Gehen Sie hinaus und bewegen sich – jetzt!

Florian Thamer beim Paragliding

Gastartikel von Florian Thamer (www.thamer.at)

Es ist die Hölle. Heute war ein richtig mühsamer Tag. Viel Stress, viele Probleme und viel zu viel Kaffee. Auch wenn meine antrainierten Maßnahmen greifen, viel Wasser trinken, Obst und Gemüse naschen, fühl ich mich ausgelaugt und fertig.

 
Ich sitze endlich im Zug und fahre nachhause. Der Regen peitscht ans Fenster und das Wetter ist ziemlich schlecht. Die Sonne ist schon lange weg und die dunklen Wolken verbreiten eine Stimmung, die mich eigentlich dazu einladen, mich vor einen warmen Kamin mit Lagerfeuer zu setzen.
 
… geht nicht. Zuhause angekommen freue ich mich auf meine Laufschuhe. Ich ziehe mir Laufhose und Goretex-Jacke an. Meine Stirnlampe sitzt perfekt auf meinem warmen Merinowollstirnband. Ich überwinde meine „müden Gefühle“ und laufe Richtung Wald.
 
 Mittlerweile ist es stockdunkel und die Menschen auf den Straßen verziehen ihre Gesichter, weil der Regen in ihr Gesicht peitscht. Bei mir ist es anders. Ich genieße es, ich lasse es zu, voll entspannt kommen schon die ersten Glücksgefühle. 
 
Ich laufe in den Wald und bin alleine im Dunklen. Es ist gar nicht so kalt, der Regen ist gar nicht so schlimm, die Luft ist perfekt. Ein herrliches Gefühl. Heute laufe ich meine kleine 10-Kilometer-Runde mit ein paar Höhenmetern. Nach einer Stunde bin ich völlig entspannt und ausgeglichen wieder daheim. Pah war das gut….
 
Für mich persönlich ist Bewegung nicht mehr wegzudenken – es automatisiert sich und gleicht meinen Körper aus.
 
Was meine ich mit „automatisieren“? Dass mein Körper Bewegung braucht. Ob ich Stiegen gehe oder kleine Strecken einfach laufe. Auch in der U-Bahn oder in der ÖBB mach ich Klimmzüge oder im Büro mal ein paar Liegestütz, warum nicht? Auch wenn mein Umfeld hin und wieder die Situation als eigenartig einstuft, so ist mir das ziemlich egal!
 
Ich verbringe auch viel Zeit in den Bergen und das bei jedem Wetter. Natürlich gibt es viele verschiedene Spielarten, um Spaß zu haben. Das Schöne ist, dass hier für jeden etwas dabei ist. Wie hoch das Risiko sein soll, muss jeder selbst einschätzen. Es bedeutet auf jeden Fall eigenverantwortlich zu handeln und nicht den amerikanischen Weg einzuschlagen, wo alles abgesichert sein muss. 
 
In meinem Fall haben sich die Spielarten sehr interessant entwickelt, aber es ist für jedes Wetter und jede Jahreszeit was dabei. Ob felsklettern, bergsteigen, slacklinen, bouldern, drytooln, eisklettern,Skitouring, Steilrinnen fahren, in Höhlen forschen, paragleiten, berglaufen oder einfach nur wandern und die Natur genießen.
 
Von Katharina wurde ich gefragt, welche Bewegung sich am besten eignet, um zu starten.
 
Interessante Fragestellung, weil genau das ein wenig das Problem widerspiegelt. Was macht DIR Spaß? Wie und wo fühlst du dich wohl? Egal ob tanzen, klettern, laufen, herumhupfen … Optimal wäre etwas, mit dem du Herzkreislauf anregst. Der Herzkreislauf-“Muskel“ ist sicher das, was dich alt werden lässt. Koordination hilft dir im Alltag und ein gutes Muskelkorsett verzeiht dir Fehlhaltungen und hilft dir durch „faule“ Phasen. 
 
Bei starkem Übergewicht würde ich mit Schwimmen beginnen, da hier Muskel und Kreislauf trainiert werden, ohne das Skelett, Bänder und Knorpel extrem zu beanspruchen. Sonst würde ich schon in Richtung laufen gehen. Mit ein paar Laufschuhen ist man schon dabei und der Rest geht bei eisernem Willen von selbst!
 
Es ist einfach schön, sich zu bewegen! Und das am besten im Freien - den Tipp kann ich jedem nur ans Herz legen.
 
 „… und mache es zur Philosophie und „betreibe“ nicht Sport!“ 
„Der Mensch ist ein Teil der Natur und das sollte er stets bedenken.“
(Zitate von Florian Thamer)
 
Florian berichtet auf seinem Blog www.thamer.at von seinen Abenteuern in den Bergen und verrät viele Tipps und Tricks zum Bergsteigen, Slacklinen und anderen Sportarten. 

