebenso wie deine Milz. Beides ist sowohl für die Ödeme als auch allgemein in der Schwangerschaft sehr wünschenswert.

Bei Ödemen empfiehlt die TCM besonders Adzukibohnen und Mungbohnen, die als besonders trocknend gelten.

TCM-Rezept gegen Ödeme in der Schwangerschaft (Quelle: Leitfaden Chinesische Medizin, Elsevier Verlag, S. 1383):

12 g Mungbohnen mit 12 g Adzukibohnen und 12 g schwarzen Sojabohnen und 3 g Süßholzwurzel gemeinsam in ausreichend Wasser weichkochen (vorher waschen).

Jeden Tag in zwei Portionen essen und die Flüssigkeit trinken.

Dieses Rezept ist ein Beispiel für die Anwendung der Hülsenfrüchte, sie wirken aber auch, wenn du sie einfach regelmäßig in deine Ernährung einbaust.

Achte bitte immer auf deine Verdauung. Du solltest keine Blähungen von den Hülsenfrüchten bekommen. Wenn das der Fall ist, kann dein Körper die wertvollen Inhaltsstoffe nicht aufnehmen und die Mahlzeit schadet mehr als sie nutzt.

Koch-Tipps bei Blähungen nach Hülsenfrüchten:

  • Verringere die Menge (z.B. nur 1 EL Linsen zur Suppe oder dem Reis dazugeben)
  • Verwende verdauungsfördernde Gewürze wie Kardamom, Kümmel, Kreuzkümmel, Koriander (die Samen).
  • Weiche die Linsen oder Bohnen über Nacht ein und schütte das Einweichwasser weg.
  • Koche einen Teelöffel Algen mit, das erhöht ebenfalls die Bekömmlichkeit. Und liefert extra Mineralstoffe. (Achtung bei Schilddrüsenüberfunktion, da Algen viel Jod haben.)

Du musst die Bohnen und Kichererbsen übrigens nicht frisch kochen, in der Dose (Bio) sind sie schon vorgekocht und genauso wertvoll. Wasche sie gut ab und mische sie mit dem Getreide oder Gemüse.

6. Iss mehr Reis, Hirse und Polenta und weniger Nudeln.

Nudeln, speziell die aus Weizen, sind ebenfalls befeuchtend (siehe Tipps 3 und 4).

Reis, Hirse und Polenta wirken hingegen trocknend und können deine Ödeme verringern.

Ideal wäre es auch, wenn du Weißmehl und die Produkte daraus weglässt. Diese befeuchten ebenfalls sehr stark.

Quintessenz:

Mit einigen Ernährungsänderungen kannst du deine Ödeme innerhalb einiger Wochen positiv beeinflussen!

Die gute Nachricht: Du musst nicht alles umsetzen. Suche dir 2 oder 3 Punkte heraus, die dir am einfachsten erscheinen, und fange einfach an.

  • Koche dir öfter etwas und iss weniger Kaltes.
  • Trinke warme Getränke und iss weniger Rohkost.
  • Und iss mehr Linsen, Bohnen und Reis und weniger Nudeln, Käse und Brot.

Du wirst sehen, es ist nicht so schwer und es wirkt. :)

 

Vielleicht interessiert dich auch folgender Artikel:

Essen in der Schwangerschaft - Teil 1 (erstes Schwangerschaftsdrittel, darin findest du Links zu Teil 2 und 3)

 

Hast du Geheimtipps gegen Ödeme? Dann teile sie mir uns in den Kommentaren, danke dafür! 

Kommentare

Liebe Katharina!
Danke vorweg für deine super Arbeit, ich habe schon einiges gelernt und viel umgesetzt, was mir echt geholfen hat.
Derzeit habe ich mit Wasseransammlungen zu kämpfen, da ich gewisse Medikamente nehmen muss, die dies als Nebenwirkung haben, und das macht mir sehr zu schaffen. Ich bemühe mich jetzt, mit der TCM-Ernährung die Ödeme sich nicht zu sehr ausbreiten zu lassen bzw. auch wieder loszuwerden. Mein Frage dazu ist: Ich habe gehört, dass zu hoher Eiweißkonsum und auch zu hoher Salzkonsum bei Ödemen schlecht ist, sieht das die TCM auch so? Ich brauche Eiweiß, um satt zu werden, und salzig esse ich auch gerne (nicht übertrieben, aber dennoch).
Danke und herzliche Grüße
Anna

Liebe Anna,
danke für deinen Kommentar und das nette Feedback, das freut mich!
Salz in kleinen Mengen wirkt nach TCM befeuchtend, zu viel Salz trocknend (aber nicht im positiven Sinne, sondern es schädigt dann das Blut und die guten Körpersäfte). Fleisch und Eier in zu hoher Menge können Feuchtigkeit, also auch Ödeme, verschlimmern, ich würde sie jedoch nicht ganz verteufeln, ebensowenig das Salz.
Liebe Grüße,
Katharina

