Der salzige Geschmack und seine Wirkungen in der TCM

Misosuppe mit Karotten, Tofu, Kohlsprossen, Kresse (Foto privat)
Dieser Artikel ist ein Auszug aus meinem eBook "TCM Praxis. Einfache Anwendungen in der Ernährung".
 
Hast du schon einmal nach einer Salamipizza oder einer Packung Chips einen furchtbaren Durst bekommen? 
Das liegt daran, dass zu viel Salz den Körper austrocknet. Dann will man entweder einen halben Liter Wasser trinken oder bekommt Lust auf etwas Süßes (weil süß befeuchtet). Das ist übrigens auch der Grund, warum in den Bars so großzügig salzige Knabbereien gereicht werden, so trinken die Leute mehr (und Alkohol wirkt speziell befeuchtend).
 
Durch den hohen Salzgehalt in Wurst, Käse, Brot, Pizza, Fast Food, Knabbereien und Industriekost essen die meisten Menschen bereits zu viel Salz. 

Zum (natur)salzigen Geschmack zählen

  • Algen
  • Meeresfrüchte
  • Misopaste
  • Sojasauce (Bio, Tamari oder Shoyu)
  • Fisch
  • Mineralwasser
  • Salz
  • kaltes Wasser
Die thermische Wirkung dieser Nahrungsmittel ist kühlend bis kalt. Eine Ausnahme sind Meeresfische (wärmend). Süßwasserfische sind kühlend bis neutral.

Salzig stärkt in kleinen Mengen deine Nieren, speziell das Nieren-Yin. Zu viel Salz schwächt sie hingegen.

Beispiel: Natursalzige Nahrungsmittel wie Misopaste oder Algen stärken in Maßen gegessen deine Knochen und Haare. Zu viel Salz hingegen (vor allem Industriesalz, aber auch wenn man zu viel Sojasauce oder Miso isst) schwächt nach TCM die Knochen und kann zu Haarausfall führen. Beides wird von den Nieren beherrscht.

So wirkt salzig nach TCM

  • abführend (z.B. Bittersalz zur Darmreinigung)
  • schleimlösend
  • aufweichend 
  • in kleinen Mengen befeuchtend (im günstigen Sinn), in großen Mengen trocknend
  • leitet das Qi nach innen und nach unten

Therapeutische Anwendung des salzigen Geschmacks

(Natur-)Salzig ist günstig bei:

  • Verhärtungen und Knoten
  • Muskelverhärtungen
  • Verstopfung
  • mangelndem Appetit
  • in kleinen Mengen zur Entgiftung (speziell Miso und Algen)
  • Osteoporose

Die therapeutische Verwendung bezieht sich nur auf die oben genannten, natürlich salzigen Nahrungsmittel – und auch nur dann, wenn wir die stark salzigen Industrie-Nahrungsmittel gleichzeitig einschränken.

Salzig ist ungünstig bei (bezieht sich auf Industriekost wie Brot, Wurst, Käse, Fertigprodukte):

  • Migräne
  • starkem Süßhunger
  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-Problemen
  • gereizten, angespannten Nerven

Ist Salz ungesund?

Das Salz in der Suppe brauchst du dir nicht nehmen zu lassen. Dieser Geschmack gehört genauso zu einer gesunden Ernährung wie die anderen vier Geschmäcker (natursüß, bitter, sauer, scharf). 
 
Bevorzuge unraffiniertes Salz, das ist wertvoller als das raffinierte Salz (auf der Packung muss "unraffiniert" stehen oder auch "naturbelassen"). 
Aufpassen mit Salz solltest du vor allem dann, wenn du häufig Brot, Käse, Wurst und andere Industriekost isst. Und wenn du von übermäßigem Süßgusto und Alkoholgusto wegkommen willst.
 
Informationen zur Wirkung und therapeutischen Anwendung der anderen Geschmäcker (süß, bitter, sauer, scharf) sowie viele weitere Tipps für die Selbstdiagnose und einfache Anwendungen der Nahrungsmittel findest du in meinem eBook "TCM Praxis. Einfache Anwendungen in der Ernährung" (mit Blick ins Buch)

Kommentare

Salz ist nicht gleich Salz denn das Natrium Chlorid was als Salz bezeichnet wird (Tafel Salz) ist eine Aggressive Endprodukt nach Enteignung der restlichen 47 wertvolle Zusätze die das Salz enthält!

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