Der süße Geschmack und seine Wirkungen in der TCM (mit Video)

Nüsse

Der süße Geschmack in der TCM meint alle natursüßen Nahrungsmittel, die die meisten Grundnahrungsmittel (Getreide, Obst, Fleisch, Gemüse, Nüsse…) umfassen.

Süß wirkt entspannend und harmonisierend, deshalb greifen wir bei Stress gerne zu einem Stück Schokolade oder Kuchen. Außerdem nähren uns natursüße Nahrungsmittel und wirken befeuchtend.

Die befeuchtende Wirkung wird verstärkt durch Fett und weißen Zucker. Deshalb erzeugen z.B. Schnitzel, Schokolade oder Torte besonders viel Feuchtigkeit. Das führt auf Dauer zu gesundheitlichen Problemen wie Ödemen, Hautausschlägen, Akne, Übergewicht, Zysten, ständige Müdigkeit etc. Essen Sie solche sehr nahrhaften Speisen deshalb nur ab und zu.

Um die Bekömmlichkeit von fetten und süßen Speisen zu steigern, können Sie den bitteren Geschmack nutzen. Dieser trocknet Feuchtigkeit. Deshalb hilft der Espresso nach dem Essen oder ein grüner Tee dazu. Auch bittere Salate wie Endivien helfen der Verdauung.

Der natursüße Geschmack verteilt das Qi (Energie) gleichmäßig in alle Richtungen, im ganzen Körper. Er sollte den Hauptanteil unserer Nahrung ausmachen, da er alle Organe gleichmäßig versorgt. Die anderen 4 Geschmäcker (bitter, salzig, scharf, sauer) werden in kleinen Mengen verwendet, um die Bekömmlichkeit zu steigern und der Verdauung zu helfen. Außerdem können sie helfen, bestimmte Ungleichgewichte im Körper in den Griff zu bekommen (z.B. scharf bei innerer Kälte).

Ausgeprägter Süßhunger (nach Süßigkeiten) weist darauf hin, dass der Körper nicht optimal versorgt ist. Versuchen Sie, regelmäßig, ausgewogen und nährstoffreich (Gemüse, Hülsenfrüchte, gute Öle, Getreide, wenig Fleisch) zu essen. Vor allem das gekochte Frühstück hilft gegen Süßhunger.

Süß stärkt die Milz und den Magen. Zu viel süß schwächt sie hingegen.

Folgende Lebensmittel gehören zum süßen Geschmack:

süßes Obst, viele Gemüsearten (Karotten, Kürbis, Kartoffeln, Sellerie etc.), Öle, Nüsse, Hülsenfrüchte, Fleisch, Getreide, Ei, Zimt, Vanille, Orangenblütentee, Milch, Butter, Obers, Trockenfrüchte, Honig …

 

Kommentare

Hallo Katharina,
Ich kaufe am liebsten Bio ein und wenn es etwas nicht gibt dann halt nicht. Es gibt ja immer wieder Berichte das auf konventionellem Obst und Gemüse wesentlich mehr Rückstände zu finden sind als auf Bio Obst und Gemüse. Du sagst aber das regional zu bevorzugen ist aber das ist ja dann gespritzt auch wenn es dafür keine langen Transportwege hinter sich hat und hat Pestizide drauf. Es hat wahrscheinlich mehr Vitamine aber dafür auch PestizidRückstände?
Ist Regional dann wirklich so viel besser? ich denke wenn man die Tomaten der Spanier usw nicht mehr kauft dann haben die noch weniger und ihre Situation wird noch schlechter.

Vielen Dank für deine Erklärung zu dem Dilemma
liebe Grüße Jasmin

Liebe Jasmin,
danke für deinen Kommentar!
Das ist wirklich ein Dilemma, zu dem ich auch keine endgültige Lösung weiß. Ich bin selber oft hin- und hergerissen zwischen regional, Bio, FairTrade...
Liebe Grüße,
Katharina

Lebensmittel werden in der Ernährungslehre der TCM in die Geschmacksrichtungen süß, scharf, sauer, salzig, bitter und neutral eingeteilt. Ich habe aber gelesen, dass das eigentliche Aroma nicht unbedingt mit dem zugeordneten Geschmack übereinstimmen muss und dass einem Lebensmittel auch mehrere Geschmäcker zugeordnet sein können. Woher weiß ich welcher Geschmack ein Nahrungsmittel besitzt? Wer teilt das ein? Wonach kann ich mich richten?

Liebe Charlotte!
Es stimmt, dass ein Nahrungsmittel auch mehreren Geschmäckern zugeordnet sein kann, z.B. Grapefruit ist sauer und bitter, Apfel sauer und süß (je nach Sorte). Aber beide Geschmacksrichtungen schmeckt man auch! Also ist es meiner Meinung nach schon so, dass das, was Ihre Zunge schmeckt, auch der Geschmack ist, der die Wirkung dieses Lebensmittels bestimmt. Im Falle der Grapefruit ist die Wirkung dann sowohl adstringierend/Säfte innen haltend als auch herabführend und pathogene Feuchtigkeit trocknend.
Die Einteilungen kommen aus der TCM, also aus dem alten China, wurden aber in den letzten Jahrzehnten hier im Westen adaptiert. Pionierin war hierbei z.B. Barbara Temelie oder Bob Flaws. Es gibt in den verschiedenen Listen immer wieder Abweichungen, vor allem was die Zuordnung zu den 5 Elementen betrifft. Das ist jedoch nicht schlimm - es geht ums Prinzip. Wesentlich finde ich das Kochen mit frischen Zutaten, saisonal und abwechslungsreich.
Ich habe in den Artikeln zu süß, scharf, bitter und sauer die wichtigsten Nahrungsmittel angeführt (salzig fehlt leider noch). Prinzipiell ist es so, dass süß die größte Gruppe abdeckt, da hier die Grundnahrungsmittel drin sind.
Ich hoffe, die Antwort war hilfreich! Liebe Grüße, Katharina

Neuen Kommentar schreiben