Cool bleiben im Sommer - Ernährung fürs Yin und Yoga Nidra
Geschrieben von Katharina Ziegelbauer am 08. Juli 2025 - 0 Kommentare
Dieser Artikel ist von meiner Assistentin Christina Zitterl.
Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn: den Sommer und mit ihm die tropischen Temperaturen.
Die Frage, ob man den Sommer liebe oder man am liebsten für zwei Monate in den Norden fliehen würde, ist für die TCM-Diagnostik keine unübliche, zumal die Antwort viel über das innere Klima der Fragenden verraten kann. Diejenigen, die mit den Hitzewellen gut klarkommen, haben für gewöhnlich ausreichend Yin, um das große Yang des Sommers im Zaum zu halten. Alle anderen, die sich von der Strahlkraft der Sonne schnell ausgedörrt fühlen, weisen sehr wahrscheinlich einen Yin-Mangel (oder zumindest eine Tendenz in diese Richtung) auf.
Was macht die Hitze mit uns?
Wir schwitzen viel und trocknen dabei aus. Ist das Yin (unsere Kühlfunktion) erst einmal im Mangel, reicht es auch nicht aus, die Trinkmenge auf 3 Liter zu erhöhen. Stattdessen müssen wir das Yin zielgerichtet aufbauen, damit es uns wie ein Schutzschild für die bevorstehenden Hitzewellen wappnet.
Während äußerlich die immer häufiger werdenden Hitzeperioden die Yin-Räuber Nr. 1 sind, liegt die innerliche Ursache neben erhitzenden Ernährungsgewohnheiten (z.B. scharfe Gewürze, viel Kaffee) oftmals beim Stress. Dieser, vor allem der chronische Stress, kann uns massiv an die Substanz gehen, indem er unser Yin permanent anknabbert. Sind wir über einen längeren Zeitraum einem Übermaß an Stress oder intensiver emotionaler Belastung ausgesetzt, laufen wir sprichwörtlich heiß.
Unser Blut gerät in Wallung. Das Blut fängt an zu kochen, bis es verdampft. Ist es erst einmal verdampft, gehört „ruhig Blut“ der Vergangenheit an. Und das wird für andere nicht nur spürbar (in Form eines kurzen Geduldfadens und emotionaler Instabilität), sondern auch sichtbar (anhand von Trockenheitssymptomen an Haut, Haaren und Nägel).
Und jetzt kommt ein TCM-Tipp, der mich möglicherweise etwas unbeliebt unter den Leser*innen machen wird:
Was Yin-Mangel-Typen im Sommer auf jeden Fall vermeiden sollten sind spätabendliche Grillpartys!
Warum diese so kontraproduktiv sind, lässt sich wie folgt erklären: Gegrilltes Fleisch, Knoblauchbrot, scharfe Saucen und hochprozentiger Alkohol – einzeln oder in Kombination – verletzen das bereits geschwächte Yin zusätzlich. Zudem wird die innere Hitze durch eine schlechte Schlafqualität verstärkt. Wer spätabends noch eine derart aktivierende, üppige und schwer verdauliche Mahlzeit zu sich nimmt, wird große Mühe haben, in einen tiefen und erholsamen Schlaf zu fallen, den gerade Yin-Mangel-Menschen so dringend bräuchten, um ihr Yin wieder aufzutanken.
Für alle, die das Gefühl haben, dass ihr Organismus bald zu überhitzen droht, hat die TCM ein paar wertvolle Tipps parat:
- Setze auf erfrischende Lebensmittel in deinem Speiseplan (heimische Obst- und Gemüsesorten der Saison, bevorzugt die grünen mit hohem Chlorophyll-Gehalt). Beispiele für erfrischende Nahrungsmittel: Melanzani (Aubergine), Broccoli, Champignons, Chinakohl, Feldsalat, Kohlrabi, Mangold, Radieschen, Sellerie, Spinat, Zucchini, Apfel, Birne, Erdbeere, Himbeere …
- Trinke weniger Kaffee. Er erhitzt und trocknet aus. Besser: mehr lauwarmes Wasser, gerne mit Zitrone.
- Versuche nicht, die äußere Hitze durch thermisch kalte Lebensmittel und mehr Rohkost auszubalancieren, um deine Verdauungskraft nicht zu schwächen.
- Vermeide den scharfen Geschmack und alles, was dich erhitzt.
- Und last, but not least: Sorge für ausreichend Erholung und guten Schlaf!
Um Yin aufzubauen, sind neben einer ausgleichenden Ernährung ausreichend Pausen und tiefer Schlaf essenziell.
Allerdings fällt es gerade Menschen, die sich bereits im Yin-Mangel befinden, schwer, das Yang zu beruhigen, um in einen Zustand der Erholung zu gehen. Yoga Nidra kann hier eine willkommene Unterstützung sein. Es handelt sich um eine Entspannungsmethode, bei der man systematisch in einen Alpha-Zustand geführt wird; einen Zustand, der dem kurz vor dem Einschlafen gleicht und als Tiefenentspannung wahrgenommen wird. Eine wunderbare Übung, mit der es gelingt, trotz Sommerhitze einen kühlen Kopf zu bewahren.




Neuen Kommentar hinzufügen