Der bittere Geschmack und seine Wirkungen in der TCM

Foto von Radicchio, aufgeschnitten in zwei Hälften auf einem braunen Holzbrett, Messer liegt daneben

Dieser Artikel ist ein Auszug aus meinem eBook "TCM Praxis. Einfache Anwendungen in der Ernährung", das es auch als gedrucktes Taschenbuch zu kaufen gibt (direkt bei bod.de (mit Leseprobe) oder im Buchhandel (bitte bestellen)).

Interessant, dass unsere Sprache das Wort "bitter" negativ besetzt, es bedeutet ja meist nichts Gutes, wenn wir es in der Alltagssprache verwenden. Dabei ist bitter sehr gesund, vor allem in Form der bitteren Kräuter und Gemüsearten. Beliebter sind allerdings die bitteren Getränke wie Kaffee und Bier. Also jetzt zur bitteren Wahrheit:

Bitter in Maßen stärkt nach TCM dein Herz, deinen Kreislauf und deine Verdauung, zu viel bitter hingegen schwächt dich.

Du kennst sicher die anregende Wirkung von Kaffee (sowohl auf den Geist als auch auf die Verdauung). Zu viel Kaffee kann Herzrasen, innere Unruhe und trockene Verstopfung auslösen. Ähnliches gilt für Schwarztee, Grüntee, Nikotin und Kakaopulver.

Bitter und kühlend (Beispiele)

Artischocke, Aubergine (Melanzani), Bier, Chicoree, Endivien, Grapefruit, Grüntee, Kurkuma (nach einigen Quellen auch wärmend), die meisten Kräutertees, Löwenzahn, Rucola, Spargel, heißes Wasser, Zucchini

Bitter und neutral (Beispiele)

Schwarztee, Rotbuschtee

Bitter und wärmend (Beispiele)

Basilikum (frisch), Getreidekaffee, Kaffee, Kakaopulver, Oregano, Rosmarin, Rotwein, Thymian, Zitronenschale

So wirkt bitter:

  • trocknend
  • verdauungsfördernd (kleiner Kaffee oder Magenbitter nach dem Essen)
  • bitter-wärmend wirkt kurzfristig anregend
  • bitter-kühlend beruhigt das Herz (z.B. bei Aufregung)
  • bitter-kühlend kühlt Hitze (z.B. bei Fieber, Neurodermitis, Entzündungen)
  • bitter leitet nach unten (z.B. Bittersalz)

Therapeutische Anwendung des bitteren Geschmacks

Bitter ist günstig bei:

  • innerer Feuchtigkeit (z.B. Wasseransammlungen, verschleimter Rachen)
  • feuchtem Klima oder Wetter
  • bitter-kühlend bei Feuchter Hitze (z.B. hoher Blutdruck, hohes Cholesterin, eitrige Akne, Abszesse, Gallensteine)

Bitter ist ungünstig bei:

  • innerer Trockenheit (trockene Verstopfung, trockene Haut, trockene Augen)
  • bitter-wärmend bei Schlafstörungen, innerer Unruhe und Magenproblemen
  • bitter-wärmend bei Durchblutungsstörungen, Osteoporose und Haarausfall
  • bitter-kühlend bei Untergewicht und innerer Kälte (häufiges Frieren)

Bittere Kräuter versus bittere Getränke

Verwende regelmäßig bittere Kräuter und Gewürze in kleinen Mengen zu deinen Mahlzeiten. So kannst du die positive Wirkung des bitteren Geschmacks optimal nutzen ohne die Gefahr einer ungünstigen Nebenwirkung. Bittere Getränke wie Kaffee, grünen Tee und Rotwein genieße hingegen mit Bedacht, um die Entstehung von Trockenheit, Blutmangel und innerer Unruhe zu vermeiden.

Informationen zur Wirkung und therapeutischen Anwendung der anderen Geschmäcker (süß, salzig, sauer, scharf) sowie viele weitere Tipps für die Selbstdiagnose und eine einfache Einführung in die TCM findest du in meinem eBook "TCM Praxis. Einfache Anwendungen in der Ernährung" (mit Blick ins Buch, hier als Printbuch erhältlich).

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