Ich finde deine Seiten sehr informativ, du bereitest die Inhalte toll auf. Vielen Dank!
Ich kämpfe mit einem schlechten Bindegewebe, mir ist ständig kalt. Außerdem neige ich zu Bähungen/Völlegefühl/Verstopfung im Wechsel mit Durchfall. Hinzu kommen teilweise schmerzhaft geschwollene Beine, speziell im Sommer, aber auch in der kalten Jahreszeit, weswegen ich mittlerweile Stützstrümpfe trage. Die Schulmedizin sagt, dass meine Venen komplett in Ordnung sind, das habe ich abklären lassen, auch Gastroskopie und Endoskopie sind ohne Befund.
Ich habe vor einiger Zeit begonnen meine Ernährung auf "warm" umzustellen mit 3 warmen Mahlzeiten und habe auch meinen Brotkonsum auf ein Minimum reduziert. Bei der Verdauung habe ich das sofort gemerkt, auch mein Bedürfnis nach süßen Speisen/Schokolade hat sich dadurch reduziert.
Kann ich darüber hinaus etwas tun, um die pathogene Feuchtigkeit zu reduzieren und das Problem der schmerzhaften, geschwollenen Beine/Cellulitis in den Griff zu bekommen? Ich bin dankbar für deine Einschätzung :-)
Liebe Grüße Margit

Liebe Margit,
danke für deinen Kommentar!
Die überwiegend warme/gekochte Ernährung ist schon mal sehr wichtig, um die Feuchtigkeit zu reduzieren, super! Es ist einfach wichtig, dass du dranbleibst, du wirst merken, auch die Beine werden dann besser werden. Zusätzlich so gut es geht Süßes und Kuhmilch, Smoothies, Fruchtsäfte, Eis und Fettiges meiden, Fertigprodukte weglassen, auf Stress und die Emotionen achten... Wenn du extra noch etwas machen willst, kannst du TCM-Kräuter nehmen, erhältlich beim TCM-ÄrztIn.
Liebe Grüße,
Katharina

Hallo Katharina,
ich bin gerade im 9. Monat, also schon im Endspurt und kann meine gesamte Schwangerschaft Gott sei Dank auch als wunderschön empfinden. Die Beschwerden halten sich total in Grenzen (kaum Übelkeit, keine Ödeme, keine Kreuzschmerzen, nur etwas Kreislaufprobleme durch niedrigen Blutdruck und zu wenig Eisen - ähnlich wie bei dir :) ) und das sicher auch, weil ich mich bemühe, mich TCM-technisch gut und ausgewogen zu ernähren. "Schuld" an meiner Umstellung auf TCM war vor einigen Jahren meine unreine Haut (damals ernährte ich mich viiiiiieel zu kalt und zu feucht und es dauerte Monate bis ich mittels täglichen Suppen und Haferflocken-Frühstücksbrei mein inneres Feuer wieder fand). Insofern auf jeden Fall sehr interessant zu lesen, was sonst noch gegen zu viel Feuchtigkeit im Körper hilft. In der Schwangerschaft hatte ich witzigerweise aber sogar manchmal richtig Lust auf Joghurt und Buttermilch (vielleicht brauchte ich das Kalzium...?). Gebe Alexandra völlig recht, der Körper sagt schon, was er braucht, wenn wir nur (wieder) lernen, auf ihn zu hören.

Vielen Dank an dieser Stelle für deine interessanten Artikel und dass du dein Wissen so großzügig mit uns allen teilst! :) Ich lese hier immer wieder gerne rein (und bleib genauso oft hängen... :) )

Alles Liebe,
Bianca

Liebe Bianca,
danke für deinen netten Kommentar und das Teilen deiner Erfahrungen mit der TCM!
Dann wünsche ich dir eine sehr gute Rest-Schwangerschaft und eine wundervolle, unvergessliche Geburt. (Bei mir waren meine 2 Geburten wirklich wundervoll, das war ein Riesenglück.)
Liebe Grüße,
Katharina

Liebe Katharina,
du beschreibst hier Ödeme in der Schwangerschaft. Gelten deine Beschreibungen und Tipps auch für herkömmliche Ödeme die nicht in der Schwangerschaft auftreten?
Danke für deinen tollen Blog!!! Dein Buch das bald erscheint habe ich schon vorbestellt!
Liebe Grüße
Dagmar :-)

Liebe Dagmar,
danke für deinen netten Kommentar!
Ja, die Tipps gelten auch für herkömmliche Ödeme.
Liebe Grüße,
Katharina

Liebe Katharina! Wieder ein sehr gelungener Artikel ;)...wobei ich gehöre definitiv nicht zu den Frauen, die eine Schwangerschaft schön finden. Für mich war es ein notwendiges Übel um ein bzw. zwei Babys zu bekommen ;)...was ich sehr lustig fand, als ich deine Tipps gelesen habe ist, dass ich eigentlich genauso in der Schwangerschaft gegessen habe - zumindest in der zweiten. In der ersten habe ich beinahe die ganze SS gebrochen und da wusste ich noch nicht, dass mir gekochtes Mahlzeiten einfach besser bekommen. In der zweiten SS habe ich mich daran gehalten: nur gekochtes, wenig Käse (außer Parmesan über Risotto), keine Brotmahlzeiten, kein Joghurt und Co, keine Südfrüchte und nur sehr wenig Obst. Auch Süßes mochte ich lustigerweise nicht wirklich...der Körper weiß schon, was er braucht, wenn man ihn lässt und auf ihn hört! :) Liebe Grüße, Alexandra

Liebe Alexandra,
danke für deinen Kommentar! Ja, jede empfindet eine Schwangerschaft anders, das finde ich sehr interessant. Bei mir war es so ein Mittelding.
Liebe Grüße,
Katharina

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