Kommentare

Hallo Katharina!
Ich war früher auch sehr "bewegungsscheu" und hab mich wohler auf dem Sofa oder im Bett gefühlt.
Seit ich aber meine Ernährung umgestellt habe und den Mut zusammengenommen habe ein paar neue Sportarten auszuprobieren, kann ich mir Bewegung in meinem Alltag gar nicht mehr wegdenken.
Mir macht es unfassbar viel Spaß Sport mit Tanz und Beweglichkeit zu kombinieren. Aus diesem Grund habe ich mit Aerial Silk (Vertikaltuch), Aerial Hoop (Eisenring in der Luft und Poledance angefangen. Ich kann diese Sportarten nur jedem empfehlen. Egal welches Alter - es ist einfach so ungemein schön seinen Körper auf eine neue Art und Weise zu entdecken. Mittlerweile mache ich auch noch Yoga um Körper und Geist in meine Mitte zu bringen.
Mit dem Joggen fange ich jetzt wieder an, da mein Bewegungsdrang irgendwie gestillt werden muss :D
Wenn ich in meinem Heimatland bin (Kärnten- aber ich wohne derzeit in Wien) gehe ich sehr gerne wandern oder einfach nur spazieren. Hauptsache Natur!

Liebe Grüße
Katharina

Liebe Katharina,
danke für Ihren Kommentar und die Tipps mit dem Aerial Hoop und den anderen! Ich spüre richtig Ihre Bewegungsfreude aus Ihren Worten - schön!
Liebe Grüße,
Katharina

Oja - das kenne ich!!!!!! Wobei ich zugebe, dass ich zwischenzeitig das Fitness-Studio vorziehe, da ich nach meiner Halswirbelsäulen-Operation ein bissi "vorsichtig" geworden bin. Zweifel: "Schaffe ich die Runde, was mache ich wenn es nicht geht" sind am Laufband einfach kein Thema, weil ich immer aufhören kann. Außerdem kann ich auch gleich das notwendige Krafttraining absolvieren. Training im geschützten Raum sozusagen :-)
ABER: Ich bekomme durch Deinen Artikel wieder total Lust im Nebel, im Regen, bei jedem Wetter einfach draußen zu sein und die NATUR ZU SPÜREN!!!!! Das geht im Studio nämlich ab. In diesem Sinne: Danke für diesen tollen Beitrag!!!!!!!!!!

Liebe Manu,
vielen Dank für deinen netten Kommentar! Ja, mit der Wirbelsäule muss man eh immer gut aufpassen, nach einer OP umso mehr.
Schön, dass dir der Artikel Lust aufs Rausgehen gemacht hat - mir geht es beim Lesen auch so!
Liebe Grüße,
Katharina

Hallo, vielen Dank für die Mail "Bewegung".
Ich bin ein totaler Bewegungstyp und muss fast weinen...wenn ich das lese.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so etwas lesen muss.

Mein Hund ist 14,5 Jahre, kann nicht alleine bleiben und auch eigentlich gar keine Strecken mehr laufen.
Ich musste mir neuen Job suchen wo ich den Hund mitnehmen kann, verzichte auf mein morgendliches Joggen.
Nehme zu und habe das Gefühl, eine Windel aus Speck am Hintern zu tragen. So unglücklich konnte ich auch die TCM- Ernährung nicht mehr richtig einhalten und bin wieder bei Brot gelandet...

Früher vor 3 Jahren habe ich morgens Hormonyoga gemacht, bin zum Job gejoggt und abends nichts mehr gegessen und Gymnastik gemacht. Voll durchtrainiert und mehr Muskeln als Fett mit 52 kg fühlte ich mich mit 50 stark und fit.

Nun entwickle ich Tricks: Gehe mit Hund vor die Tür Gassi und "parke" ihn am Spielplatz morgens 7 Uhr. Da mache ich dann HIIT. Und abends schleiche ich mich schnell zum Spaziergang aus dem Hause, wenn jemand Anderes aus der Familie (wohne z.Zt bei meiner Schwester) auf ihn aufpassen kann.

Es ist nicht nur die mangelnde Bewegung ...auch nervlich bin ich sehr wegen doch eigentlich geliebtem Hund völlig neben der Spur aufgrund der aufwendigen Pflege.

Ich weiss aber..alles renkt sich irgendwann mal wieder ein und diesen Weg muss ich jetzt nun mal gehen...mit mehr Kilos halt.

Liebe Grüße ,
Gabriele

Liebe Gabriele,
vielen Dank für Ihre Nachricht! Ich kann mir vorstellen, dass die Pflege eines geliebten Haustiers auch belastend sein kann. Er kann froh sein, dass er Sie hat! :)
Ihre kleinen Tricks klingen doch schon ganz gut. Und Sie haben schon Recht - es wird sich wieder einrenken, aber im Moment ist es einfach Ihr Weg! Alles Liebe für Sie und Ihren Hund,
Katharina

Hej! Das finde ich ermutigend! Das letzte Mal am Spielplatz - mein Dreijähriger mit den anderen Kindern in Aktion - ich hab mir wohl eine Stunde überlegt, ob ich gleich vor Ort Yoga machen sollte und was sich dann wohl die anderen Mamis, Omis, Papis usw. wohl denken. Ich habs nicht gemacht! Nächstes Mal TUE ICH ES EINFACH!

Liebe Kristina,
ja, das kenne ich! Ich mache am Spielplatz auch regelmäßig meine Dehnübungen und steh wie ein Baum ;). Mir ist es inzwischen auch schon egal, was die anderen denken! Liebe Grüße, Katharina

Ich finde wir sollten nicht zu viel denken "was die anderen denken". Ich lebe seit mehr als 10 Jahren in Spanien, da kümmern sich die wenigsten darum was die anderen denken, da wird einfach gemacht. Das kann auch sehr anregend und inspirierend sein, finde ich immer wieder schön.

Hey, cool ist schon Online :-)
lässiger Artikel ist das geworden.
liebe Grüße Flo

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